Kritik: Das hält kein Jahr!

Nat (Rose Byrne) und Josh (Rafe Spall) haben sich Kopf über Hals ineinander verliebt. Obwohl sich die zielstrebige Karrierefrau in allen Bereichen vom inspirationslosen Buchautor unterscheidet, ist den beiden von Anfang klar, dass sie zusammengehören. Warum also Zeit verschwenden? Nach wenigen Monaten wird geheiratet. Was ihre Freunde schon bei der Hochzeit prophezeien, merkt das grundverschiedene Paar nach neun Monaten: Sie passen einfach nicht zusammen.

Nachdem die Karten auf dem Tisch liegen, gehen sie zu einer Eheberaterin. Selbst mitten in einer Scheidung steckend empfiehlt diese Nat und Josh wenigstens noch das Jahr miteinander auszuhalten – es klingt einfach besser, wenn man sich nach einem Jahr statt bereits nach neun Monaten getrennt hat. Sie halten durch und bei der Feier ihres einjährigen Jubiläums ändert sich schlagartig alles …

Im Regiedebüt von Dan Mazer (Autor und Produzent von Kult-Hits wie Da Ali G Show und Borat), wird eine Unmenge an Sprüchen, für die das Wort „Fremdschämen“ wohl gemacht wurde, raus geknallt. Hätte man diese Art von Gags auf Joshs besten Freund Danny (Stephen Merchant, bekannt aus The Office) beschränkt, wäre alles gut. Die etwas geschmacklosen Witze lassen sich aber auch auf schlecht übersetzten britischen Humor zurückführen. Trotzdem, es sind einige große Lacher dabei.

Rose Byrne fiel mir in Damages vor Jahren positiv auf. In Brautalarm und Männertrip hat sie mich davon überzeugt, dass sie nicht nur die nachdenkliche, düstere Rolle der Ellen Parsons verkörpern kann. Doch was ich heute gesehen habe, hat mir – rein optisch – gar nicht gefallen. Die gebürtige Australiern ist spindeldürr. Auch wenn sie im Film von diversen Männern oft für ihr Aussehen gelobt wird, scheint ihr kein Kleid so richtig zu passen.

Der Scary Movie-Darstellerin Anna Faris gönne ich die etwas ernsthaftere Rolle. Doch leider musste ich mich während des gesamten Films über ihre Lippen wundern – ist da eine Schönheitsoperation missglückt? Ok, das hat nichts mit der Schauspielerischen Leistung zu tun, die war in Ordnung.

Fazit

Der Film, den Mazer gemeinsam mit den Erfolgsproduzenten von britischen Liebeskomödien wie Notting Hill oder Bridget Jones gemacht hat, hätte durchaus das Potenzial für eine gute Geschichte. Leider wurde der Fokus auf „Unter der Gürtellinie“-Gags à la Ali G gelegt – etwas mehr Bridget Jones hätte mir mehr zugesagt. Was dem Film aber den Rest gibt, ist das absolut realitätsfremde Ende – so verhält sich niemand, auch wenn man sich im Guten trennt.

Das hält kein Jahr ist durchaus anzusehen, aber vielleicht wartet man besser auf den DVD-Release. Andererseits kann man sich diese Liebeskomödie aufgrund der seichten Witze problemlos mit seinem Freund ansehen.

Unsere Bewertung

5 Gesamt

Fängt gut an, wird aber von Minute zu Minute schlechter.

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