Rettet das Gsi: Gruammat Heiba

Unser heutiger Ausdruck kommt aus der zweitkleinsten Gemeinde Vorarlbergs: Warth (ca. 160 Einwohner).

Das Wort Grummet als Hauptform für „zweite Mahd“ ist aus dem mittelhochdeutschen Wort „gruonmât“ entstanden, seit dem 13. Jh. nachzuweisen und wird als Ersatz zu Heu verwendet, dessen Bedeutung sich auf den ersten Schnitt einengt. Der zweite Schnitt, der meist im Hochsommer erfolgt, und auch dessen Ernte, heißt allgemeindeutsch Grummet.
Der erste Bestandteil wird etymologisch zunächst auf „grün“ bezogen, vielleicht weil zunehmend auch anderes Grünfutter wie Nachsaaten gemäht wurde, geht aber auf einen gemeingermanischen Stamm *grō- „wachsen“ zurück, der sowohl „grün“ und „Gras“ zugrunde liegt, wie auch dem Englischen „grain“ für „Getreide“.

Der zweite Bestandteil bedeutet ganz einfach „Mahd“, also das Mähen einer Wiese. Zusammengesetzt und wörtlich übersetzt bedeutet der erste Teil unseres gesuchten Ausdrucks also „grüne Mahd“.

Das zweite Wort Heiba bedeutet ganz einfach und kurz gesagt „heuen“ und ist auch heute in Vorarlberg und weiten Teilen Süddeutschlands gebräuchlich.

Gruammat Heiba ist auf Hochdeutsch also: das Heuen der zweiten Mahd.

 

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