Fuck Up, Hans! Eine kleine Geschichte übers Scheitern

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Was haben Hans im Glück, FuckUp Nights, Franz Reichelt, Ignaz Semmelweis und so viele von uns – wahrscheinlich jeder – gemein? Erraten. Alle sind wir schon einmal gescheitert. Mindestens einmal. Oft mehr, manchmal weniger, bisweilen aber grandios.

Was aber hilft uns dann weiter, wenn wir eine kapitale Bruchlandung hingelegt haben? Soll ja vorkommen. Nehmen wir einmal folgende Situation an: Ein Artikel muss her. Die Muse schüttet in einem Anfall von unvergleichlicher Güte ihr Füllhorn über mich aus und küsst mich inniglich auf die Wange. Der Startschuss ist kaum verhallt und es drängt mich an den Bildschirm. Rechner angeworfen, Editor geöffnet, und schon geht’s los. Ich soll einen Text übers Scheitern schreiben. Scheitern. Das gibt ja so viel her. Ich hab’s. Ich schreibe über meine Erfahrung. Denn Scheitern kenn’ ich. Zur Genüge. Ich bin sozusagen Experte darin. Leider verlässt mich genau hier die aufkeimende Inspiration. Die Pausen zwischen den Anschlägen werden länger und länger. Muse, wo bleibt die Wirkung deines Kusses? Ich muss es wohl akzeptieren. Auch Genies haben ab und an ein Hemmnis. Die berühmte und oft zitierte Schreibblockade. Nur noch zwei Tage bis zur Abgabe. Kenn’ ich doch.

Jetzt weiß ich’s. Das ist mein Scheitern. Denn Schreiberling zu sein, impliziert Scheitern. Öfters als mir lieb ist, wie ich leider gestehen muss.

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Derjenige, der Risiken eingeht, läuft Gefahr nicht nur sein Vermögen, sondern auch sein Gesicht zu verlieren.

Scheitern – ein brachialer Begriff

Scheitern. Blödes Wort eigentlich. Scheitern. Kennen wir zwar alle. Aber was heißt das überhaupt? Mach ich mich mal schlau: Scheitern, Scheit, das Scheit. Hm. Könnte zusammengehören. Jetzt will ich es wissen. Ich verirre mich in den Tiefen des Netzes und tauche alsbald geläutert wieder auf: Scheitern geht auf Scheiter, eine Pluralform zu Scheit zurück. Im 16. Jahrhundert existierten zunächst die Verben zuscheitern und zerscheitern, deren Bedeutung noch »in Stücke brechen« lautete. Die verkürzte Form entstand vermutlich in Anlehnung an Wendungen wie »zu Scheitern gehen, in Trümmer zerbrechen.«.

Gut. Jetzt weiß ich mehr. Brachial, wie meine Stimmung gerade ist, beschließe ich, »Scheitern« mit »Zertrümmern« gleichzusetzen. Das tut gut. Wenn schon scheitern, dann ordentlich oder gar grandios.

Wieder einen Schritt weitergekommen. Scheitern ist also ein »in Stücke Brechen«. Das ist das Verb. Aber das Verb alleine hilft mir nur kurzfristig weiter. Was bricht eigentlich in Stücke? Ein Gegenstand? Ein Gefühl? Ein Schicksal? Ein Leben? Ich brauche ein Objekt. Herr, schenk’ mir ein Objekt. Ansonsten tappe ich im Dunkeln. Was jetzt? Vielleicht sollte ich es mal von einer anderen Seite angehen. Kein schlechter Einfall. Ich lobe mich, stehe auf und wandere in die Küche. Jetzt hab’ ich eine Stärkung verdient. Ein Nespresso mit George-Faktor und das obligate Stück Kuchen – Ölz, der bäckt ja bekanntlich mit Liebe – sind mein (selbst)gerechter Lohn. Dazu noch ein paar Szenen Big Bang Theory und ich fühle mich gut. Wenn da nur nicht der blöde Laptop wäre, der mich mit seinem aufdringlich leuchtenden Display zur Arbeit mahnte. Also gut. Das schlechte Gewissen siegt, ich schleppe mich wieder an meinen Arbeitsplatz und mache weiter.

