40 Tage ohne Facebook – Dritter Lagebericht

Tage 13 – 18

Weitere sechs Tage ohne Facebook und es geht mir blendend. Facebook vermisse ich nur noch sehr selten. Genauer gesagt beruhigt es mich innerlich sogar, nicht noch auf einem weiteren Portal nachschauen zu müssen, ob mir irgendwer irgendwelche wichtigen oder weniger wichtigen Nachrichten zukommen ließ. Ich habe ein Telefon mit SMS-Funktion, bin auf WhatsApp zu finden, habe eine private Emailadresse, eine geschäftliche Emailadresse, eine LM-Emailadresse, wohne in einem Haus, das noch ein Festnetztelefon besitzt und habe demzufolge einen festen Wohnsitz. Leute, die mich kennen, haben mehr als genügend Möglichkeiten mich zu kontaktieren.

Es ist mir natürlich bewusst, dass Facebook den meisten Menschen nicht dazu dient, wichtige Informationen mit ihren Liebsten auszutauschen, sondern eher als Beschäftigung für banale Lustigkeiten und Kurzinfos. Die einzige Person, die ich kenne, für die Facebook wirklich nützlich und bereichernd ist, ist meine Mum. Da sie in Irland aufgewachsen und zur Schule gegangen ist und in England studiert hat, sind die meisten Personen aus ihrem früheren Umfeld nicht in ihrer direkten Nachbarschaft. Facebook hat es ihr ermöglicht, mit vielen früheren Freunden, Schul- und Studienkollegen wieder Kontakt aufzunehmen und an ihrem heutigen Leben teilzuhaben. Diese Möglichkeit finde ich absolut toll und auf jeden Fall eine Bereicherung für viele Menschen.
Auch meine Freundin Connie ist nicht in Vorarlberg aufgewachsen und kann so den Kontakt zu ihrer Familie und ihren Freunden halten.

Für viele Menschen in meinem Umfeld, wie auch für mich, ist Facebook eine reine Beschäftigung, die nur wenig mit dem Finden von alten Freunden zu tun hat. Natürlich ist man mit ehemaligen Schulkollegen befreundet und auch mit Menschen, die man nicht jeden Tag sieht. Aber entsteht dadurch eine festere Bindung, weil ich weiß, wann XY was isst und wie es aussieht? Wohl kaum…

Ich will hier natürlich nicht die besserwissende Klugscheißerin spielen. Natürlich mag auch ich Facebook und verbringe dort  gerne Zeit. Vermutlich werde ich mich nach meinem Fasten auch nicht abmelden (welch Wunder …). Trotzdem hat das Verzichten auf Facebook meinen Tagesablauf natürlich nicht verändert und auch meine Freunde sind noch immer für mich da. Es ist einfach interessant zu sehen, was die Menschen, die man kennt, so machen und was ihnen so gefällt. Man findet ja auch eine Vielzahl an neuen Ideen für Ausflüge, Urlaube, Bastelaktivitäten, Bücher, Filme etc. Auch interessante Neuigkeiten bleiben nicht aus, wenn man auf seiner Startseite stöbert. Natürlich ist, wie immer, nicht alles schlecht.

Was mir aber natürlich dabei geholfen hat, dass ich nicht jede Minute an Facebook denke, sind viele verschiedene Alternativen. Da ich nicht auf mein iPhone verzichte, ist dies mein ständiger Begleiter. Wer mich nicht jetzt schon für verrückt hält, tut es spätestens jetzt: Ich habe ein virtuelles Haustier. Besser gesagt mittlerweile vier. Drei davon sind bereits erwachsen und können schon auf eigenen Beinen stehen – ich habe also meine „Mutter“qualitäten auf jeden Fall schon mal bewiesen. Pauli, Janosch und Spikey machen bereits ihre eigenen Erfahrungen auf der großen weiten Welt. Tim ist mein Jüngster und wird von mir noch liebevoll großgezogen. Er braucht Liebe, Futter und Sauberkeit. Er ist zwar relativ pflegeleicht und muss nicht allzuoft sauber gemacht und gefüttert werden, aber um ihm eine unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen, muss ich natürlich arbeiten gehen. Das Spiel „Nominator“ in der App Bonzii (Apple/Android) ermöglicht es mir, Kiwis zu verdienen, mit denen ich dann Futter für meine Tierchen kaufen kann. Dieses Spiel hat einen enormen Suchtfaktor – ich hätte also gar keine Zeit mehr für Facebook!

Zusammenfassend heißt das für mich, ich muss mich in meinen freien Minuten einfach nur beschäftigen. Wenn nicht Facebook, dann etwas Anderes. Facebook ist reiner Zeitvertreib, den ich anderweitig kompensieren konnte. Es läuft also gut bei mir … ihr werdet vermutlich innerhalb der nächsten 20 Tage nicht zu lesen bekommen, dass ich aufgegeben habe. Solange ich Tim und seine Geschwister habe sowieso nicht…

 

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