Bromantik mit Mumford & Sons im Zenith, München

Die Anfahrt

Unsere heutige Konzert-Truppe war auch letztes Jahr auf dem Open Air St. Gallen. Dort kamen wir in den Genuss, Mumford & Sons aus der ersten Reihe zum ersten Mal live spielen zu sehen. Das Konzert war für uns alle – nicht zuletzt auch wegen dem großen Finale gemeinsam mit drei anderen Bands – das absolute Highlight des gesamten Festivals. Deshalb war für uns klar, dass wir bald wieder ein Konzert unserer „Mumfies“ sehen mussten.

Wir trafen uns gestern um 13 Uhr, um in Ruhe Mittag zu essen und dann loszufahren. Während des Essens stellen wir uns plötzlich die Frage, was wir denn schon so früh in München machen sollen. Wir entschieden uns, die Fahrt gemütlich zu gestalten und bei einem McCafe eine Pause zu machen. Da wir zu sechst waren, mussten wir mit zwei Autos fahren. Unsere Navi-besitzenden Freunde fuhren vor. Als ein Redaktions-Mitglied nach ca. 15 Minuten schon auf die Toilette musste und wir dem Navi-Auto Bescheid gaben, dass wir bei der nächsten Raststation halten müssten, waren wir doch sehr verwundert, als Herr T. an der nächsten Toilettenmöglichkeit (einem McDonalds) vorbeifuhr. An der nächsten Raststätte gab es keine Toilette, deshalb vergingen noch einmal ca. 30 Minuten, bis wir endlich eine Toilettenanlage gefunden hatten. Nach einer kurzen Rauchpause ging es dann auch schon weiter.

Nächste Station: McCafe! Dachten zumindest wir. Unsere Navigatoren hatten unser Gespräch beim Mittagessen wohl vergessen, denn wir fuhren insgesamt an sechs McDonalds-Lokalen vorbei ohne Halt zu machen – nächste Station: Zenith in München. Dort standen sogar schon ein paar Menschen – zuerst dachten wir, es sei eine Bankomat-Schlange, es stellte sich dann doch heraus, dass das sehr hartnäckige Fans waren. Nach kurzer Absprache, was wir mit unserer übrigen Zeit machen sollten, einigten wir uns auf einen Kaffeeklatsch im Maci. Doch irgendwie hatte das Navigationssystem die Anweisung „nächster McDonalds“ nicht richtig verstanden – wir irrten ca. eine dreiviertel Stunde im Auto durch die Innenstadt. Als wir endlich eine Niederlassung der Fastfood-Kette gefunden hatten, gab es nur noch einen Parkplatz. Also beschlossen wir, wieder zurück Richtung Veranstaltungsort zu fahren, dort in der Nähe hatten wir nämlich einen McDonalds gesichtet. Den fanden wir nicht mehr, dafür aber den kleinsten Maci in München – ohne Kaffee und ohne Eis! „Gut“ gestärkt und gelaunt fuhren wir zurück zum Zenith und stellten uns brav in die mittlerweile schon lange Schlange. Dank des tollen Gesangs unserer männlichen Begleiter („P-p-p-powerrrrrr“ und „Bang Bang Bangidibang“) kam uns die Wartezeit im leichten Regen nicht allzu lange vor.

Mumford & Sons, Schlange

Das Konzert

Endlich drinnen angekommen bemerkten wir die Absperrung des vermeintlichen VIP-Bereichs. Fräulein K. ließ sich aber nicht entmutigen und fragte einen Security, ob wir dort auch rein dürften. Er sagte, dass sei kein Problem, solange er noch genügend orange Bändel hätte. Wir folgten blitzschnell K.’s Winkzeichen und beglückwünschten uns selbst zu unserer Gerissenheit.

Die erste Vorband begann ziemlich pünktlich: Jesse Quinn, ein Mann mit Gitarre, spielte sehr ruhige Songs. Das Publikum war trotzdem zufrieden. Als aber plötzlich Marcus Mumford zu ihm auf die Bühne kam, tobte die Menge. Er sang ein paar Stücke mit ihm, danach wurde die Bühne für die zweite Vorband geräumt. Die beiden Frauen von Deap Vally waren das perfekte Pendant zur romantischen, 2007 gegründeten, Männerband. Während sich die Hardrock-Songs nach zwei Nummern immer ähnlicher wurden und wir uns auch sicher sein konnten, dass „Munich such a beautiful City“ ist, zog das Outfit der Schlagzeugerin vor allem die männliche Publikumshälfte in ihren Bann. Die beiden Damen waren mit Leidenschaft bei der Sache und ihre Songs auch nicht schlecht, aber wir hatten genug gehört.

Der Umbau für die Grammy-nominierte Band aus London zog sich etwas. Doch endlich – das Licht geht aus. Irgendwas bewegt sich auf der Bühne! Endlich: Mumford & Sons eröffneten vor knapp 6.000 Besuchern mit Babel – einem ihrer kräftigsten Songs – das Konzert. Teilweise wurden sie sogar von dem sehr textsicheren Publikum übertönt. Ich stellte schmunzelnd fest, mit wie viel Inbrunst auch die männlichen Zuseher die Zeilen über die Liebe und das Leben raus schmettern. Bromantik pur.

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Das Bühnenbild mit den Glühbirnen an der Decke erinnert stark an das Set aus dem Musikvideo zu Little Lion Man. Als dieses Lied gespielt wurde, gingen auch zum ersten Mal die Lichter an. Es folgten nahezu alle Hits wie I will Wait, Lover of the Light, White Blank Page, Winter Winds.

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Die britischen Musiker legten eine Leidenschaft an den Tag, wie man sie selten zu sehen bekommt. Es schien auch so, dass jedes Mitglied zumindest drei Instrumente perfekt beherrscht. Marcus Mumford sang, spielte Gitarre und bediente gleichzeitig mit seinem Fuß eine Trommel. Später hat er sich am Schlagzeug völlig verausgabt. Ich hatte immer wieder das Kindergeburtstagsspiel „Die Reise nach Jerusalem“ im Kopf, da es manchmal so wirkte, als schnappte sich jeder einfach das nächste freie Instrument.

Nachdem fast beide Alben komplett durchgespielt wurden, fand das Konzert mit The Cave seinen krönenden Abschluss.

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Die Heimreise

Auf der Heimfahrt hält sich unser Fahrer wach, indem er das Album Babel mehr als zwei mal durchhörte und dabei ununterbrochen mitsang. Trotzdem konnten wir anderen dabei schlafen.

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Das Fazit

Die Meinung über das Konzert war geteilt: Fräulein K. und ich fanden das Konzert am Open Air besser, für die Herren M. und M. war es das genialste Konzert seit Ewigkeiten. In zwei Dingen waren wir uns aber alle einig: Das Konzert war ein sehr gutes und die Passion, mit der die Mumfies ihre Konzerte geben, schwappt auf das gesamte Publikum über!

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2 Kommentare

  • ER GO sagt:

    … aaah beneidenswert! die herren hätt ich auch gern mal gesehn. tolle fotos, toller bericht … hab richtig mitgefiebert ob ihr es am ende schafft einen maci zu finden, aber zum glück hats noch geklappt! hehe

    • Cornelia Bachträgl sagt:

      Ich kann es dir auch nur ans Herz legen, einmal ein Mumfie-Konzert gesehen zu haben! Sie sind wirklich ganz extrem leidenschaftliche Musiker.

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