Passenger im Tennis Event Center

Ein Mann und seine Gitarre

Das war das Motto des Abends. Mike Rosenberg alias Passenger überzeugte mit Charme, Witz und Persönlichkeit. Bei über 30 °C war es für ihn und auch für das Publikum kein Zuckerschlecken den Abend mit einer so großen Menschenmenge in dieser Halle zu verbringen. Und trotzdem hat die Hitze der Stimmung keinen Abbruch getan!

Zu Beginn betrat die Vorband, oder besser gesagt der Vormann, die Bühne – der Australier Stu Larsen trat ebenfalls nur mit seiner Gitarre auf. Mit seiner tollen Stimme zog er die Menge sofort in seinen Bann und präsentierte seine Lieder mit tollen Texten und eingängigen Melodien. Spätestens als er den Hit „Fix You“ von Coldplay coverte, hatte er auch die letzten Kritiker überzeugt.

Als Mike Rosenberg die Bühne betrat, wurde die Stimmung allerdings schlagartig anders. Er erzählte uns witzige Geschichten von seinem Auftritt beim Novarock („I have no idea why they asked me to play at the Novarock Festival.“), machte Witze über seine Hobbit-Füße und hatte zu jedem Lied einen Schwank aus seinem Leben parat.

Zu Beginn spielte er hauptsächlich ruhige Songs und bedankte sich jedes Mal, dass wir so leise waren. Generell war das gesamte Konzert so ruhig, dass es schon fast peinlich war, wenn das Handy klingelte. Nicht zuletzt auch deswegen, weil Mike Rosenberg selbst offensichtlich kein so großer Fan von Smartphones ist. Er erzählte, dass es ihm oft schwer fiel, im Moment zu leben und nicht daran zu denken, was er gestern tun hätte sollen, oder morgen noch machen muss. Alle würden ständig wunderbare Augenblicke durch den Bildschirm ihres iPhones sehen und den Moment nicht live genießen. Er bat deshalb alle, nur für diesen einen Song, die Handys in der Tasche zu lassen.

Generell war bei diesem Konzert alles dabei – nur keine anderen Instrumente. Es gab sogar den Versuch einer Unplugged-Version. Leider scheiterte dieser aufgrund der zu großen Halle, aber der Wille war da. Auf ganz ruhige und nachdenklich machende Lieder folgten Gute-Laune-Songs zum Mitsingen und –klatschen, sowie ein Duett mit seinem besten Freund Stu Larsen („Stu doesn’t actually sing in this song…I just like hangin‘ out with him.“). Die vielen Schimpfwörter und Kraftausdrücke, die für Großbritannien ja relativ normal sind, machten den sympathischen Briten nur noch liebenswürdiger.

Das Publikum war bunt gemischt. Von 10 bis 60 Jahren – jeder Jahrgang war mindestens einmal vertreten: Die begeisterte und mittanzende Hausfrau über das dauerschmusende Paar bis hin zu den Kleinsten, die ausnahmsweise auch mal mit durften.

Passenger hatte scheinbar eine riesen Freude mit dem Publikum, schrieb sogar just in dem Moment einen neuen Song („Eye of the Tiger“ von Survivor folgte darauf) und stellte einen erst kürzlich geschriebenen Song, noch ohne Namen, vor. Er gab dem Publikum ein wirklich gutes Gefühl und ließ sie in dem Glauben, das beste Publikum ever gewesen zu sein. Ein schönes Gefühl, wenn man so an einem lauen Sommertag nach Hause gehen kann.

Foto: Jarrad Seng Photography

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