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Historische Loser – Hans im Glück

In der Zwischenzeit hat mich der allwissende und wohl wenig empathische Sheldon Cooper in seinem Umgang mit Leonard Hofstadter auf eine neue Idee gebracht: Ich such’ mir ein paar historische Loser, die grandios gescheitert sind. Da funkt’s: ein Märchen. Unklassisch zwar, aber eine gute Geschichte für uns: Hans im Glück. Klingt auf den ersten Blick nicht nach Scheitern. Aber wenn ich an das Ende denke … Gut. Gehen wir seinem Schicksal einmal auf den Grund. Hans ist fleißig. Arbeitet hart. Und das sieben Jahre lang. Der Lohn: Er bekommt von seinem Chef einen Goldklumpen. Eigentlich ein guter Zahltag. Was könnte ich damit alles anstellen, denkt es mir. Ein toller Urlaub in der Karibik. Ein fescher Sportwagen mit springendem Pferd. Eine Spielekonsole. Das neueste Computerobst. Oder einfach eine Zeitlang relaxieren. Klingt gut.

Was aber macht Hans? Der Klumpen ist ihm zu schwer. Da bahnt sich nichts Gutes an. Er beginnt, ihn zu tauschen: zuerst gegen ein Pferd, dann gegen eine Kuh, dazwischen gegen eine Gans. Schließlich erhält er einen defekten Schleifstein, der ihm dann auch noch in den Brunnen fällt. Man kann gar nicht hinhören und beginnt sich fremdzuschämen, was Hans, Nachname: im Glück, für Kardinalfehler begeht. Sein ökonomisches Denken muss zwangsläufig in den Untergang, in den Ruin führen. Und tatsächlich: Am Schluss hat er gar nichts mehr. Aber halt: Er ist nicht zu Tode betrübt. Sein fehlendes Auto, sein nicht getätigter Urlaub, sein nicht vorhandenes computerisiertes Fallobst tangieren ihn nicht einmal peripher. Er ist glücklich. Er hat nur einen Wunsch: zurück ins Hotel Mama. Wo er erwartet wird.

Jetzt beginnt es in mir zu klickern. Ist der gute Mann vielleicht gar nicht gescheitert? Hat er etwas gefunden, wovon wir alle träumen? Er wird erwartet. Zu Hause. Von einem geliebten Menschen, der ihn wiederliebt. Alles andere interessiert ihn nicht. Er ist glücklich. Ach, das klingt so wunderbar kitschig. Der ist ja gar nicht gescheitert, fährt es mir durch den Kopf. Der hat einen Paradigmenwechsel vollzogen. Hat unsere Konsumwelt hinter sich gelassen und sich neu orientiert. Oder vielleicht alte Ideale hervorgekramt. Egal, wer will das schon wissen. Auf jeden Fall bekommt das Wort »scheitern« hier plötzlich eine neue Dimension. Hansi scheitert vielleicht nach gesellschaftlich-ökonomischen Maßstäben, aber das ist ihm herzlich wurscht. Ihm geht’s gut. Hans ist vielleicht mit dem Fischer aus Bert Brechts »Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral« vergleichbar: Der liegt in der Sonne, lässt es sich gut gehen, raucht einen Tschick und unterhält sich mit einem Touri. Der meint, er solle doch rausfahren, um Kohle zu scheffeln, Mitarbeiter anzustellen, um dann eines Tages nichts mehr tun zu müssen und in der Sonne zu liegen. »Mach ich doch jetzt schon«, ist seine lapidare Antwort. Dieser Satz bedarf wohl keiner weiteren Erklärung.

Also, die Quintessenz – Scheitern wird ganz unterschiedlich und subjektiv wahrgenommen: Eine gescheiterte Existenz ist vielleicht oft einen Schritt weiter als wir ach so klugen Erfolgsmenschen, die dem Erfolg hinterherhecheln, ohne dabei nach links und rechts zu blicken und unseren Erfolg nur nach ökonomisch-gesellschaftlichen Maßstäben bemessen.

