40 Tage ohne Facebook

Der Anfang

Bei unserer letzten Redaktionssitzung sprachen wir über zukünftige Artikel. Natürlich kam auch die bevorstehende Fastenzeit zur Sprache. Wir hatten eine lustige Debatte, wer von uns was fasten könnte. Als jemand vorschlug, einer von uns könnte 40 Tage lang auf Facebook verzichten, riss ich meine Klappe ziemlich weit auf: „Also das wäre für mich keine allzu große Strafe…ich bin nicht so Facebook-Süchtig wie manch andere bei uns im Team.“ Das war der Ursprung allen Übels: Ich wurde dazu verdammt diese Herausforderung anzunehmen.

Anfangs noch ganz zuversichtlich, wurde ich nach wenigen Minuten bereits nervös. Als ich darüber nachdachte, wie oft ich tatsächlich in diesem sozialen Netzwerk herumstöbere, wurde mir bewusst, dass das gar nicht selten ist. Mein morgendliches Ritual: Ich dusche, mache mir einen Kaffee und gehe eine Zigarette rauchen. Währenddessen surfe ich auf Facebook. Was mache ich nun die nächsten 40 Tage während meiner Morgenzigarette?!

Jeder, der mich kennt, weiß, wie skeptisch ich Veränderungen gegenüber stehe, seien sie auch noch so klein. Seit der besagten Redaktionssitzung am Sonntag kreisen meine Gedanken ständig um dieses Experiment. Man kann kaum glauben, wie sehr es mich beschäftigt. Es ist ja allgemein bekannt: Man möchte immer das haben, was man nicht haben kann. Dem zur Folge MÖCHTE ICH MICH AUF FACEBOOK EINLOGGEN WANN IMMER ICH WILL!!!!!!!!
Entschuldigt diesen kurzen Aussetzer – es geht schon los.

Der Sinn

Den Sinn der ganzen Sache habe ich selber noch nicht ganz durchschaut. Eigentlich möchte ich nur beweisen (wenn auch nur mir selbst), dass ich nicht „süchtig“ nach Facebook bin.
Experimente, die im Fernseher ständig laufen, bei denen bestimmte Personen auf ihr Smartphone oder auch nur auf Facebook verzichten müssen, belächelte ich immer nur. Ich dachte: „Wie kann man denn nur so abhängig von einer elektronischen Cyberwelt sein?“ Doch: Ich befürchte, auch ich bin es. Wieso macht mich die Aussicht auf dieses Experiment denn sonst so nervös?

Die Zukunft

Bestimmt denken einige von euch: „Was macht die denn für ein Theater?“ Und ihr habt Recht. Ich werde mich zusammen reißen und das Experiment durchziehen.
Ich werde jeden Tag dokumentieren, wie mich der Verzicht auf Facebook beeinflusst – vielleicht verändert es ja auch meinen Tagesablauf? Wohl kaum, aber bestimmt wird es sich irgendwie bemerkbar machen. Alle 5 Tage wird hier ein Artikel erscheinen, in dem ihr lesen könnt, was mir ohne Facebook alles so durch den Kopf geht.

Und jetzt: Ich nutze die letzten Stunden mit Facebook und informiere meine Freunde – ob es sie interessiert oder nicht – dass ich die nächsten 40 Tage nicht auf Facebook anzutreffen bin.
Schritt 1 vor dem Schlafen gehen: Das Löschen meiner Facebook-App…

 

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