Rush – Alles für den Sieg

Zwei Leben auf der Überholspur: Anfang der 70er Jahre kämpfen die höchst unterschiedlichen Rivalen Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt (Chris Hemsworth) um die Weltmeisterschaft im Formel 1-Zirkus.

Während der disziplinierte Lauda ehrgeizig an seiner Karriere feilt, stürzt sich der talentierte Hunt ins glamouröse Jetset-Leben. Ihre Rivalitäten tragen sie nicht nur in spektakulären Rennen aus, sondern auch in heftigen Wortgefechten jenseits der Rennbahn. Immer wieder heißt es: Hunt gegen Lauda – der Rockstar und Playboy der Formel 1, verheiratet mit dem erfolgreichsten Model seiner Generation, Suzy Miller (Olivia Wild), gegen den messerscharfen Strategen und Perfektionisten.

Nach Komödien wie Der Grinch und Dramen wie A Beautiful Mind nimmt sich Oscar-Regisseur Ron Howard die Formel 1 in den Seventies vor. Der Film dreht sich um die legendäre 1976er F1-Saison, die von den wagehalsigen und unerbittlichen Rennen der beiden Hauptakteure geprägt war – damals als „Sex noch sicher und Fahren gefährlich war“, so Howard.

Für die beiden Protagonisten, waren diese sicher herausfordernde Rollen. Es gab Rennen und Interviews zu studieren, einen etwas eigenen Akzent zu lernen (Niki Lauda) und ein intensives Fahrtraining zu absolvieren.
Chris Hemsworth war bisher vor allem für seine Darstellungen aus Thor, den Avengers und Snow White and The Huntsman bekannt und darf in Rush sein schauspielerisches Potential in der Rolle des Formel-1-Rockstar James Hunt entfalten.

Als Pendant zum smarten Hemsworth spielt Daniel Brühl den kühl berechnenden Niki Lauda zum Verwechseln nah am Original. Brühl, in Deutschland schon lange als Darsteller gefragt, hatte bereits in der Vergangenheit in gefeierten Hollywood-Filmen wie Inglourious Basterds erste kleinere Rollen und ist in Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt erneut in einer großen Hauptrolle zu sehen. Der Weg zu internationalem Ruhm ist also vorgezeichnet und nicht wenige bescheinigen Brühl mit seiner Darbietung als Niki Lauda seine bisher beste Leistung.

Die Geschichte wird parallel aus Sicht beider Rennfahrer erzählt, deshalb gibt es auch keinen „Guten“ oder „Bösen“. Es gibt vielmehr den „Sympathischen“ und den „Unsympathischen“. Die Rennen sind mitreißend und der Flair der 70er ist spürbar. Rennfahrer, die rauchen und einen drauf machen – der totale Gegensatz zu den heutigen Fahrern. Damit wird uns bewusst, dass die Stars von damals auch nicht frei von menschlichen Makeln waren.

An der Handlung gibt es wenig auszusetzen, lediglich Olivia Wild wirkt ins Drehbuch rein gedrückt. Wäre die Szene mit Laudas Unfall und Rückkehr nach nur zwei verpassten Rennen nicht im wirklichen Leben so passiert, hätten wir dies wohl als „unrealistisch“ abgetan. Die besten Geschichten schreibt das Leben – ich bin zwar kein Fan von Kalender-Sprüchen, aber diesmal stimmt’s.

Detail am Rande: Ron Howard hat sich während der Arbeit an Rush immer mehr in die faszinierende Welt der Formel 1 verliebt, weshalb ihm der Respekt der Szene besonders wichtig war. So entschied er sich, den Film zuerst denen zu zeigen, die im Formel-1-Geschäft zuhause sind. Der Film wurde alten und neuen F1-Größen wie Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Felipe Massa, Niki Lauda und Bernie Ecclestone gezeigt. Die ultimative Testfahrt also für einen Film dieser Art. Diese wurde wohl mit Bravour bestanden.

Fazit

Eine reale und dramatische Geschichte – temporeich und authentisch in Szene gesetzt. Dafür gibts 9 von 10 Movie Onions.

Fotos: © Jaap Buitendijk/ Rush Films Limited / Egoli Tossell Film and Action Image

Unsere Bewertung

9 Gesamt

Meisterhaft

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