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Die Wagemutigen müssen darauf achten, dass sie am Ende nicht durch die Finger schauen.

Symphonie der Angst

Hm, das klingt ja schon mal recht brauchbar. Und bringt mich zum Nachdenken. Scheitern hat einen extrem negativen Sound. Klingt nach durchwachter Nacht, vollem Aschenbecher, schlechtem Rotwein und schalem Kaffee. Beschissen sozusagen. Aber ich hab’ ja gesehen. Scheitern hat – wie alles im Leben – unterschiedliche Points of view. Was sagen eigentlich die Experten dazu? Das würde mich jetzt interessieren. Ich mache mich erneut auf die Suche. Der obligate Gang in die Küche fällt aus. Ist mir zuerst gar nicht aufgefallen. Schreibblockade also überwunden? Schau mer mal, würde die Lichtgestalt des deutschen Fußballs, Franzl B. aus Bayern, an dieser Stelle sagen.

Ich suche, google, surfe und … finde. Heureka – ist übrigens altgriechisch und heißt: Ich habe es gefunden. Der Artikel beginnt schon mal interessant: »Immer wieder vermasseln wir etwas, manchmal sogar die großen Projekte des Lebens. Ist das schlimm? Ja, sagen die meisten. Nein, sagen Psychologen, wir müssen nur richtig mit Niederlagen umgehen.« Superklug, was die Herrschaften da so von sich geben, denke ich mir. Übrigens: Ich bin gerade in der »Zeit« gelandet.

Und dann stoße ich auf etwas ganz Besonderes: Da gibt es ein Konzert an der Bonner Universitätsklinik, bei dem Berufsmusiker mitwirken. Klingt nach einem besonderen Genuss, denke ich mir. Aber was hat das mit dem Thema »Scheitern« zu tun? Ich bin gespannt, was da kommen mag. Und jetzt bin ich verblüfft: Die haben Angst. Höllenangst, einen falschen Ton zu spielen. Und die Konzerte sind Therapie. Jetzt fällt mir wieder meine Definition von vorher ein: Grandios scheitern meint brachial in die Binsen gehen. Und hier ist etwas danebengegangen: das Selbstvertrauen der Musiker nämlich. Nicht mehr, nicht weniger. Ich nähere mich dem Kern der Sache. Das spüre ich. »Selbstbewusstsein« ist der Schlüssel zum Thema »Scheitern und Versagen«. Aber wer definiert mein Scheitern eigentlich? Das hatten wir doch schon bei Hansi, der das Scheitern, wie es die Gesellschaft sieht, in keinster Weise als sein persönliches sieht. Im Gegenteil. Er ist glücklich. Ist also wieder die böse, böse Gesellschaft an allem schuld? Jein, würden hier die Experten sagen. Da bin ich mir ganz sicher. Und grinse. Klingt wie bei Politikern: Ich sage es in aller Klarheit. Aber ich schweife ab.

Nix gesagt, genug gelobt – die Geschichte mit dem Selbstvertrauen

Eines ist klar: Jeder hat Angst vor dem Versagen. Und wer sagt, bei ihm sei das nicht so … naja, ob ich dem glaube? Damit bin ich bei einem meiner Lieblingsthemen: bei unserer ach so konformistischen Gesellschaft. Angefangen vom Schulalltag über die Uni bis hin zum Berufsleben: Wir befinden uns in einer Negativspirale, in der »Nix gesagt ist genug gelobt« vielfach das Motto ist. Scheißmotto und Kreativitätskiller par excellence, aber echt. Und diese Angst vor negativem Feedback hält uns so oft davon ab, unsere Träume zu verwirklichen: ein eigenes Unternehmen zu gründen, ein Buch zu schreiben, Mode zu entwerfen – das wär doch was. Und Ideen schwirren zuhauf durch unsere Köpfe. Da sind wir dann Steve Jobs, Jean Paul Gaultier oder vielleicht sogar Paolo Coelho. Aber was, wenn es nicht klappt? Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Menschen an ihren Erfolgen gemessen und für ihre Niederlagen verurteilt werden. In kaum einem anderen Land der Welt werden Misserfolge so sehr geächtet wie bei uns im ach so zivilisierten Mitteleuropa. Ist aber so. Und muss auch mal gesagt sein. Basta. Jetzt bin ich in Fahrt, ich spüre es.

