„Unsere Fans verbreiten Gänsehaut pur.“

Der österreichische Handball-Meister heißt in diesem Jahr „HC Alpla Hard„. Wir haben mit dem Handball-Talent Dominik Schmid über Sport, Zukunftspläne und seine spärliche Freizeit gesprochen.

Mag. Lukas Österle

Im Interview: Dominik Schmid, Handball-Spieler beim HC Alpla Hard 

Hallo Dominik, erst mal: Gratulation zum Meistertitel! Wo und wie lange wurde denn gefeiert?
Vielen Dank für die Glückwünsche! Nach der Siegerehrung haben wir in der Halle mit Familie, Freunden und Fans ausgiebig gefeiert. Anschließend ist die Mannschaft zu unserem Masseur nach Hause gefahren und hat dort bis in die frühen Morgenstunden weiter gefeiert. Am Freitag lud uns unser Verein inkl. Begleitung zum Abendessen ein und Sonntags fand die offizielle Meisterfeier in der Sporthalle am See statt.

So eine Handball-Saison hat sicher einiges zu bieten. Was waren deine persönlichen Highlights und Lowlights in diesem Jahr?
Eines der größten Highlights war sicherlich das letzte Finalspiel in Hard vor ausverkaufter Halle. Die Stimmung war fantastisch und unsere tollen Fans verbreiteten Gänsehaut pur. Daneben waren die Champions League Qualifikation in Norwegen und die Europacup-Spiele eine wichtige Erfahrung für mich.

Als Lowlight fällt mir das verlorene Cup-Finale in Krems ein.

Das gehört leider auch dazu. Was sind für dich die Motivation und der Reiz, die diesen Sport ausmachen?
Schneller, toller Mannschaftssport mit vielen taktischen Spielzügen und natürlich unsere großartige Fan-Familie.

Die beiden Vorarlberger Clubs sind sehr erfolgreich, hast du eine Idee woran das liegt?
An der sehr guten Vereinsführung und den bestens ausgebildeten Jugendtrainern. Junge Talente werden sehr gefördert und bekommen auch die Chance in der ersten Mannschaft zu spielen. Es wird den Fans nicht nur ein Spiel geboten, sondern ein Handball-Event, das Jung und Alt begeistert. Nach dem Motto: „Spannendes Spiel, nette Leute und tolle Unterhaltung“.

Du bist derzeit einer der Handball-Newcomer und Hoffnungen aus Vorarlberg. Wie siehst du das selbst und wie gehst du mit diesem Druck um, der dir auch ab und zu von den Medien auferlegt wird?
Ich denke, dass ich eine gute Saison hinter mir habe und auch dem Team zum Erfolg helfen konnte. Mit dem Druck der Medien kann ich mittlerweile gut umgehen. Es freut mich immer, wenn meine Leistung und die der Mannschaft in den Sportberichten positiv erwähnt wird.

Wie oft trainiert ihr in der Woche und wie viele Abende gehen für Handball drauf?
Wir trainieren 7 bis 8 mal in der Woche. Jeden Abend und zwei bis drei Mal in der Woche am Vormittag – hier steht meistens Krafttraining auf dem Programm.

Neben deinem Job als Handballer studierst du auch noch. Wie gut  lässt sich das Studium mit dem Sport vereinbaren?
Für mich war es immer wichtig, neben dem Sport ein zweites Standbein zu haben. Handballsport ist ein hartes Geschäft und eine Verletzung kann dich sehr schnell zurückwerfen. Beim Alpla HC Hard habe ich die Möglichkeit Studium und Sport unter einen Hut zu bringen. Die Lehrveranstaltungen an der Universität in Liechtenstein sind meistens tagsüber und das Training am Abend. Natürlich kann ich nicht jede Lehrveranstaltung besuchen, dadurch steht zusätzliches Lernen zu Hause auf dem Programm.

Das hört sich nach viel Zeit an. Was machst du in deiner raren Freizeit sonst noch?
Die Freizeit verbringe ich mit meiner Freundin und meinen Freunden. Wenn ich dann mal Zeit finde, spiele ich auch gerne Tennis.

Gibt es Angebote aus dem Ausland für dich? Kommt das überhaupt in Frage oder wirst du dem Ländle immer sportlich erhalten bleiben?
Konkrete Angebote aus dem Ausland gibt es noch nicht. Sicherlich möchte ich einmal den Sprung ins Ausland wagen. In Hard passt momentan alles, wir können uns international präsentieren und haben beste Trainingsbedingungen. Wenn ich ins Ausland wechsle, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Aber wenn ein gutes Angebot aus der ersten Liga in Deutschland kommt, welche als stärkste Liga der Welt angesehen wird, werde ich den Weg ins Ausland wagen.

Was wäre denn dein Traumverein oder deine Traumstadt, um dort einige Jahre lang zu spielen?
Da gibt es sicherlich viele tolle Vereine und Städte. Barcelona wäre ein Traumverein, zählt zu den besten Mannschaften Europas und die Stadt ist einfach toll. Außerdem gefallen mir das spanische Klima und das Meer. Auch könnte ich dann dort die Fußballspiele vom FC Barcelona ansehen. Ein weiterer Traumverein wäre der THW Kiel. Kiel ist eine der besten Mannschaften in Deutschland und europaweit immer an der Spitze mit dabei.

Was sind deine sportlichen Ziele für die nahe Zukunft?
Ein großes Ziel ist die Champions League-Qualifikation im September. Es wäre ein großer Traum von mir, einmal in der Champions League zu spielen. Dort triffst du auf Top-Mannschaften und kannst dich mit diesen Spielern messen. Zusätzlich kann ich mich durch gute Leistungen auf internationaler Bühne auf andere Vereine aufmerksam machen. Auch in der österreichischen Nationalmannschaft möchte ich mich gut präsentieren.

Wie lange hast du jetzt trainingsfrei bis die Vorbereitung für die Saison 2013/14 wieder startet?
Für mich war die Saison nach der gewonnenen Meisterschaft noch nicht ganz fertig. Ich hatte noch zwei wichtige Spiele mit der Österreichischen Nationalmannschaft (EM-Qualifikation) am 13. Juni gegen Bosnien und am 16. Juni gegen Russland.

Danach habe ich vier Wochen Urlaub und am 15. Juli beginnt schon die intensive Vorbereitung für die Saison 2013/14.

Gehts ans Meer oder ins Strandbad?
Ins Strandbad bzw. mit dem Boot auf den Bodensee. Da ich gerade von Zuhause ausziehe, nutze ich die freie Zeit für den Umzug. Eventuell werde ich spontan für ein paar Tage noch wegfahren.

Zum Schluss: Welchen Ratschlag würdest du einem jungen, motivierten Handballer mit auf den Weg geben, der auch Profi werden möchte?
Viel hartes Training und eine gute Ausbildung für die Zukunft.

Dominik, vielen Dank für das Interview.

Fotos: © Ländle Magazin

Kommentar verfassen