Coldplay – München

Quelle: AFP

Nach 2-stündiger Autofahrt kommen Kathi und Max in München beim Olympiastadion an. Mit 4 Karten im Gepäck, von denen sie aber nur 2 benötigen, geht es auf zum Haupteingang.

Da Chris und Connie ihren Terminkalender nicht im Griff haben, liegt es nun an uns, die 2 übrigen Karten an den Mann zu bringen. Dies gestaltete sich weitaus schwieriger, als erwartet – die Karten scheinen nicht so begehrt, wie vorher angenommen. Trotz unseres genialen Verkaufsarguments, die Plätze wären überdacht (später stellte sich heraus, dass alle Sitzplätze überdacht waren), können wir niemanden so recht überzeugen. Außerdem gibt es zahlreiche Verkaufskonkurrenten, die im Gegensatz zu uns mit Schildern ausgestattet sind. Nach mehreren Stunden und vielen unmoralischen Angeboten im Bezug auf den Preis, können wir die Karten für einen den Umständen entsprechenden recht guten Preis verhökern.

Mit 2 Karten weniger betreten wir nun in strömendem Regen das Stadion. Am Eingang wird uns ein Armband überreicht. Dieses nehmen wir verwundert entgegen und ziehen es unter wilden Spekulationen an. Da wir noch recht viel Zeit haben, essen wir noch eine Waffel und einen Hot Dog, was uns beides leider nur wenig überzeugt. Gesättigt begeben wir uns an unsere Plätze, die sich zu unserer Freude direkt gegenüber der Bühne befinden. Ausgestattet mit dicken Klamotten und Decken trotzten wir der eisigen Kälte. Gespannt auf die Vorbands genießen wir die Pre-Concert-Stimmung im Stadion.

Charli XCX betritt die Bühne und legt los. Eine etwas übermütige, ausgefallen gekleidete junge Dame perfomt mit einer Mischung aus Gogo-Tänzerin, Bauchtänzerin und Cybergoth ihre Songs. Trotz guter Stimme ist ihr Auftritt eher lasch.

Die zweite Vorband ist Marina & the Diamonds. Anmerkung von Max Power: „Die ist heiß!“ Mit ihrer durchaus üppigen Oberweite ist dies absolut nachzuvollziehen. Ihre sympathische Art und ihre tolle Stimme verleihen dem Auftritt das gewisse Etwas. Auch ihr Outfit kann sich sehen lassen und unterstreicht ihr süßes Gemüt. Sie heizen der Menge ordentlich ein und erhöhen die Vorfreude auf den Hauptact.

Der Regen prasselt unaufhörlich auf die Menge nieder, während die Roadies die Bühne umbauen. Nach 45 Minuten fahren 3 schwarze Vans in das Stadion ein. Das Publikum tobt und das Licht erlischt. Mit der Titelmelodie von „Zurück in die Zukunft“ und einer genialen Licht- und Lasershow, wird das Eintreffen der Band angekündigt. Mit den ersten Tönen von „Hurts Like Heaven“ beginnt ein riesiges Feuerwerk und das Spektakel ist eröffnet. 55.000 Armbänder leuchten und blinken abwechselnd in allen Farben zum Takt der Musik – ein gigantisches Bild.

Das war erst der Anfang – bei „Lovers in Japan“ fliegen zuerst hunderte riesige Luftbälle durch die Menge. Als wäre das nicht genug, werden Millionen kleine Papierschmetterlinge und andere Figuren in die Luft geschossen – das ganze Stadion wird mit Schmetterlingsregen beglückt. Teilweise ist nicht einmal mehr die Band zu sehen.

Diese kleinen Überraschungsmomente ziehen sich durch das ganze Konzert – zu jedem Lied gibt es ein kleines Extra: riesige, beleuchtete Luftfiguren im ganze Stadion verteilt, Feuerwerk und Lasershow während des ganzen Konzerts etc.

Nachdem die Band die Bühne das erste Mal verlässt, taucht sie wenig später mitten im Publikum auf einer kleineren Bühne wieder auf. Mehrere Hits, wie z.B. „Speed of Sound“, bei dem Chris Martin seinen obligatorischen Hänger, wie bei jedem Konzert dieser Tour, hat (was ich persönlich ja trotzdem recht sympathisch finde), werden zum Besten gegeben.

Nach diesem kurzen Exkurs folgt das große Finale. Die Band betritt noch einmal die große Bühne und performt unter tosendem Applaus, leuchtenden Armbändern und Feuerwerk „Every Tardrop is a Waterfall“ als Abschlusslied.

Coldplay haben sich wieder einmal selbst übertroffen und begeistern das Publikum noch mehr als vor ein paar Jahren (z.B. München, 2009). Ein unvergesslicher Abend – nicht zuletzt, weil wir nach dem Konzert geschlagene 1 ½ Stunden nicht aus dem Parkplatz gekommen sind. Aber das ist eine andere Geschichte …

 Fotos: © Münchenticket.de

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