Prisoners

Die kleine Tochter von Keller Dover (Hugh Jackman) wird entführt. Detective Loki (Jake Gyllenhaal) nimmt nach kurzer Zeit den Verdächtigen Alex (Paul Dano) fest. Als dieser aufgrund fehlender Beweise freigelassen wird, nimmt Dover das Gesetz selbst in die Hand und entführt Alex, um den Aufenthaltsort seiner Tochter aus ihm heraus zu foltern. Detective Loki untersucht währenddessen eine andere Spur.

Mit Prisoners liefert Regisseur Denis Villeneuve sein Hollywood-Debut und zugleich eine Meisterleistung ab. Schon beim ersten Bild wird klar, welche Tonart der Film einschlägt. Es sind kalte Bilder und ungewöhnliche aber zurückhaltende Kameraeinstellungen. Es reicht zum Beispiel schon aus einfach nur einen Baum zu filmen, damit der Zuseher weiß, was passiert ist.
Aber auch eine rasante Fahrt durch den Regen wurde mitreißend und so bisher noch nie gesehen dargestellt.

Großartig sind die schauspielerischen Leistungen von Jackman und Gyllenhaal, die beide Oscar-würdig sind. Jackman spielt glaubwürdig die Zerissenheit seines Charakters, dem es selber keinen Spaß macht sein Gegenüber zu foltern, es jedoch als Notwendigkeit erachtet um seine Tochter vielleicht doch noch retten zu können. Gyllenhaal hingegen ist ein Cop für den diese Situation nichts Neues ist und schon fast emotionslos gegenüber der betroffenen Familie agiert und sich teilweise ein Schmunzeln verkneifen muss. Jedoch ist seine unbetroffene Art nur oberflächlich, denn er will seinen Job gut machen und geht auch mal rabiater vor, um einen Fall zu lösen.

Man kann sich auch gut mit beiden identifizieren, ihre Handlungen sind meist durchaus nachvollziehbar. Paul Dano, der mich im Trailer noch nicht überzeugt hat, spielt doch gut und seine optische Darstellung ist ebenfalls passend.

Auch Terrence Howard (dessen Tochter im Film auch entführt wird) spielt seine Szenen überzeugend, generell glänzt der gesamte Cast des Films.
Der Film bietet den Schauspielern genug Raum ihre Trauer und Emotionen darzustellen, ohne es soweit zu strecken, dass es für den Zuschauer störend wird.

Lediglich das Make-Up von Melissa Leo wirkt etwas künstlich. Hier hätte ich ihnen eine ältere Schauspielerin empfohlen.

Der ruhige Soundtrack ist sehr stimmig. Oft hört man nur ein Pochen, was eine passende Atmosphäre schafft, für das was folgt.

Als Zuseher ist man teilweise den Charakteren etwas voraus („Wieso hat er den Zusammenhang noch nicht bemerkt“), was auf der einen Seite etwas störend, auf der anderen Seite pure Absicht ist, da die Spannung dadurch nochmal erhöht wird („Schafft er es noch rechtzeitig?“). Die zweieinhalb Stunden merkt man dem Film kaum an.

Das Ende des Films ist perfekt. Es gibt keine langen Szenen, die sowieso keinen mehr interessieren. Die Handlung ist zu Ende, den Rest kann sich der Zuseher dann denken, ohne, dass wirklich etwas offen gelassen ist.

Fazit

Ein düsterer Thriller mit ausgezeichneten Schauspielern, den man gesehen haben muss.

Bilder: © SND

Unsere Bewertung

9 Gesamt

Herrlich

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