Jan Delay kommt von Funky Town nach Wacken

Liebe

Disko No. 1 betreten die Bühne und formen Herzen mit ihren Fingern. Die Stimmung in dem kleinen Münchner Club Strom ist sehr intim und voller Vorfreude. Und dann kommt er, Jan Delay, gut gelaunt und mit einem Herz. Das Publikum, bunt gemischt aus Jung und Alt, tut es ihnen gleich und der erste Song „Liebe“ wird angestimmt. Jan Delay trägt kurze Hosen, Kniestrümpfe und eine Sonnenbrille, die er während des gesamten Konzertes nicht ablegt. Außerdem trägt er ein Hemd. Und nur ein Mann wie er, kann ein Hemd so tragen, ohne doof auszusehen: Der einzige Knopf, der zu ist, ist er oberste.

Hammer & Michel

Jan Delays aktuelles Album Hammer & Michel ist ein Rockalbum. Delay selbst sagt, es wäre doch langweilig etwas zu machen, was man eh schon mal gemacht hat. Schon während der Aufnahme von Wir Kinder vom Bahnhof Soul habe er hauptsächlich Rockmusik gehört. Da war es für ihn ein absolut logischer Schritt, das nächste Album rockiger zu gestalten.

Hammer & Michel - Jan Delay

Von Funky Town nach Wacken

Der zweite Song an diesem Abend ist „Wacken“, das zweitletzte Lied auf dem aktuellen Album Hammer & Michel. „Ich verlasse nun Funky Town und gehe nach Wacken. Das ist aber immer noch sehr nah bei Funky Town. Wo sind die Pommesgabeln?“ Und er fordert alle im Publikum auf, gleich die doppelte Pommesgabel zu zeigen.

Auf die beiden neuen Songs folgt ein alter Bekannter. „Hab ich die derbste Band der Welt?“ – „Türlich türlich“. Delay verwendet hier die Musik von KoRns „Word Up“. Und auch sonst hört man während des Abends mehrere bekannte Melodien, Rhythmen und Textpassagen. Unsere Ohren hörten unter anderem RHCPs „Can’t stop“, Guns N‘ Roses „Paradise City“, Beastie Boys „Fight for your right“, Blurs „Song 2“, Macklemores „Thrift Shop“ und Missy Elliotts „Get Ur Freak On“.

Ich geb’n Fick

Das Publikum wird immer ausgelassener. Alles singen mit und tanzen, was das Zeug hält. Als Delay die Menge auffordert ihre Mittelfinger zu zeigen, fackelt diese nicht lange und alle Mittelfinger, die sich in dem kleinen Raum befinden, schnellen in die Höhe. Auf diese Geste hin folgt das Lied „Fick“, ebenfalls von „Hammer & Michel“.

Im Laufe des Konzerts folgen noch ein paar weitere Lieder seines am 11. April erscheinenden Rockalbums und so präsentiert er dem Publikum neue Songs wie „Action“, „Hertz 4“, „Nicht eingeladen“ oder „Dicke Kinder“.

Jan Delay scheint der Abend zu gefallen. Er hat seinen Spaß mit dem Publikum und bezieht es bei einigen Liedern in die Choreographie mit ein. So gibt es seine altbekannte „Freeze-Aktion“, bei der alle für ein paar Sekunden in einer Position verharren müssen, wenn die Musik aufhört, oder Sprünge mit einer halben Drehung und Hinternwackeln. Bei „Oh Johnny“ fordert er das Publikum auf mit irgendeinem Kleidungsstück über den Kopf zu wedeln um seinem Special Guest aus Turkmenistan seine Bewunderung zu zollen.
Auch auf die Choreo der Band legt Jan Delay wert und so bricht er den Song „Disko“ sogar ab, weil die Choreographie nicht gleich klappt.

Die Hitze in dem kleinen Club ist nach kürzester Zeit beinahe unerträglich. Doch Delay lässt sich nicht den Spaß verderben. „Ich friere ein bisschen. Hat jemand eine Daunenjacke für mich? Und wickelt mich dann noch in Zellophanfolie ein. Dann spiele ich noch 4 Stunden! Leider hat das aber niemand für mich … jetzt sind’s nur noch 10 Minuten …“ 

Der gesamte Abend ist großartig. Niemand kann seine Füße still halten und tanzt, was das Zeug hält. Da ist es nur halb so schlimm, dass Songs wie „Feuer“ oder „Für immer und dich“ nicht gespielt werden. Bei den Liedern des neuen Albums kann über dies auf jeden Fall hinweg gesehen werden.

Auf St. Pauli brennt noch Licht

Zum Abschluss performt Jan Delay mit seiner Band Disko No. 1 seine erste Singleauskopplung von Hammer & Michel: „St. Pauli“ und bringt die Menge damit fast zum Ausrasten.

Wer sich einen genialen Abend mit eingängiger Musik, tollen Texten und Tanzgarantie nicht entgehen lassen möchte, hat noch bis Oktober die Möglichkeit ein Konzert zu besuchen. Die genauen Konzerttermine sind auf Jan Delay’s Website zu finden.

Wir können euch das auf jeden Fall raten und schwelgen in Erinnerungen …

Bilder: Presse Handout, Ländle Magazin 

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