»Ich verwandle meine Ideen in greifbare Elemente.«

Das Label Van Art Graziadei hat sich der skurillen Mode verschrieben. In der Tattooszene hat sich Susanne Wehinger bereits einen Namen gemacht, so veranstaltet sie zum Beispiel seit fünf Jahren eine Modenschau bei der Bregenzer Tattoo Convention. Mit uns sprach die junge Designerin über Inspirationen, neue Herausforderungen und Bradley Cooper.

Hallo Susanne! Wie geht es dir? Du steckst ja bereits mitten in den Vorbereitungen für die Tattoo Convention!
Hallo ihr Lieben! Ja, die Vorbereitungen sind in vollem Gange! Mein Atelier ist quasi mein zweiter Hauptwohnsitz und mein Alltag wird geprägt von schlaf-losen Nächten, aufkehrenden Zweifeln, kreativen Ergüssen und Erfolgserlebnissen … alles ist dabei – es fordert und fördert mich!

Auf der Convention wird man deine neueste Kollektion zu sehen bekommen. Verrätst du uns, was uns erwartet?
Ich werde dieses Jahr zum fünften Mal meine Moden-schau am 24. und 25. August im Rahmen der sechsten Tattoo Convention im Bregenzer Festspielhaus veranstalten. Man könnte sagen, dass die Show eher eine textile Live-Kunst ist, bei der auch Theater gespielt wird und so manche Überraschungen erwartet werden dürfen. Auch die Frisuren von Christine Tschann und das Make-Up von Lee Julie sind extravagant und surreal. Es ist definitiv sehenswert für Jung und Alt – egal ob modebegeistert, tätowiert oder nicht. Wenn man offen für »Nicht-Alltägliches« ist, ist meine Show genau das Richtige!

Worauf achtest du bei der Auswahl der Models für Shootings oder Modenschauen?
Bei meinen Models geht es nicht darum, dass sie so dünn sind, dass ich als Catering nur Orangensaft und Wattebäusche organisieren muss, sondern um Ausdruck, Herzlichkeit und Einzigartigkeit. Sie sollen Charakter zeigen und somit das Publikum in den Bann ziehen.

Wie würdest du deine Mode beschreiben und was inspiriert dich?
Van Art Graziadei ist ein Label rund um meine bunte, kreative Welt der Textilien, die veranschaulicht, dass ausgefallene Kleidung mehr Spaß macht und die Menschen staunen lässt. Meine Kreationen haben recht wenig mit Mode zu tun, da Mode für mich einen sehr niederen Stellenwert hat. Vielmehr geht es darum, den Betrachter mit  textiler Kunst zu begeistern. Schließlich soll dieser den Wunsch hegen ein solches Kunstwerk tragen zu wollen. So sollen diese Kostüme – durch Ausleihen – für Jedermann und -frau, die den Schritt in eine skurrile Welt wagen wollen, zugänglich sein.

Hat die Mode als Kunstform Platz in den Köpfen der Menschen oder ist sie nur noch Konsumgut?
Selbstverständlich hat Mode als Kunstform Platz in den Köpfen. Die Menschen staunen, wundern und unterhalten sich über ein Kostüm, das beispielsweise einen Durchmesser von 4 Metern hat oder gar von Kopf bis Fuß verschlossen ist. Das passiert bei einem alltäglichen Outfit eines Textilgroßhandels nicht so rasch.

Es ist sicherlich nicht einfach, sich in der Modewelt einen Namen zu machen. Was tust du, um in der Szene bekannter zu werden?
Nein, das ist nicht leicht, da es viele außerordentlich talentierte Künstler gibt. Das Einzige, was ich mache, ist meine Leidenschaft und Ideen in greifbare Elemente zu verwandeln. Wenn jemand eines meiner Kostüme sieht, staunt und jemand anderem davon erzählt, dann hab ich schon viel erreicht.

Worauf bist du besonders stolz?
Ich bin stolz darauf, dass mir durch meine textilen Gebilde schon einige Türen geöffnet wurden und stets Fortschritte erkennbar sind! So durfte ich zum Beispiel 2011 eine Modenschau beim 30-jährigen Jubiläum von Swarovski Triesen ausrichten.

Wie reagieren deine Familie und Freunde auf deine ausgefallenen Kreationen?
Sie sind kritisch, ehrlich und immer wieder zu begeistern. Meine Familie und Freunde sind stets Teil jedes Kunstwerks, da sie einerseits meine Inspiration und andererseits eine große Hilfe beim Verwirklichen meiner Entwürfe und Träume sind.

Gibt es einen Star, den du gerne einkleiden würdest?
Bradley Cooper würde ich sehr gerne treffen und einkleiden – ich befürchte aber, dass er schreiend davonlaufen würde (lacht). Zu meinen Kostümen würden am besten Björk oder Lady Gaga passen – für die beiden wäre sicherlich was in meiner Kollektion dabei!

Bradley Cooper? Das würden wir jetzt gerne genauer wissen!
Ohne Worte (grinst)!

Hand aufs Herz – würdest du deine Outfits selbst tragen?
Klar würde ich meine Kostüme selbst tragen, aber nur für Fotoshootings! Einzelne Elemente aus den Kostümen wie z.B. Korsetts, Blusen oder Röcke würde ich tatsächlich auch bei besonderen Events tragen und dies mit großer Freude!

Susanne, vielen Dank für das Interview! Viel Erfolg bei der Convention und alles Gute für die Zukunft!
Ich sag danke! Es ist mir eine Ehre, in eurer Erstausgabe vertreten zu sein!

Fotos: Dieter Hirt, (2) Matthias Schwaighofer, Lars Wieser, Edi Vatansever, Jens Burger, Photögraphy.com

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