Evil Dead

Mia (Jane Levy) will einen kalten Entzug in einer alten Waldhütte machen. Ihre beiden Freunde, ihr Bruder und seine Verlobte unterstützen sie dabei. Als sie in der Hütte ein altes Buch finden und laut daraus vorlesen, nimmt das Böse seinen Lauf …

Auf dem Cover der DVD steht selbstbewusst „Der schockierendste Film, den du jemals sehen wirst“. Kann der Film diesem Satz tatsächlich gerecht werden?

Beginnen wir mit dem Positiven:
Jane Levy (Suburgatory) macht einen guten Job und wirkt teilweise wirklich unheimlich.

Im Film wird größtenteils auf CGI verzichtet. Es wurde viel mit Make-Up, Masken und Prothesen gearbeitet, was den Effekten einen besseren Look verleiht und sie viel realistischer aussehen lässt, als die Effekte aus dem Computer. Leider ist dieser Einsatz in der heutigen Zeit nur noch eine Seltenheit. Ein fettes Plus also dafür.

Es gibt nur fünf Darsteller. Es gibt also keinen großen Bodycount, was immer gruseliger ist, als wenn eine ganze Gruppe von Teenies drauf geht.

Nun sind wir auch schon beim Negativen angelangt:
Der Film versucht krampfhaft zu schockieren. Was beim ersten Mal noch wirklich schockierend war, wird schon nach kurzer Zeit vorhersehbar und langweilig.

Auf die Figuren und deren Beziehungen zueinander wird quasi nicht eingegangen, obwohl es so viel Horror-Potenzial gegeben hätte. Es gibt Bruder und Schwester und es gibt zwei Pärchen (dass es ein zweites Pärchen gibt, ist mir erst beim Lesen des Drehbuchs aufgefallen). Eigentlich müsste ein Dämon an solchen Beziehungen seine wahre Freude haben. Zum Teil wird versucht, dies im Film auch umzusetzen, allerdings wird die Wirkung verfehlt, weil davor nicht auf die Figuren eingegangen wurde. Man erinnert sich nur vage „Ah ja, die beiden sind ja zusammen“. Das wurde bei The Cabin in the Woods viel besser umgesetzt.

Das Drehbuch ist im Übrigen besser als der Film. Manche Dialoge, wie z.B. die Art wie der Verwandtschaftsgrad zwischen Bruder und Schwester mitgeteilt wird, sind allerdings sehr schwach: „Hey, als dein großer Bruder musste ich kommen.“
Die Filmfiguren verhalten sich dumm. Das Drehbuch würde allerdings erklären, warum jetzt wieder jemand alleine irgendwo hingeht. Diese Szenen wurden leider entfernt.

Dann gibt es noch eine Situation in McGyver-Manier in der aus alltäglichen Dingen etwas gebastelt wird … *facepalm*
Für den ganz dummen Zuseher macht eine unnötige Rückblende noch klar, dass sich die Freunde auch tatsächlich im selben Haus, wie in der Anfangsszene, befinden. Auch die Filmmusik ist lächerlich und verfehlt ihre Wirkung komplett. Mehr muss dazu nicht geschrieben werden. Trotzdem unterhält der Film, aber mit wirklichem Horror hat das nach kurzer Zeit nichts mehr zu tun. Man wartet eher darauf, wie dumm sich der Film weiterentwickelt.

Fazit

Ein Film, der wieder Kultstatus erreichen hätte können, allerdings an einer miserablen Umsetzung scheitert. Schade, denn das Drehbuch wäre nicht so schlecht gewesen.

Bilder: © Sony Pictures

Unsere Bewertung

4 Gesamt

Schockierend schlecht!

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