Da hört sich der Punk auf…

Heino startet ein fulminates Comeback: heraus aus den Rentnerstuben hinein in die iPods der jüngeren Generation. Wie er das gemacht hat? Er covert die Hits der bekanntesten deutschen Punker und Rocker. Und das klingt gar nicht mal so schlecht.

Who the f**k is Heino?

Eigentlich ein Volksmusikbarde, der mit Hits wie „Blau, blau blüht der Enzian“ auf sich aufmerksam machte und oft durch Kollegen parodiert wurde. Eine der bekanntesten Parodien stammt aus Otto – Der Film, wo untote Heino-Zombies das Lied „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ zum besten geben. Lange war es still um den Musiker mit der markantem Sonnenbrille. Nun ist er wieder da.

Mit freundlichen Grüßen

Mit Covers der bekanntesten deutschen Bands meldet sich Heino auf seinem neuen Album „Mit freundlichen Grüßen“ lautstark zurück. Auf der Platte finden sich zB: „Haus am See – Peter Fox“, „Junge – Die Ärzte“,  „Ein Kompliment – Sportfreunde Stiller“, „Sonne – Rammstein“, „Oomph – Augen“ und sogar „MfG – Fanta 4“. Eine ansprechende Auswahl, die sicher ein anderes Publikum ansprechen soll, als die bisherigen Heino-Schwärmer.

Aber warum ist das was besonderes? Heino hat die Schöpfer der musikalischen Werke nicht gefragt und einfach gecovert. Das darf er auch – so lange Text und Melodie nicht verändert wird. „Ok, wenn juckts?“ würde man vielleicht fragen – doch die Elite der deutschen Musikindustrie ist mächtig angepisst.

© www.heino.de

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Da hört sich der Punk auf

Gerade die Bands, die ansonsten nicht müde werden, zu betonen wie tolerant sie sind und wie sehr sie die Freiheit der Kunst schätzen, zeigen sich nun ganz schön konservativ. Aus verschiedenen Medienberichten hört man zum Beispiel, dass Oomph gerade prüfen lässt, ob Heino gegen Urheberschutzrichtlinien verstoßen hat und will dann ggf. klagen. Die Band schiebt ihrem Verhalten die angebliche „Landser Romatik“ in so machem Heino-Liedgut vor. Rammstein könne angeblich „bis zum Erbrechen kotzen“ – hat dies aber bereits wieder revidiert. Und auch die Ärzte sollen dem Neo-Rocker mit einer Schadenersatz-Klage im sechsstelligen Bereich gedroht haben, sollte er sein bereits produziertes Musik-Video zu „Junge“ veröffentlichen.

Heino selbst, lässt dazu mitteilen: Er möchte den Kollegen, die ihn jahrelang veräppelt haben, einfach mal einen Spiegel vorhalten. Sein Album sei aber gleichzeitig als Hommage an die deutsche Rock- und Pop-Musik zu verstehen. Wenigstens Marius Müller-Westernhagen beweißt – dessen Lied „Willenlos“ Heino covert – dass es nicht nur spießige Musiker in Deutschland gibt. Er kommentiert die Angelegenheit deutlich entspannter: „Dies ist ein freies Land. Singe, wem Gesang gegeben ..“

Und falls der Rocker-Krieg um Heino nur ein PR-Gag ist, muss man dem alten Herrn umso mehr Respekt erweisen und zu dieser Kampagne gratulieren.

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