Sinister

Ellison Oswalt (Ethan Hawke) ist Schriftsteller und schreibt über wahre Verbrechen. Sein letzter Erfolg ist schon einige Zeit her. Er zieht mit seiner Frau und seinen Kindern in ein Haus, in dem eine Familie umgebracht wurde. Diese Geschichte soll sein großes Comeback werden. In dem Dachboden des Hauses findet er eine Box mit Super-8-Filmen, die mehrere Morde an Familien zeigen. Je mehr er nachforscht, umso mehr bringt er sich und seine Angehörigen in Gefahr, die nichts von der Vergangenheit dieses Hauses wissen.

Der Film beginnt mit einem Super-8-Film, der zeigt, wie eine gesamte Familie langsam erhängt wird. Das ganze geschieht ohne viel Musik, was der Szene stärke verleiht. Von diesen Filmen gibt es in Sinister einige und sie sind auch das Herz des Films. Sie sind es, die dem Zuseher ein mulmiges Gefühl verleihen.

Das Schema „Familie zieht in ein Haus ein, in dem ein Mord geschehen ist“, ist eigentlich ein alter Hut. Dass dies hier mit voller Absicht passiert, da der Hauptcharakter Autor ist, lässt dieses Klischee daher nicht störend auffallen. Generell kann ich dem Schriftsteller-Konzept einiges abgewinnen, einige gute Beispiele sind The Shining, Das geheime Fenster oder Room 1408. Auch bei Sinister ist es spannend, Ethan Hawke dabei zuzusehen, wie er versucht das Rätsel um die Morde zu lösen. Schauspielerisch gibt es auch nichts zu bemängeln.

In Sachen „Logik“ jedoch schon. So fragt man sich oft, warum Ethan Hawke nicht öfters das Licht einschaltet, wenn er im Dunkeln durch das Haus irrt und einem Geräusch nachgeht. Warum er sich nicht gleich alle Filmrollen ansieht, sondern erst nach und nach, ist ebenfalls unverständlich.
Dass sein Sohn an einer Schlafkrankheit leidet, die ihn Schlafwandeln und Schreien lässt, wirkt zu konstruiert. Auf Soundeffekte, die einen erschrecken sollen, obwohl überhaupt nichts passiert, wird auch bei Sinister leider nicht verzichtet. Das ist plumpste Filmemacherei.

Aber auch bessere Filmmomente sollen hier erwähnt werden. Beispielsweise der sich selbst einschaltende Projektor oder die auftauchenden Dämonenfratzen sind auf höherem Niveau. Die Filmrollen würden zwar genug Freiraum geben um brutale Szenen zu zeigen, hier wird jedoch ein bessere Methode gewählt – Kinderzeichnungen zeigen die Resultate der Morde und verfehlen ihre Wirkung damit nicht.

Auf einen großen Horrorfilm-üblichen Showdown wird zum Glück verzichtet. Der Film bekommt ein für ihn passenderes Ende.

Fazit

Ein solider Horrorfilm mit nur kleinen Schwächen, die für dieses Genre nicht ungewöhnlich sind.

Bilder: © Wild Bunch Distribution 

Unsere Bewertung

7 Gesamt

Nicht schlecht!

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