Gut, jetzt wissen wir, dass die Gesellschaft ihren nicht unerheblichen Beitrag zum Scheitern leistet. Aber da ist ja auch noch der Faktor Individuum. Jeder Einzelne reagiert anders auf Niederlagen. Ist nun mal Fakt: Die einen verkriechen sich und bringen keinen Fuß mehr vor den anderen. Dumm gelaufen. Das kann fatale Folgen haben, ist aber nicht mein Thema. Und da sind dann noch die anderen, die »Stehaufmännchen«. Die rappeln sich wieder auf, um auf den Scherben ihrer Existenz etwas Neues aufzubauen. Das klingt jetzt wirklich schön.

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Leiden machen den Menschen stark. Oder sie zerbrechen ihn.

Das Geheimnis der Stehaufmännchen

»Das Geheimnis der Stehaufmännchen ist, dass sie negative Gedanken schneller abstellen können«, sagt die Psychologin Andrea Abele-Brehm von der Universität Erlangen. Und: »Jeder denkt über negative Erfahrungen mehr nach als über positive.« Aber manche Menschen kämen besser wieder davon los: »Stehaufmännchen grübeln nicht.« »Klingt das irgendwie männlich?«, frage ich mich. Aber das ist eine andere Geschichte.

Und jetzt die gute Nachricht: Stehaufmännchen ist man nicht unbedingt von Geburt an, aber man kann es gezielt trainieren: Schauen wir doch mal nach innen und fragen uns: Was wollen wir wirklich erreichen? Und dabei sollten wir halt auch einmal ehrlich sein: Ist der persönliche Erfolg innere Zufriedenheit oder das Karrierestreben um jeden Preis? Vielleicht ist das ein Weg, um dieser Negativspirale – zumindest ein Stück weit – zu entfliehen und einen Paradigmenwechsel zu vollziehen.

So, jetzt hab’ ich aber lang genug die Gesellschaft gegeißelt. Möchte ja nicht auch in der Negativspirale landen. Da muss es doch auch was Positives am Scheitern geben, denke ich mir. Jetzt ist mein inneres Trüffelschwein geweckt. Wieder hinein ins Netz und der Fährte nach: Zufall + Scheitern, Erfolg + Scheitern, Erfindungen + Scheitern. Da muss es doch was geben. Und tatsächlich ich werde fündig. Und das sogar mehrfach.

Der Zufall – ein guter Helfer

Das Penicillin. Hab ich doch schon mal in der Schule gehört: Alexander Fleming ließ 1928 während des Sommerurlaubs das Fenster seines Labors offen. So landeten Pilzsporen auf den Eitererregern, die Fleming auf seine Versuchsplatten aufgetragen hatte. Aus der vermeintlichen Gammelmischung wurde einer der wichtigsten Arzneiwirkstoffe des vergangenen Jahrhunderts: das Penicillin. So kann’s gehen.

Ein bisschen weitergestöbert und schon hab ich den nächsten Zufall an der Angel: Autoreifen basieren auf der Methode der Vulkanisierung. Eh kloa. Jahrelang arbeitete Charles Nelson Goodyear daran, Naturkautschuk durch chemische Zusätze haltbar zu machen. Bei Wärme schmolz das Gummi, bei Kälte brach es, Goodyear kam einfach nicht weiter. Bis ihm 1839 ein Stück Gummi-Schwefel-Gemisch auf die heiße Herdplatte fiel. Die Masse war auf einmal nicht mehr klebrig, sondern elastisch, robust und stabil. Goodyear hatte die Vulkanisierung entdeckt.

