Gute Musik im Doppelpack: Garish & Shout Out Louds in der poolbar

poolbar: Garish
poolbar: Garish

Der zweitletzte Abend in der poolbar bietet gleich zwei Highlights an einem Abend. Die österreichische Vorband Garish begeistert uns mit ihren lyrischen Texten so sehr, dass wir sie nicht wie eine Support Act behandeln möchten, sondern von zwei gleichermaßen tollen Konzerten in der poolbar berichten möchten.

Garish

Die fünf Burgenländer musizieren seit ihrer Schulzeit gemeinsam und gründen 1997 die Band Garish.  Bereits 1999 spielen sie auf größeren Festivals wie dem Forrest Glade als Support für die Red Hot Chili Peppers oder Lauryn Hill. Heute zählen sie zu den bekanntesten Vertretern deutschsprachiger Musik, wurden bereits sechs Mal für den Amadeus Austrian Music Award und 2001 von MTV für den Newcomer Award nominiert.

Garish verbreiten während des gesamten Konzerts gute Laune. Die lyrischen Texte, mit vielen Metaphern versetzt, laden zum Nachdenken und Träumen ein. Der Rolling Stone bezeichnet den Sound der Band als „Musik für eine andere Wirklichkeit“. Tatsächlich verwendet der Sänger Thomas Jarmer sogar bei den Liedansagen während des Konzerts eine sehr gewählte Ausdrucksweise und wirkt damit irgendwie fernab der Realität – und das ist durchaus positiv gemeint!

Neben altbekannten Liedern wie „Spuk“ oder „Eisenherz“ präsentieren die fünf Männer auch Liedgut aus ihrem neuen Album, welches im Jänner 2014 erscheint. Vom Album „Wenn dir das meine Liebe nicht beweist“ wurde der Song „Unglück trägt den selben Namen“ sogar akustisch aufgeführt. Alle fünf Bandmitglieder singen und übertragen den Spaß, den sie dabei haben, auf das gesamte Publikum.

Für eine Zugabe lässt sich Garish nicht lange bitten und Jarmer kommt mit einem „Sehr gerne“ zurück auf die Bühne. Die Neuinterpretation von Falcos „Junge Römer“, die  2005 unerwartet zu einem Hit wird, kommt auch bei den poolbar-Besuchern gut an.

Und dann war die Reise in die andere Wirklichkeit leider auch schon zu Ende. Fast. Denn uns hat die Band so begeistert, dass wir zuhause gleich das vor längerer Zeit gekaufte aktuelle Album ausgepackt haben.

Shout Out Louds

Die Freunde Adam Olenius (Gesang, Gitarre), Ted Malmros (Bass) und Carl von Arbin (Gitarre) gründen gemeinsam mit Eric Edman (Schlagzeug) und Bebban Stenborg (Keyboard) 2001 eine Band namens Luca Brasi. Da der Name aber bereits vergeben ist, nennen sie sich kurz darauf  Shout Out Louds. Die erste Veröffentlichung der Band ist Anfang 2003 die EP „100°“, es folgt eine Tour durch Schweden mit Auftritten in Nachbarländern.

2005 erscheint ihr Debütalbum „Howl Howl Gaff Gaff“, im selben Jahr tritt die Band in Amerika unter anderem bei David Letterman und Jay Leno auf. Der internationale Erfolg bleibt leider aus, allerdings spielt die Band auf einigen Festivals in Europa.

Das zweite Album „Our Ill Wills“ produzieren sie gemeinsam mit Björn Ytlling (Peter Bjorn and John), welches auch in den USA immerhin in den Top 30 der Independent-Charts landete. Nach einigen Tourneen legt die Band 2008 eine längere Pause ein, um im Februar 2010 das dritte Shout Out Louds-Album „Work“ zu veröffentlichen. Damit können sie sich endlich auch im deutschsprachigen Raum etablieren. Das vierte Album mit dem Titel „Optica“ erschien im Februar 2013.

Der Sänger Adam Olenius begrüßt das Publikum nach dem ersten Stück und stellt zeitgleich erfreut fest:“We’re on TV!“ Er meint damit die beiden Leinwände, die links und rechts neben der Bühne hängen. Die Shout Out Louds sind keine poolbar-Neulinge, sie spielen bereits zum dritten Mal in Feldkirch. Allerdings sind sie beim ersten Konzert noch im Pool und ohne Keyboarderin unterwegs – Stenborg bleibt wegen eines Lungenproblems in Stockholm. 

Die Band gibt sich nicht ganz so gesprächig wie ihre Vorband (sie unterhalten sich öfter untereinander als mit dem Publikum), was aber der guten Stimmung nichts abtut. So bleibt wenigstens Zeit für viele tolle Songs. Und wer während des Konzerts noch nicht mitgetanzt hat, tut es spätestens bei der Zugabe („Please, Please, Please“), als der Sänger durch das Publikum marschiert und sich am Tribünenende auf eine Erhöhung stellt. So stark bebt der Boden in der poolbar selten.

 

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