Der vegane Selbstversuch

Veganer Monat

Der April steht bei uns ganz im Zeichen von Veganismus. Wir werden euch mit Lokaltipps versorgen, Buchempfehlungen geben und unsere Erfahrungen mit euch teilen.

Unsere Ernährung bisher

Bei Kosmetikprodukten achte ich schon lange darauf, vegan einzukaufen, deshalb überlegte ich mir schließlich, es auch mal in der Ernährung vegan zu versuchen. Vor ein paar Wochen fragte ich meinen Freund, ob er es sich »rein theoretisch eventuell vielleicht irgendwann« vorstellen könnte, sich einen Monat lang vegan zu ernähren. Ich hatte meine Frage noch nicht einmal fertig formuliert, da hat er schon mit »Ja« geantwortet. Ich war offen gesagt ein wenig verdutzt, da ich mit Widerspruch gerechnet hatte. 

Meinen Lebensstil würde ich als gesund und ausgewogen bezeichnen. Ich baue mein eigenes Bio-Gemüse an und bin Abonnentin der Gemüsekiste vom Vetterhof. Außerdem machen eine Arbeitskollegin und ich uns im Büro fast jeden Mittag eine große Schüssel bunt gemischten Salat. Aufgrund unserer Berufstätigkeit kochen wir jeden Abend etwas Warmes, deshalb kann es abends schon mal etwas später werden, bis bei uns das Essen auf dem Tisch steht. Natürlich nasche ich gerne mal eine Kleinigkeit und esse jeden Montag zu meiner Lieblingsserie eine große Schüssel – selbstgemachtes – Popcorn. Vor einem Jahr haben wir eine Diät gemacht, die ein tägliches Frühstücksei verlangt hat. Da es uns gut gefallen hat, vor der Arbeit noch etwas Zeit miteinander zu verbringen (vorher frühstückte ich selten und er gar nicht), haben wir das morgendliche Ei beibehalten. Ansonsten essen wir mehrmals in der Woche Fleisch, dabei achten wir aber besonders auf die Qualität. Das Geld, das wir für Bioprodukte ausgeben, ist aus unserer Sicht gut investiert. Wenn man bedenkt, was eine Packung Rinderfaschiertes kostet, nachdem das Tier aufgezogen, gefüttert, geschlachtet und transportiert werden musste, kommt es mir immer noch zu billig vor. 

Veganer Monat

Veraltete Vorurteile

Als ich noch in die Hauptschule ging, gab es eine Vegetarierin in unserer Klasse. Ich kann mich noch erinnern, dass es damals für uns andere Kinder kaum vorstellbar war, so zu essen. Man musste ja ständig auf irgendetwas verzichten und die arme Mutter musste doppelt kochen. Mit der Zeit wurde vegetarisches Essen aber zu einer Trendbewegung. Die hat bewirkt, dass Vegetarier heutzutage keine »Spinner« mehr sind und der Verzicht auf Fleisch oder zumindest die Reduktion des Fleischkonsums auch herkömmliche Haushalte erreicht hat. Auf Speisekarten von Mittagsmenüs gibt es schon lange zum »Menü 1« noch eine vegetarische Alternative. Der Wandel, den Vegetarier vor ca. 10 Jahren erlebt haben, erreicht jetzt die Veganer: Spätestens seitdem Supermarktketten veganes Fastfood anbieten, ist es nicht mehr schwierig, sich ohne tierische Produkte zu ernähren. 

Im Fernsehen wird man regelmäßig mit den Machenschaften der Fleischindustrie konfrontiert und erfährt, wie sich der Fleischkonsum auf die gesamte Umwelt auswirkt: Der Anbau von Soja (über 90 % der Ernte wird für die tierische Verfütterung verwendet) lässt ganze Regenwälder »verschwinden«, zusätzlich ist Soja in den meisten Fällen genmanipuliert. Außerdem werden für die Produktion von 1 kg Fleisch ca. 25.000 Liter Wasser verbraucht. Die vegane Ernährung hat neben der Schonung der Umwelt aber auch noch positive, gesundheitliche Aspekte: Der Cholesterinspiegel wird gesenkt, das Immunsystem gestärkt, viele Krankheiten können gemildert oder sogar geheilt werden und man fühlt sich laut Erfahrungsberichten frischer und energiegeladener. Natürlich gilt: Eine ausgewogene und bewusste Ernährung ist das A und O. 

Die Aufessphase

Bevor wir mit unserem veganen Monat beginnen, müssen wir unseren Kühlschrank leeren. Darin befinden sich noch viele Eier, Butter, Milch, Joghurt, Sauerrahm, Speck aus der Steiermark usw. Diese Woche wird also noch ganz normal gegessen. Da wir uns aber auch bisher schon bewusst mit »alternativen« Lebensmitteln auseinandergesetzt haben, findet sich darin – neben Gemüse – auch allerhand, was wir weiterhin essen dürfen, z. B. Kichererbsen, Hummus und Hafermilch. Heute haben wir uns ein veganes Kochbuch gekauft, damit wir nächstes Wochenende gut informiert einen Großeinkauf machen können. Die Speisen, die darin abgebildet werden, lassen das Wasser in meinem Mund zusammen laufen. Es gibt heutzutage für alles eine fleischlose Alternative und aufgrund des immer größer werdenden Umwelt- und Ernährungsbewusstseins der Bevölkerung steigt der Bedarf an vegetarischen oder veganen Lebensmitteln – somit ist es auch nicht schwierig, an die Zutaten der Rezepte zu kommen.   

Ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten Wochen …

LM_Veganer-Monat_Speck

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