Weißer Rauch: Der neue Papst steht fest!

Habemus Papam – wir haben einen Papst: Der 76-jährige Argentinier Jorge Mario Bergoglio – Francesco I. ist das neue Oberhaupt der katholischen Kirche.

Eine Stunde nach dem Aufsteigen des weißen Rauchs wurde sein Name bekannt gegeben. Er ist der erste nicht-europäische Papst, der erste lateinamerikanische Papst und der erste Papst mit dem Namen „Francesco“. Doch wie läuft so eine Wahl ab und was sind eigentlich die Aufgaben eines Papstes?

Die Wahl

Das Konklave, eine Versammlung aller Kardinäle, wählt den neuen Papst. Die Wahl erfolgt in schriftlicher und geheimer Form und darf von keinem der Teilnehmer öffentlich erläutert werden. Zu Beginn der Wahl legen die Kardinäle einen Eid ab, der sie zur Geheimhaltung verpflichtet. Die Wähler werden so lange von der Außenwelt abgeschottet, bis sie sich auf einen Kandidaten geeinigt haben. Internet, Telefon, Fernsehen, Radio, Post oder Zeitungen sind nicht erlaubt. Zum Papst kann jeder männliche und getaufte Katholik gewählt werden, der Kardinal ist.

Nach einer heiligen Messe im Petersdom und dessen anschließender Schließung, wird am ersten Tag nur ein Wahlgang abgehalten, danach für gewöhnlich zwei vormittags und zwei nachmittags. Für eine gültige Wahl wird eine Zweidrittelmehrheit benötigt. Nach dem 34. Wahlgang ist es seit 2007 erlaubt eine Stichwahl zwischen den beiden bis dato führenden Kardinälen vorzunehmen, wobei diese ihr aktives Stimmrecht verlieren. Auch bei dieser Stichwahl ist weiterhin eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.

Nach der Wahl wird der zukünftige Papst gefragt, ob er die Wahl annehmen möchte und auch, welchen Namen er zukünftig tragen möchte. Die Wahlzettel eines ergebnislosen Wahlgangs werden alter Tradition zur Folge mit nassem Stroh verbrannt, so dass der von außen sichtbare Rauch schwarz ist. War die Wahl erfolgreich, werden die Stimmzettel mit trockenem Stroh verbrannt, so dass weißer Rauch aufsteigt. Da die Rauchzeichen nicht immer eindeutig erkennbar waren, werden den Wahlzetteln heute oft Chemikalien hinzugefügt, die für schwarzen bzw. weißen Rauch sorgen. Anschließend wird die Kapelle wieder geöffnet und die Glocken des Petersdoms geläutet.

Die „papstfreie Zeit“, in der für einen verstorbenen oder zurückgetretenen Amtsinhaber noch kein Nachfolger bestimmt ist, nennt man Sedisvakanz. Während dieser Zeit wird die Leitung der Kirche durch das Kardinalskollegium wahrgenommen. Die Hauptaufgabe liegt bei der Vorbereitung der Papstwahl.

Die Aufgaben eines Papstes

Die Hauptaufgabe eines Papstes ist die Leitung der Gesamtkirche.

Der erste Arbeitstermin an einem Tag ist um 07:30 Uhr die Messe in der päpstlichen Privatkapelle. Zwischen 11:00 und 13:00 Uhr werden für gewöhnlich Audienzen mit Bischöfen, Kardinälen, Staatsoberhäuptern und Politikern abgehalten. Nach einer kurzen Ruhepause nach dem Mittagessen, sitzt der Papst an seinem Schreibtisch und arbeitet Reden aus, bereitet zukünftige Dokumente wie Enzykliken (Rundschreiben an die Bischöfe) vor und trifft sich abermals mit Kardinälen und Bischöfen. Grundsätzlich hängt die Tagesgestaltung natürlich von der jeweiligen Person ab und kann nicht verallgemeinert werden. Wie viel ein Papst tatsächlich jeden Tag zu tun hat ist leider nicht genauer bekannt.

Zusätzlich ist der Papst das Oberhaupt des Vatikan Staates (gesetzgeberische, rechtsprecherische und ausführende Gewalt).

Amtszeit

Francesco I. wurde auf Lebenszeit zum Papst gewählt. Benedikt XVI. ist erst der zweite Papst, der zu seinen Lebzeiten aus eigenem Willen sein Amt niederlegt. Er sei „zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.“ Wir sind gespannt, ob Francesco I. mit seinem Alter und seinen Kräften bis zu seinem Lebensende im Stande ist, sein Amt auszuüben.

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