Das einkaufsfreie Jahr einer Shopaholic: Dezember

Aus dem Leben einer Shopaholic

Das Jahr ist vorüber. Unglaublich – die Zeit verflog regelrecht. Als ich vor einem Jahr mein Vorhaben laut aussprach, glaubte wohl keiner, dass ich – Shoppingqueen Nr. 1 in unserem Umfeld – es auch nur einen Monat lang schaffen könnte, auf’s Einkaufen zu verzichten. Wenn ich ganz ehrlich bin, ich hatte anfangs auch noch meine Zweifel, mit der Zeit lösten sich diese allerdings in Luft auf.

Wenn ich jetzt stolz verkünde, es geschafft zu haben, werde ich meistens gefragt, wie viel Geld ich in diesem Jahr gespart habe. Leider habe ich darauf keine Antwort. Im Nachhinein betrachtet, wäre es wirklich sinnvoll gewesen Buch zu führen, aber da es mir nicht ums Sparen ging, sondern darum mein Durchhaltevermögen auf die Probe zu stellen, hatte ich daran nicht gedacht.

Zu Beginn meiner Mission hatte ich noch vor, mir selbst Kleidung zu nähen, dafür fehlte mir dann aber doch die Zeit. Mein großes Glück war die Ernährungsumstellung im Frühling. Durch sie nahm ich über fünf Kilo ab und passt wieder in Hosen und Röcke, die ich länger nicht mehr anziehen konnte. Manchmal wurde ich sogar von aufmerksamen Arbeitskolleginnen gefragt, ob ich mein Vorhaben gebrochen hätte, da sie mein Outfit (oder zumindest Teile davon) zuvor noch nie gesehen hatten. Situationen wie diese amüsierten und beschämten mich zu gleichen Teilen.

Im Winter machte mir meine Kleiderausstattung größere Probleme als in der warmen Jahreszeit. Das letzte Jahr beendete ich mit zwei bis drei Shoppingausflügen in Wien und Graz, deshalb hatte ich viele relativ neue Kleidungsstücke – allerdings waren mir diese zu groß, da ich sie während meines Höchstgewichts gekauft hatte. Aus diesem Grund trug ich ab September Klamotten, die ich schon mehrere Jahre mein Eigen nenne. Das ist natürlich grundsätzlich nicht schlimm, allerdings fühle ich mich damit nicht mehr wohl, da sie nun doch schon sehr verwaschen, verzogen und fusselig sind. Ich freue mich also schon sehr auf meinen ersten Shoppingtrip nach zwölf Monaten. Auch wenn dieser weniger spektakulär ausfallen wird als geplant: Aufgrund der finalen Gestaltung unseres nächsten Printmagazins verschiebt sich der Londontrip auf Februar. Im Jänner werden meine Freundin und ich Lindau und Dornbirn unsicher machen.

Ich habe in diesem Jahr mit Sicherheit viel gelernt, z.B. dass ich mehr schaffe, als ich mir zutraue. Und, dass mein Kleiderschrank viel zu bieten hat. Aber vor allem, wie leicht es mir fällt, auf unverhältnismäßigen Konsum zu verzichten. Ich bin mir sicher, dass diese Erkenntnisse auch im nächsten Jahr noch nachhaltig in meinem Kopf verankert sein werden.

Übrigens bin ich bereits auf der Suche nach einem Projekt für 2014. Diesmal möchte ich aber auf nichts verzichten, sondern etwas jeden Tag tun. Nur was, das weiß ich noch nicht.

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