Poetry Slam im Spielboden: Kampf der modernen Dichter

Poetry Slam im Spielboden Dornbirn
Poetry Slam im Spielboden Dornbirn

Wie immer war der Poetry Slam im Spielboden Dornbirn sehr gut besucht. Eine lange Schlange an der Kasse wies uns schon bei der Ankunft darauf hin, dass es nicht sehr leicht sein wird, noch einen Sitzplatz zu ergattern. Wir hatten allerdings Glück und konnten uns noch irgendwo dazwischen quetschen.

DJ Shlomo Szejbenszpyler legte auf, Markim Pause suchte eine Co-Moderatorin, die Teilnehmerliste wurde gecheckt und wir waren aufgeregt. Dann ging’s los.

Fünf geladene Slamer, Beatrice Wypchol (Bochum), Stefan Abermann (Innsbruck), Alexander Burkhard (München), Max Kennel (Konstanz) und Tobias Gralke (Freiburg)  traten gegen mutige SlammerInnen aus der „offenen Liste“ an. In diese Liste konnte man sich bis kurz vor Einlass eintragen. Riemsche, Cihan X. Coşar, der seinen ersten Slam bestritt, und Karin Tarabocchia haben an diesem Abend das Ländle würdig vertreten.

Talentierte Slammer und Slammerinnen aus Vorarlberg traten also gegen die „internationalen Profis“ an. Ein Abend beim Poetry Slam ist buchstäblich ein Wechselbad der Gefühle. Das komplexe Themengemisch, welches sich an so einem Abend dem Publikum bietet, ist unglaublich. Die Texte der Slammer und Slammerinnen behandelten die unterschiedlichsten Themen: Vom Erwachsenwerden, über Liebe und Nicht-Liebe bis hin zum Babyschwimmen. Vom Wilden Westen, dem Verhalten der Menschheit, slammenden Piloten und mehr oder weniger aufregenden Abenden in der Stammkneipe. Ob zwei Damen im Bus über „den Bogen, den der Bus macht“ sprechen, Max über das Alleinsein, oder Alex darüber, dass man irgendwann der Wahrheit einfach ins Gesicht schauen muss. Die Dichter entführten den Zuhörer für jeweils 6 Minuten in eine andere kleine Welt und brachten das Publikum zum Nachdenken. Kritische weltbetreffende Themen, oder witzige Ausführungen von kleinen Alltagsgeschichten – jedem, der zuhörte, blieb bestimmt mindestens ein Text im Kopf.

Nach und nach wählt das Publikum die besten Slammer, bis am Ende Max Kennel und Alexander Burkhard im Finale standen. Alexander gewann an diesem Abend schlussendlich die begehrte Trophäe (eine Flasche Sekt).

Ein Abend wie ein Gefühlscocktail: lustig, traurig, ernst, kritisch, laut, leise, schwer, leicht und einfach unterhaltsam.

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