Das klingt alles irgendwie ziemlich abgedreht. Aber: Diese Typen hatten schluss-endlich Erfolg. Schlimmer sieht es bei anderen aus: Die wurden durch ihre Erfindungen umgebracht. Beispiele gefällig?

Dädalus – der supertolle Erfinder der griechischen Mythologie – bastelt sich – mir nix, dir nix – Flügel aus Federn, pappt sie mit Bienenwachs zusammen und schon geht’s los, ab in die Lüfte. Es kommt, wie es kommen muss, sein Sohn Ikarus stürzt ab. Fuchtelt zu wild mit seinen Flügeln, fliegt mal zu hoch, mal zu tief. Ist einfach übermütig. Ja genau – die Warnung vor der Hybris, dem Übermut. Alte, blöde Geschichte.

Auch Franz Reichelt, Österreicher aus dem 19. Jahrhundert, ist von der Idee zu fliegen besessen. Bastelt sich einen Fallschirm, mit dem er einen Basejump vom Eiffelturm machen möchte. Die Behörden in Paris – nicht blöd – untersagen ihm seinen Selbstversuch. Reichelt gibt sich einsichtig; ok, ok, ich teste mit einer Puppe. Alles läuft nach Plan. Im letzten Augenblick schnallt sich der verhinderte Erfinder seinen Fallschirm um, springt in die Tiefe und … verursacht eine tiefen Krater im gefrorenen Boden. Die Ironie: Einen Monat später meldet der Russe Gleb Kotelnikov seinen zusammenfaltbaren Fallschirm zum Patent an. Wieder blöd gelaufen.

So nahe liegen also Erfolg und Misserfolg und damit Scheitern beisammen. Da poppt plötzlich ein Link auf, der mich neugierig macht: die FuckUp Night. Was ist denn das schon wieder, frage ich mich. Das sehe ich mir an.

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wasser

Wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, dann soll man den Kopf nicht hängen lassen.

FuckUp Night

Aha, bereits das Zielpublikum dieser Veranstaltung ist eine illustre Gesellschaft. Wer noch niemals pleitegegangen ist, hat in der FuckUp Night kein Leiberl. Die Loser-Connection, schießt es mir durch den Kopf. Um dann gleich wieder zu revidieren. Auf den Standpunkt kommt es an, hab ich euch doch schon gesagt. Jedenfalls treffen sich zahlreiche Pleitiers bei dieser Veranstaltung. Für die einen ist es Therapie, für die anderen Amüsement. Bis zu 300 Leute finden sich – na, wo schon? – in Berlin in einem Loft ein und erzählen von ihren Niederlagen. Mal ganz was anderes, denke ich mir. Why not?

Die Botschaft der FuckUp Night: Wer verliert, muss auch wieder gewinnen dürfen. In mehr als hundert Städten weltweit gibt es sie mittlerweile. Die Idee kommt ursprünglich aus Mexiko, daraus haben sich Veranstaltungsreihen entwickelt.

Aber warum, zum Geier, hören sich Leute in ihrer Freizeit vermeintliche Loser–Stories an? Geht es um Schadenfreude? Wohl eher nicht, die Veranstalter wollen eine neue Kultur des Scheiterns etablieren. Denn Erfolg definiert sich nicht immer nur über Geld. Eh schon wissen: unser Hans im Glück. Weise Einsicht. Und eines nehmen alle mit: Stromlinienförmige Karrieren sind nur was für Loser. Auch eine Botschaft, denke ich mir.

Aber jetzt wieder zurück zum Anfang. Wie sieht’s eigentlich aus mit meinem Scheitern? Vielleicht sollte ich mal prüfen, wieviel Zeichen ich schon verbraten habe. Was, über 16.000? Und ich hätte noch so viel zu sagen. Na egal. Für eine Schreibblockade ist das doch einiges geworden. Wer sagt’s denn.

Fotos: Lars Wieser, Haare & Make-up: Lee Julie Rusch, Models:Mimi Hu, Désirée Boric, Harald Pirker, Robert Nwaoko, Nina Blank, Luca Thaler

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