Wie verzerrt ist unsere Selbstwahrnehmung?

Dove Zeichnung 1

Dove hat als erstes Beauty-Unternehmen für seine Werbung weltweit mit ganz normalen Frauen zusammen gearbeitet. Mit dieser Kampagne traf Dove schon 2004 den Nerv der Zeit und konnte den Umsatz im Bereich Körperpflege verdoppeln. Seitdem lässt sich die Tochter von Unilever immer wieder neue Werbestrategien mit diesem Ansatz einfallen.

Unter diesem Aspekt könnte die aktuelle Werbekampagne von Dove entstanden sein. Dove und Ogilvy Brasilien haben den Kriminalzeichner Gil Zamora beauftragt, die Personenbeschreibungen von sieben Frauen zu skizzieren. Jede dieser Frauen hat sich zuerst selbst beschrieben – danach wurde ein zweites Bild der selben Frau anhand der Beschreibung völlig fremder Personen gezeichnet.

In diesem Video wird die Entstehung der Zeichnungen gezeigt:

 

Ältere Dove-Kampagnen

dove_2006

2006 zeigte Dove in einem Video, wie aus einer normalen Frau ein Topmodel wird: mit ganz viel Make-Up und nachträglicher Bildbearbeitung.

Auf der Seite initiativefuerwahreschoenheit.de hat man eine zeitlang Kundinnen aufgefordert, über Schönheit zu diskutieren.

Dove startet "Initiative für wahre Schönheit"!

Im selben Jahr wurde sogar ein Trojaner im Netz verteilt: Das Photoshop-Plugin sollte eigentlich Hauttöne verschönern, in Wahrheit wurden die Bearbeitungsschritte rückgängig gemacht:

2007 warnt Dove mit diesem Video vor dem Schönheitswahn, der auch vor Kindern nicht Halt macht:

Die Agentur Ogilvy hat 2008 diese Kampagnen für den österreichischen Markt entwickelt:

dove_2008_at

Eine Portion Selbstvertrauen, bitte!

Die Unterschiede in den Phantomzeichnungen der aktuellen Dove-Kampagne sind verblüffend, wenn auch nicht überraschend. Ein ähnliches Ergebnis erzielte die Studie einer Frauenzeitschrift: Die Teilnehmerinnen wurden fotografiert und das unbearbeitete Original wurde neben zwei retuschierte Fotos gestellt – das eine zeigte ein dickeres „Ich“, das andere eine abgemärgelte Version. Keine der Frauen konnte sich auf der unveränderten Fotografie wiederfinden – bis auf eine schätzten sich alle Testpersonen dicker ein.

Jede Frau ist gegenüber sich selbst der größte Kritiker. Wir sehen selten über eigene Makel hinweg und glauben, jeder andere könnte diese ebenfalls sehen. Es täte uns allen gut, Komplimente anzunehmen anstatt sie herunterzuspielen.

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