Das Bienensterben betrifft uns alle!

Ein Beitrag von: Andrea Karoline Bachträgl, Dipl.- Päd. für Ernährung, Dipl.- Energetikerin, Organisatorin des Gesundheits- und Energiestammtisches Thannhausen

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Andrea Karoline Bachträgl, Dipl.- Päd. für Ernährung, Organisatorin des des Gesundheits- und Energiestammtisches Thannhausen
www.energiestammtisch.at

Bienen leiden unter industrieller Landwirtschaft

„Ja, den Bienen geht es schlecht!“ sagte Gerti Amplatz, Biobäuerin und Imkerin in der Nähe von Gleisdorf (Oststeiermark) gleich am Anfang unseres letzten Energiestammtisches. Es werden immer weniger, die Sterberate im letzten Jahr ist extrem hoch gewesen. Die Bienen leiden unter den gleichen Umständen wie wir, sie vertragen die Spritz-, Beiz- und Düngemittel nicht und verlieren dadurch auch die Orientierung im Flug. Sie leiden an der schlechten Luft, den Handystrahlen und am vergifteten Wasser, das sie vor allem durch die Aufnahme des Morgentaues von den Pflanzen aufnehmen. Sie leiden unter Stress, weil sie kaum mehr blühende Sommerwiesen, weniger Blütennahrung finden und die Flugstrecken zu lang werden. Ihr natürliches Verhalten ist gestört, sie werden anfälliger für Krankheiten und für die Varroamilbe, die mittlerweile jeder Imker in Österreich kennt.

Herausforderung Bio-Honig

Die steirische Imkerin Gerti Amplatz erzeugt ihren Bio-Honig mit ihren Bienenvölkern in Niederösterreich. Die dort vorhandenen Bioäcker sind größer als bei uns und bieten ein sicheres Umfeld in der Größe der Bienen-Flugstrecken. Früher hatte fast jeder Bauernhof seine eigenen Bienenstöcke und es wurde keine Chemie verwendet! Heute darf man auf natürlichen (unbewirtschafteten) Standorten wegen der „Stechgefahr“ von Wanderern oder Bikern nicht mehr die Bienenkästen aufstellen. Und wenn, dann muss man dafür Miete zahlen. Das finde ich absurd – Bienen und Wildinsekten nutzen jedem, der etwas anbaut.

Damit der Honig giftfrei bleibt, sperren Imker als Vorsichtsmaßnahme ihre Bienenvölker, während Bauern ihr Land spritzen, ein. Aber wie lange schaffen sie das noch? Deshalb fordern ImkerInnen, auch in Zukunft immer von Bauern darüber informiert zu werden, was, wann, wo gespritzt wird.

Mehr als nur Honiglieferanten

Honigbienen, die von Imkern umsorgt und gehegt werden, geht es vergleichsweise gut. Schlechter steht es um Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten. Sie haben kaum noch natürliche Behausungen und finden zu wenig Nahrung. Von uns unbemerkt, bestäuben sie viel mehr Pflanzen als unsere Honigbienen. 70% der Gemüse- und Obstsorten müssen durch Insekten befruchtet werden. Ohne diesen Arbeitsgang könnten viele Bauern keine Früchte mehr ernten und verkaufen. Eine Bestäubung von Hand wie in China wäre notwendig.

Viele Bauern haben die prekäre Situation immer noch nicht erkannt. Auch im Doku-Film „More than Honey“ wird auf die Gefahren der Monokulturen und auf den Ausfall der natürlichen Bestäubung durch Bienen/Insekten hingewiesen. In diesem Film werden Ackerflächen und marode Bienenvölker in Amerika und China gezeigt. Der Zuseher glaubt vielleicht beruhigt: „Bei uns ist das doch anders!“ Aber Europas Ackerflächen sind zu 90% zu Wüsten degradiert. Die Humusschicht ist durch die intensive Landwirtschaft ausgelaugt. Ohne Saatgutbeizung und Kunstdünger wächst fast nichts mehr. Aber wo landen diese Gifte? Am Ende der Nahrungskette stehen wir!

Biene_Bestäubung

Gifte im Honig nachweisbar?

Unser Honig ist mehr als ein Lebensmittel. Er gehört, wie die bestäubenden Insekten, geschützt. Doch das scheint dem Umweltministerium egal zu sein. Dort werden stattdessen die Monokulturen der Maisbauern geschützt! Wie viel Gift können wir und die Umwelt noch vertragen? Die engagierten Imker, die ich bei meinem Energiestammtisch kennenlernte, wünschen sich ein unabhängiges Labor, das den Umweltorganisationen glauben schenkt und das Vorhandensein von Giftstoffen im Honig prüft. Die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) macht das nicht. Ich finde es interessant, wie hier wieder der Kopf in den Sand gesteckt wird! Wofür haben wir Prüfstellen und die Politik? Sie betreiben Lobbyismus, das finde ich gefährlich! Wir müssen jetzt agieren, der Honig ist ein Heilmittel und soll natürlich bleiben. Diesen Ton gibt sogar die Mehrheit der EU vor – und der österreichische Umweltminister Berlakovich ist dagegen. Was für eine Schandtat: zwei weitere Jahren werden wir Giften ausgesetzt!

honigwabe

Leben im Einklang mit der Natur: Eine Utopie?

Die Landwirtschaft braucht die Bienen und die Bienen die Bauern. Die Bauern brauchen uns und wir Konsumenten die Landwirtschaft. Die logische Folgerung ist: Gäbe es mehr Bio-Landwirtschaft ginge es den Bienen, den Bauern und somit uns allen besser. Dies steht aber marktwirtschaftlichen und unternehmerischen Interessen im Weg.

Dabei könnte es die Regierung so einfach regeln: mit dem Verbot aller Unkrautvertilgungsmitteln in den Bau- und Supermärkten, einem Verbot der gefährlichen Chemikalien in der Landwirtschaft und Kampagnen für die Biolandwirtschaft.

Was kann ich beitragen?

Pflanzen Sie Blumen, lassen sie Brennnessel stehen, denn sie sind wertvolle Nahrung für viele Schmetterlingsraupen. Stellen Sie Insektenhotels auf, Vogelnistkästen und saubere Wassergefäße/Miniteiche. Machen sie aus Ihrem Garten einen Bio-Garten und verzichten Sie generell auf Insekten- und Unkrautgifte.

Kaufen Sie Pflanzenraritäten und tragen Sie somit zur Artenvielfalt bei! Die nächste Gelegenheit bietet der Arche Noah Bio-Jungpflanzenmarkt in Götzis (Junker Jonas Schlössle) am 4. Mai von 8 bis 16 Uhr. Neben über 70 verschiedenen Bio-Paprika-, Tomaten-, Salat-, Kohl- und Kürbissorten gibt es dort auch eine unglaubliche Exoten-Vielfalt wie Malabarspinat, Scheibengurken, Knollenziest und viele bunte Kartoffelraritäten! Weitere Infos gibt es im Arche Noah-Netzwerk.

Hier finden Sie 10 gute Tipps, was Sie für Bienen tun können!

Mit Petitionen weisen Umweltorganisationen auf diese Notwendigkeiten hin. Unterschreiben Sie diese und informieren Sie Ihre Freunde und Bekannte über den Bedarf einer umfassenden Biolandwirtschaft.

• Bienensterben: Petition gegen die Giftverwendung an Minister Berlakovich von Greenpeace
   Mehr Infos über das Bienenleben und -sterben: „Bye Bye Biene“
• Saatgutrecht – der neuerste Irrsinn gegen die Artenvielfalt: Petition für nachhaltigeres EU-Saatgutrecht

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