Facebook: Das Ende einer Ära?

Eure Freunde verschwinden, Statusmeldungen erreichen nur noch einen Bruchteil der Fans? Keine Sorge, es liegt nicht daran, dass ihr plötzlich völlig unbeliebt seid, sondern an Facebook selbst. Obwohl, Grund zur Sorge besteht eigentlich schon.

Bei kleinen sowie großen Unternehmen steht Facebook als Werbeplattform hoch im Kurs. Als Betreiber einer Seite ist es naheliegend, die verschiedenen Werbetools, die Facebook anbietet, auszuprobieren.
So wird dann fremden Personen in deren Timeline die beworbene Seite angezeigt. Das funktioniert ganz gut – die Zahl der »Likes« steigt in vielen Fällen. Im Vergleich zu anderen Werbemitteln sind die Kosten nicht wirklich hoch, dazu kann man noch einige Parameter auswählen, um die Zielgruppe einzuschränken. Facebook verdient damit natürlich, man selbst erreicht ein neues Publikum. So weit, so gut.

Weniger ist nicht mehr

Seit einiger Zeit erreichen Beiträge und Fotos aber nicht mehr dieselbe Menge an Fans wie noch vor einigen Monaten. Die Posts werden im Schnitt nur noch zirka zehn Prozent der Fans angezeigt. Das hat zur Folge, dass weniger mit den Posts interagiert wird. Damit bleibt auch die Multiplikatorwirkung, die Facebook so interessant machte, auf der Strecke.

1.500 Posts pro Tag

Der Grund dafür ist ein Algorithmus, der die Masse an Nachrichten und Kommentaren filtert. Die selektierten Beiträge erscheinen dann in der Timeline. Um das zu verdeutlichen – es werden täglich 4,74 Milliarden Statusmeldungen, Bilder usw. gepostet. Das bedeutet ca. 1.500 Posts pro Tag für den durchschnittlichen User. Wenn man den ganzen Tag auf Facebook ist, lässt sich diese Anzahl bewältigen, bei einem Kurzbesuch am Abend ist es dann schon schwieriger. Von daher ist der Gedanke aufzuräumen ja nicht unbedingt falsch.
Das Problem ist aber, wie das geschieht. Facebook geht davon aus, dass wenn die Beiträge von Personen und Seiten nicht geliked oder kommentiert werden, diese früher oder später aus der Timeline verschwinden können.
Diese Vorgangsweise ist natürlich falsch, denn nur weil jemand mit einem Beitrag nicht interagiert, heißt das ja nicht, dass er ihn nicht interessiert hat.

Keine Sorge

Selbstverständlich bietet Facebook auch hier eine Lösung an. Wie eingangs erwähnt, ist die Möglichkeit, User, die eine Seite nicht kennen, zu erreichen, eine angenehme Sache. Unverständlich ist, dass man noch einmal bezahlen muss, um die Likes für seine Seite zu sehen. Denn man hat ja schon einmal bezahlt, um sie zu erhalten.
Diese Abzockermentalität wird sicher viele Seitenbetreiber von Facebook zu anderen Plattformen vertreiben, denn wer hat schon Lust für jeden Beitrag nochmals zu bezahlen? Besonders ärgerlich ist es, wenn man teilweise gutes Geld und Personal investiert hat und das Ganze dann bei weitem nicht die gewünschte Wirkung hat. Abgesehen davon besteht der Verdacht, dass nicht bezahlte Posts in der Timeline zu Gunsten bezahlter unterdrückt werden.
Dieser Schritt war wohl notwendig, da die User Facebook mehrheitlich über mobile Geräte besuchen. Bei diesem begrenzten Sichtfeld ist herkömmliche Werbung schwer unterzubringen. Abgesehen davon ist man nicht mit einer Kaufabsicht im Netzwerk und will eigentlich damit in Ruhe gelassen werden.

Die User wollen die interessantesten, neuesten oder populärsten Posts sehen. Was sie nun bekommen, sind die Posts derer, die am besten bezahlen. Auch für den privaten User wird Facebook dadurch immer langweiliger und verzichtbarer.

Facebook wird uncool

Laut einer Studie hat die Plattform seit 2011 fast elf Millionen junge Nutzer verloren. Das liegt daran, dass sich hier viele Generationen treffen. Und wenn Eltern die Posts ihrer Kinder kommentieren, suchen diese schnell das Weite. Die junge Generation findet man in anderen Netzwerken wie Tumblr oder Instagram. So wie auch Twitter filtert Instagram die Posts nicht.

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