ALPINALE lud zur Vorarlberger Kurzfilmnacht nach Nenzing

Kurzfilmnacht

Die lange Nacht des Vorarlberger Kurzfilms begeisterte am Freitag über 150 Besucher, die den Jugendraum JOIN in Nenzing bis auf den letzten Platz füllten. Eine Jury gab jedem der insgesamt 20 gezeigten Filmen ein konstruktives Feedback und nominierte die Lokalfavoriten für das ALPINALE Kurzfilmfestival.

Der große Andrang an Besuchern begeisterte Manuela Mylonas und ihr ALPINALE-Team aus engagierten Filmbegeisterten. “Wir bieten der Ländle-Filmszene eine attraktive Plattform und die Chance, sich im Anfang August mit den besten Kurzfilmen der Welt messen zu können. Zudem prämiert eine internationale Jury den Siegerfilm mit einem 500 Euro-Preisgeld”, so die die Obfrau des Vereins ALPINALE, die sympathisch und souverän durch den vierstündigen Abend führte, der von Land, Marktgemeinde Nenzing und der Raiffeisenbank unterstützt wurde.

“Er besticht durch eine äußerst orginelle Film- und Farbgestaltung und ist ein Fest der Fantasie. Außergewöhnlich ist auch die Ton- und Geräuschgestaltung”, so Filmexperte Werner Gerold über das 12-minütige Werk “end.wurf” des Künstlers Tone Fink. Der Entstehungsprozess seiner Pastellkreidezeichnungen mit Elementen aus Landschaftsbildern und frei erfundene Figuren werden durch wiederholte Eingriffe und Veränderungen schrittweise sichtbar gemacht. Für den Filmemacher bildet die Technik der Filmarbeit “einen ausdrucksstarken wie persönlichen Versuch, die Natur menschlicher Gefühle und Erinnerungen ins Werk zu setzen”.

Filmkritiker Martin Begle lobte die surreale 2D- und 3D-Animation „Kii“ der 31jährigen Dornbirnerin Anne Zwiener, die in knappen Bilden die Beziehung zweier Figuren erzählte. “Der Film schafft es, spielerisch mit dem philosophischen Thema umzugehen, ohne gekünstelt zu wirken. Er transportiert Emotion, ohne auf Mimik angewiesen zu sein, enthält überraschende Wendungen und ist eine in sich stimmige Komposition aus Bild und Ton”, so Begle.

Bei „Cold wheels“ wurde in die große Trickkiste gegriffen, damit wir Skater aus mehreren Blickrichtungen bewundern können. Regisseurin Melanie Schneider (24) baute “Bullet-Time”-Effekte à la Matrix in ein Skatevideo ein und zeigt dem Betrachter durch Einfrieren der Tricks einen ganz speziellen Moment, der mit dem menschlichen Auge normalerweise nicht sichtbar ist. “Die spannende, formale und ästhetische Verbindung aus Alt und Neu, Raum, Gegenstände, virtuosen Akteuren, Musik und der tollen Kameraführung ergibt für uns eine Nominierung”, begründet Schauspielerin Jasmin Rischar die Entscheidung. Die Jury sprach zusätzlich drei Filmen eine lobende Erwähnung aus: “Tuxedo” von Yannik Lamarque, “High Noon” – ein gut gemachter Film über das Thema Respektlosigkeit von Arno Brändle. “Wunschlos glücklich” von Ulrich Schwendinger ist ein berührender Ausschnitt aus einem Gespräch mit einer 96jährigen Frau, die am liebsten sterben möchte.

Das Publikum wählte die groteske Actionkomödie “Return of the Habsburgs” von John J. Lund zu ihrem Lieblingsfilm. Mit viel Humor und Augenzwinkern rettet ein amerikanischer Elite-Soldat im Rambo-Manier die entführte Präsidententochter vor den Habsburgern, die ganz nach ihrem Familienmotto “Tu felix Austria, nube!” lieber heiraten, als Kriege führen.

Kurzfilmnacht

Foto: © Kurzfilmnacht – ALPINALE (Karin Bleiweiss)

 

Kommentar verfassen