Der Teufelsgeiger

Der talentierte Musiker Niccolò Paganini (David Garrett) hat ein Problem: Er ist zwar ein begnadeter Violinist, nur leider will niemand seine Werke hören. Der geheimnissvolle Urbani (Jared Harris) bietet Paganini einen Handel an: Urbani sorgt dafür, dass er weltweit berühmt wird, im Gegenzug dafür wird Paganinis Seele nach dem Tod ihm gehören.

David Garrett, seines Zeichens selbst Geigenvirtuose, gibt in Der Teufelsgeiger sein Schauspieldebüt. Und da sind wir schon beim Hauptmanko des Films angelangt: Man merkt deutlich, dass Garrett nicht vom Fach ist. Seine Arbeit auf der Leinwand ist sehr schwankend, es gibt Momente bei denen er überzeugt und andere, die nicht mal an die Qualität von Daily Soaps heran kommen. Leider ist das oft so, wenn er Textpassagen hat. Hierbei wirkt Garret, neben seinen Schauspielkollegen, deutlich überfordert. Natürlich darf auch der für ihn typische „Hundeblick“ nicht fehlen, kommt aber auf der Leinwand, sowie im realen Leben, nicht gut an.

Was er aber kann, ist Geige spielen und das macht er im Film erstaunlich selten, dann aber sehr mitreißend. Musikalischer Höhepunkt ist sicher die Szene, in der Paganini in einer Bar zur Violine greift um einer Schlägerei zu entrinnen. Beinahe beginnt man im Kino zu applaudieren.

Goethes Faust lässt grüßen. Jarred Harris spielt den zwielichtigen Urbani, der auch gleichzeitig der Teufel ist und es auf die Seele des Musikers abgesehen hat. Dafür plant er aber dann doch zu wenige Intrigen und bleibt ingesamt viel zu freundlich. Er hat vielmehr die Rolle eines skruppellosen Managers inne, als die des Leibhaftigen. Gernerell kann man den Film auch als eine Erkundung des Showgeschäfts auffassen. Neben dem Manager gibt es natürlich den Künstler, der in seinem goldnen Käfig lebt, einen Konzertveranstalter, der von dessen Gnaden abhängig ist und sich deshalb schwer verschuldet, kreischende Groupies, demonstrierende Frauenrechtlerinnen usw.

Das London im 19. Jahrhundert ist schön umgesetzt, es gibt zwar keine Hollywoodeffekte, ist aber trotzdem ordentlich anzusehen. In Nebenrollen glänzen Helmut Berger und Veronica Ferres.

Die Handlung selbst ist etwas sprunghaft, vorallem gegen den Schluss hin. Hierbei offenbart das Drehbuch, wie auch schon zu Beginn, einige Schwächen. Ansonsten sind die zwei Stunden Gesamtlänge des Films nur mühsam, wenn man dem Geigenspiel gar nichts abgewinnen kann.

Noch ein Satz zum geschichtlichen Hintergrund: Der Film basiert auf dem Leben des Stargeigers Niccolò Paganini, dem tatsächlich ein Pakt mit dem Teufel nachgesagt wurde.

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Fazit

Der Teufelsgeiger hat viele Schwächen, ist aber nicht langweilig. Für Musikfreunde durchaus zu empfehlen, für alle anderen eher nicht.

Fotos: © Universum Film GmbH

Unsere Bewertung

5 Gesamt

Schuster, bleib bei deinen Geigen.

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