Die Wahl der Miss Vorarlberg – oder?

Miss Vorarlberg 2014

Als »Der Höhepunkt der Ballsaison« wird der Misswahlball im Dornbirner Haus der Messe bezeichnet. »Sehen und gesehen werden« lautet die Devise. Auffallen um jeden Preis. Ballroben, wie es sie auf keinem anderen Ballereignis zu sehen gibt, können bestaunt – oder belächelt – werden.

Die Besucher

Für die Besucher des Balles zählt nur eines: Auffallen! Dies spiegelt sich in den teilweise sehr mutigen Kleidern und den vereinzelt unverständlichen Frisuren wider. Die reichen und schönen Vorarlberger und solche, die sich dafür halten, präsentieren sich gerne und hoffen auf bewundernde Blicke.

Die Stimmung

Im für die Anzahl der Besucher viel zu großen Haus der Messe ist die Stimmung während des ganzen Abends eher verhalten. Der Applaus für die hübschen, jungen Mädchen ist fast nicht zu hören und lässt Mitleid für Missen auf der Bühne aufkommen. Einzig die Fanclubs der einzelnen Kandidatinnen sorgen zumindest für ein bisschen Stimmung. Die Versuche der Band Supreme das Publikum aufzulockern und zum Mitmachen zu animieren, führen nicht zum gewünschten Ergebnis. An der Band hat’s definitiv nicht gelegen …

Die Miss

Die Miss Vorarlberg 2014 kommt aus Tirol. Sarah ist 23, kommt ursprünglich aus unserem Nachbarbundesland und lebt nun seit 2 Jahren in Vorarlberg. Als Wahlvorarlbergerin spricht eigentlich nichts dagegen, diesen Titel zu gewinnen. Schade nur, dass nun nur eine Vorarlbergerin bei der Miss Austria Wahl vertreten ist, dafür aber drei Tirolerinnen. Als schöne, junge Frau mit super Figur darf Sarah das Krönchen allerdings absolut verdient tragen.

Die Kandidatinnen

Die restlichen Kandidatinnen sehen das etwas anders. Manche lassen ihrem Ärger freien Lauf und verkünden lauthals, was sie vom Tiroler Sieg halten. Von »Schiebung!« bis »Ich lass mich nicht mehr fotografieren!« ist alles dabei. Tränen und Wut lassen sich bei manchen nicht mehr zurück halten. Schlechte Verliererinnen oder gerechtfertigte Aufregung? Schwer zu sagen, da niemand genau weiß, was bei dieser Wahl hinter den Kulissen passiert. Es werden Stimmen laut, dass von Anfang an fest steht, wer gewinnt. Doch das hört man heuer nicht zum ersten Mal und die Kandidatinnen sollten wissen, worauf sie sich einlassen.

Der Wettbewerb

Während des Wettbewerbs möchte man als Zuschauer das eine oder andere Mal im Erdboden versinken. Junge, hübsche Mädchen werden in nicht altersgerechte Kleidung gesteckt, müssen nicht sonderlich schmeichelhafte Bikinis präsentieren und tragen Unterwäsche, die sie privat vermutlich nicht einmal vom Verkaufsständer nehmen würden. Dass alle neun Kandidatinnen schöne Mädchen mit Topfiguren sind, versteht sich von selbst, warum aber die Kleidung der Mädchen nicht auf die unterschiedlichen Figuren und Typen angepasst ist, bleibt ein Rätsel.

Der Höhepunkt des Fremdschämens beginnt beim sogenannten Talentebewerb. Die fünf Finalistinnen müssen Playback zu einem Song singen und dazu performen. Auch wenn alle das Beste aus diesem peinlichen Durchgang gemacht haben, wünschte man allen Kandidatinnen, dass es bald vorbei ist. Eine der Finalistinnen konnte sehr gut tanzen und fühlte sich sichtlich wohl auf der Bühne. Die restlichen Modelanwärterinnen wirkten eher hilflos und wussten nicht so recht, was sie genau tun sollten. Ein lächerlicher Durchgang, der nicht öffentlich, sondern geheim von der Jury bewertet wurde – warum?

Das Fazit

Die Veranstaltung wirkte im Allgemeinen ziemlich eingeschlafen. Wenige Zuschauer, keine Stimmung und teilweise seltsame Modeldurchgänge. Die groß angekündigte After-Party ließ ebenfalls eher zu wünschen übrig, da der Großteil der Gäste die Veranstaltung bereits nach der Verkündung verließ. Das Teilnahmefeld von neun Kandidatinnen (in den Vorjahren waren es immer 12) zeigt ebenfalls, dass das Interesse an dieser Veranstaltung eher nachlässt. Die Organisatoren sollten sich etwas einfallen lassen, wenn sie auch in Zukunft schöne Vorarlbergerinnen für diesen Wettbewerb gewinnen und auch die Besucheranzahl erhöhen möchten.

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