Rettet das Gsi: Äuôli

Äuôli kennen mittlerweile vermutlich auch die Nicht-Lustenauer unter euch, ist es doch eines der beliebtesten Beispiele für den Lustenauer Dialekt. Doch warum suchen wir an Ostern eigentlich bunt gefärbte Äuôli?

In der europäischen Kunstgeschichte steht das Ei seit jeher für Auferstehung. Sogar auf Marienbildern wird es im Hintergrund als Hinweis auf die jungfräuliche Geburt verwendet.

Woher die Tradition des Eierversteckens genau kommt, ist allerdings nicht bekannt. Es gibt mehrere Erklärungsversuche – die exakte Herkunft bleibt leider ein kleines Rätsel.

Ostereier und das Heidentum

Das Verschenken von Eiern zu Ostern war eine heidnische Tradition und wurde von der Kirche unter Strafe gestellt, um nur noch kirchliche Bräuche zu feiern. Um sich bei der Fortsetzung dieses alten Rituals nicht erwischen zu lassen, haben die Heiden die Eier fortan nicht mehr persönlich verschenkt, sondern auf den Feldern von Freunden und Familie vergraben und versteckt.

Ostereier und das Christentum

Eine etwas andere Erklärung besagt, dass das Verstecken der Eier aus der Zeit der Konvertierung der Heiden zum Christentum stammt. Die frühchristliche Kirche machte sich u.a. heidnische Festtage zunutze, die sie mit einer neuen christlichen Bedeutung versah, um die Konvertierung zu erleichtern.

Ostereier und die Landwirtschaft

Des Weiteren wurde früher während der Fastenzeit auf Eier verzichtet. Damit diese nicht schlecht wurden, mussten die Eier in Wasser gekocht und mit Pflanzenteilen farblich gekennzeichnet werden. So konnten die gekochten von den ungekochten Eiern nach der Fastenzeit unterschieden werden und waren noch immer essbar. Der Appetit war nach 40 Tagen ohne Eier natürlich groß und so machte es gleich doppelt Spaß die bunt gefärbten Hühnerprodukte hinter Bäumen und unter Sträuchern zu suchen.

 

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