poolbar: Rückblick Woche 5 + Vorschau Woche 6

Rückblick Woche 5:
Wenn surfende Musiker auf Opern-Stimmen treffen, hat sich das die Jugend aufgebaut und vergoldet sich die Zukunft elektronisch

Der Montag (29. Juli) wurde mit einem Duo eingeleitet. Einem Duo, das es in sich hat. Vor allem live: Japandroids aus Kanada lieferten lediglich mit Gitarre, Schlagzeug und Stimme ein musikalisches Sturmgewitter der Sonderklasse. Garage-Punkrock vom Feinsten. Sympathisch. Ausdrucksstark. Energiegeladen.

Poolbar Festival 2013

Foto: Matthias Rhomberg

Ganz anders der darauf folgende Dienstag (30. Juli): Der musizierende Surfer-Dude Donavon Frankenreiter lud zum hawaiianischen chill out. Mit Schnauzer, ausgewaschenen Jeans und einer ordentlichen Portion Country im Blut verbreitete der US-Amerikaner die Atmosphäre einer entspannten Nacht am Strand – im Alten Hallenbad. Unnütz zu erwähnen, dass das Publikum die Halle stürmte und für ein volles Haus sorgte.

Für ein weiteres Highlight sorgten am Donnerstag (01.08.) Austra im ausverkauften pool: Ebenfalls aus Kanada stammend, hat sich die bunt zusammengewürftelte Truppe um Sängerin Katie Stelmanis ganz dem düster-melodiösen (New)Wave verschrieben. Elektronische Klangperlen wie bspw. „Beat And The Pulse“ oder der Überhit „Lose It“, die wie alle Songs von der Stimme Stelmanis leben, verwandelten den pool in ein Konzerthaus der etwas anderen Art. Für eine Überraschung sorgte die Vorband Kottarashky & The Rain Dogs: Man nehme eine Vielzahl an folkloristischen Strömungen, durchmische diese mit einem elektronischen Grundgerüst, garniert mit dezenten, aber perfekt platzierten samples, und vollende diese ganz spezielle, bulgarische Folktronica mit einer Live-Besetzung, bestehend aus Schlagzeug, Gitarre, Bass und – Klarinette.

 

Vorschau Woche 6:
Im Zeichen von akademischen Punkrockern, einer kultisch verehrten Legende aus den 80ern und Teppich klopfenden Miezekatzen

Der Auftakt zur vorletzten Woche des diesjährigen poolbar-Festivals wird laut: Am Dienstag, den 06. August werden die Punkrock-Altmeister von Bad Religion für eine volle Halle sorgen (Restkarten an der Abendkassa und auch im Vorverkauf). Bad Religion haben nicht nur das Genre des Melodic-Punk-Rock entscheidend mitgeprägt, sondern haben sich auch mit bissiger Sozialkritik einen unwiderruflichen Namen gemacht. Inzwischen hat das Punk-Urgestein um Mastermind Greg Graffin ihr bereits 16. Studio-Album veröffentlicht. „True North“ lautet da die Devise – „true music“ heißt es beim poolbar-Festival. Support kommt von Dee Cracks.

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Der Ländle-Abend unter dem Motto „Best Of The West“ kommt an diesem Mittwoch (07. August) im Triple-Pack daher: Der junge Singer/Songwriter Grisskram eröffnet den Abend, gefolgt von Jules Attic, einem ebenfalls aufstrebender Singer/Songwriter aus Vorarlberg. Für Beide ist es nicht das erste Stell-dich-ein auf den Bühnen im Alten Hallenbad – ganz im Gegensatz zu The Yellow Riffs, die ihren von Funk und Blues beeinflussten Indie-Rock präsentieren werden. Zur Einstimmung gibt es traditionelle und heiß geliebte Pop-Quiz: Hingehen – mitmachen – gewinnen!

Kultalarm – ein weiteres Mal – heißt es am Donnerstag, den 08. August: Mehr 13 Millionen verkaufte Alben belegen eine erfolgreiche Karriere. Eine aktuell restlos ausverkaufte Hallentour garantiert Gänsehaut – die Madchester-Ikonen James sind eine musikalische Institution: 1981 in Manchester gegründet, hat die Band bereits zu Beginn ihrer Karriere einen ganz eigenen Stil entwickelt. Gerade die Pop-Hymnen ab Mitte der 80er waren eine nahezu spirituell zu nennende Mischung aus dem damals vorherrschenden englischen Alternative Rock mit gleichzeitigem Einbezug der Madchester-Szene (ein Zusammenschluss von Elementen des klassischen Indie-Rocks und Dance/Electro; bekannte Vertreter: Primal Scream und New Order). Nicht umsonst werden Klassiker wie bspw. „Laid“ oder „Getting Away With It (All Messed Up)“ auch nach all der Zeit noch heiß geliebt.
Support kommt von der neuen Folkrock-Sensation Dry The River und Catastrophe & Cure, den frischgebackenen Amadeus-Award-Gewinnern. Karten sichern!

Ein Beatgewitter der besonderen Art verspricht der Freitag-Abend (09. August): Ein Houztekk-Showcase mit den Miezekatzen von Ogris DebrisMKID feat. Didi Bruckmayer u.v.a. Das Linzer Label Houztekk – progressive Freigeister in Personalunion – hat die Crème de la Crème seiner Artists eingepackt und lädt zum ausgelassenen Tanzen und Stampfen ein: Zwischen treibendem Techno und tiefem House agieren die Ogris Debris-Teppichklopfer, MKID liefert verspickten Oldschool-Electro von poppig bis hart, was in Kombination mit den Vocals des Stahlstadt-Veteranen Didi Bruckmayr zum einmaligen Erlebnis wird. Abgerundet wird das Programm durch die Plattendreher Maximilian Meindl und Uciel.

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Auch am Samstag, den 10. August  ist das musikalische Sturmtief noch nicht abgezogen: Drei Jahre sollte es dauern, bis Monster Magnet wieder ins Ländle gelockt werden konnten. Umso erfreulicher, dass sie dem Lockruf gefolgt sind und ihren energiegeladenen Space-Rock ein weiteres Mal in das poolbar-Festival hinein schmettern. Support kommt von Prufrock.

Das bereits letzte Jazzfrühstück in diesem Jahr findet am Sonntag, den 11. August statt: Noch einmal gibt es die Möglichkeit, mit Decke und Picknickkorb und bester Unterhaltung – in dieser Woche von Paradicso – die Arbeitswoche wahlweise unter einem strahlend blauen Sommerhimmel oder einem luftigen Schattenplatz unter den Bäumen ausklingen zu lassen.

 

Fotos: Handout poolbar

 

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