Django Unchained

(c) www.djangounchained.de

Wir haben uns das neue Werk von Quentin Tarantino angesehen.

Der Sklave Django wird vom Kopfgeldjäger Dr. King Schultz frei gekauft und von diesem ebenfalls zum Kopfgeldjäger ausgebildet. Gemeinsam versuchen sie, Djangos Frau Broomhilda, welche sich auf der berühmten Baumwollplantage „Candyland“ aufhält, zu finden und zu befreien. Das Hindernis, das es dabei zu überwinden gilt, ist der skrupellose Besitzer von Candyland: Calvin Candie.

Hintergrundinfos

Schon zu Beginn hat Tarantino tief in der Filmkiste gegraben: Der Film startet mit dem alten Columbia Logo aus den 70er Jahren und auch die Opening Credits sind im Spaghettiwestern-Stil gehalten, während der Titelsong des originalen Django-Filmes spielt.

Bei den Dreharbeiten kam es zu zwei ungewollten Vorfällen, die sich später positiv auf den Film auswirkten:

Beim Reittraining fällt Christoph Waltz vom Pferd und verletzt sich, wodurch er für einige Zeit nicht reiten darf. Aus diesem Grund entschied man sich für die Zahnarztkutsche mit dem „Wackelzahn“ auf dem Dach, welcher für einige Lacher sorgte.

Leonardo DiCaprio muss bei der Dinner-Szene in seinem Haus bei mehreren Takes mit der Hand auf den Tisch schlagen. Bei einem Take erwischt er aus Versehen ein Glas, welches auf dem Tisch steht. Seine Hand fängt an zu bluten, doch er und auch seine Schauspielkollegen bleiben in ihrer Rolle und spielen die Szene souverän zu Ende. Die Aufnahme schafft es in den Film.

Kritik

Als verkündet wurde, dass Jamie Foxx die Rolle des Django übernehmen wird, stößt dies auf wenig Begeisterung in den Medien und auch bei vielen Fans. Er spielt die Rolle jedoch sehr authentisch und ich kann mir keine bessere Wahl vorstellen.

Christoph Waltz, dessen Rolle ihm auf den Leib geschrieben wurde, spielt den moralischen Aspekt des Films. Obwohl er ein Kopfgeldjäger ist, ist er den brutalen Umgang mit Sklaven nicht gewöhnt und kann damit nicht umgehen.
Während des Filmes erkennt man deutlich die unterschiedliche Verteilung der „Kräfte“. Zuerst war Dr. Schultz Djangos Mentor und bildet ihn zu dem aus, was er später ist, doch sobald sie nach Mississippi kommen, verändert sich das Kräfteverhältnis – sie sind nun in Djangos Welt. Waltz spielt seine Rolle wieder einmal brillant und seine Dialoge sind herrlich. Zurecht wurde er wieder für einen Oscar nominiert (zum zweiten Mal für einen Tarantino-Film).

Leonardo DiCaprio spielt zum ersten Mal einen richtigen Bösewicht. Er wirkt einerseits wie ein kleines Kind, das an zu viel Macht gekommen ist, ist auf der anderen Seite aber auch schwer zu durchschauen. Die Plantage langweilt ihn, weswegen er sich für Mandingo-Kämpfe, in denen Sklaven zu seiner Unterhaltung bis zum Tode gegeneinander kämpfen, begeistert.

Samuel L. Jackson ist als Haussklave hervorragend. Er ist der eigentliche Kopf von Candyland und ist auch nicht so gebrechlich wie es zunächst scheint. Ist er mit Candie allein in einem Raum, wird ersichtlich, wer eigentlich das Sagen hat.

Es ist zweifelsohne der lustigste Film von Quentin Tarnatino. Die Balance zwischen Situationskomik und Brutalität wurde perfekt gewählt. Vor allem Waltz trägt einen großen Teil zum Humor bei. Die Brutalität kommt natürlich auch nicht zu kurz. Die Mandingo- und die Hundeszene waren in der ersten Fassung noch schlimmer. Tarantino bemerkte allerdings, dass die Zuschauer danach zu traumatisiert und nicht mehr offen für den Rest des Films waren. Aus diesem Grund entschied er sich, die Szenen etwas zurückzuschrauben. Aber keine Sorge, es geht trotzdem ordentlich zur Sache.

Der Film ist mit 2 Stunden und 45 Minuten keine Minute zu lang. Im Gegenteil, da ich das Drehbuch teilweise gelesen habe, habe ich ein paar markante Szenen vermisst. Allein schon die Einführung von Calvin Candie wäre hervorragend gewesen. Es wird allerdings ein Comicband erscheinen, welcher genau solche Szenen enthalten wird.

Die Musik zum Film wurde sensationell ausgewählt. Klassische Westernsongs, aber auch Hip Hop-Tracks und Oldies finden auf dem Soundtrack ihren Platz.
Auf der erhältlichen CD hört man die einzelnen Lieder sogar so, also ob sie über einen Plattenspieler abgespielt werden.

Fazit

Quentin Tarantino hat mit Django Unchained ein neues Meisterwerk geschaffen und es ist meiner Meinung nach einer der besten Filme, wenn nicht der Beste, den ich je gesehen habe.

Unsere Bewertung

10 Gesamt

Ein Meisterwerk!

  • ERGO sagt:

    da gibts ja auch schon eine glanzvolle django-kritik. hab sie gerade erst entdeckt.

    ich bin ganz deiner meinung … jede einzelne zwiebel ist verdient!
    ich fand leonardo auch großartig. eine gelungene neue schauspielerische facette von ihm.

    go for oscar quentin!!!

  • Lukas sagt:

    Der Film ist nicht schlecht – Waltz, Fox und Samuel L. Jackson spielen sensaoinell – Di Caprio enttäusch eher meiner Meinung nach! Und mit 2 h 45 Minuten ist der Film denke ich doch zu lange – gerade im Mittelteil zieht sich der Film unnötig in die Länge! Die Originalfassung ist natürlich perfekt!

    Ist eine rein subjektive Meinung – Waltz überstrahlt ein wenig den rest denke ich!

    Dennoch ein guter Film – vom besten aller Zeiten (bzw. gesehenen) zu sprechen scheint mir dennoch etwas überieben ;)

    • Lukas sagt:

      Mit Originalfassung meine ich nat. die Fassung im Originalton!

      • Max Power sagt:

        Tarantino trifft grundsätzlich meinen Geschmack. In meinen Top 10 Filmen, wäre wahrscheinlich die Hälfte von ihm. Wer mich kennt, wäre von dieser Aussage nicht überrascht… Es wundert mich, dass dir DiCaprio nicht gefallen hat. Ich fand ihn sensationell.

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