S O H N im Conrad Sohm

S O H N im Conrad Sohm

Auf das gestrige Konzert habe ich mich schon sehr lange gefreut: Ende 2012 habe ich auf dem Radiosender meines Vertrauens das erste Mal den Song »The Wheel« von SOHN gehört. Um den Künstler dahinter wurde von Anfang an ein großes Geheimnis gemacht, es war nur bekannt, dass man ihn schon aus einem früheren Projekt kennt.

S O H N

Letztes Jahr wurde endlich darüber gesprochen und mit der Veröffentlichung seines ersten Albums »Tremors« Anfang April hat das Versteckspiel nun endgültig keinen Sinn mehr: Der Mann, der hinter  S O H N  steckt, ist Toph Taylor. Der Name ist wahrscheinlich nicht vielen ein Begriff, aber sein ehemaliges Projekt Trouble Over Tokyo kennen dann doch einige. Aber Taylor sprich nicht gerne über die Vergangenheit, möchte nicht, dass man Trouble Over Tokyo mit  S O H N  vergleicht.

Live

Die Brille gegen Mütze und Kapuze ausgetauscht, gelingt ihm die Unterscheidung rein optisch auf jeden Fall ausgezeichnet. Der viel zu warm gekleidete Mann in der Mitte der Bühne, eingehüllt in Nebel und umrahmt von Lichtsäulen wirkt konzentriert und fröhlich. Er spricht nicht viel und klatscht sich, oder viel mehr seinen Kollegen, fast nach jedem Stück Beifall. Das Alter des Publikums ist nicht auf eine Mehrheit festzulegen, es gibt sowohl sehr junge als auch ältere Besucher. 

Der Multiinstrumentalist Taylor sitzt heute ausschließlich an Piano und Synthesizer – begleitet von einem Bassisten und einem Pianisten, die wiederum beide auch Synthies bedienen. Die engelsgleiche Falsettstimme von Toph Taylor bietet einen starken Kontrast zu den elektronischen Klängen und lauten Bässen, live wirkt das noch besser als auf Platte. Der Hype um den in Wien lebenden Briten ist also berechtigt. Das bestätigt auch das Publikum, das sich etwas schwer tut mit der Entscheidung, den Abend als Clubbing oder Live-Konzert zu werten. Richtig getanzt wird kaum, still stehen kann und will trotzdem keiner. Der ganze Raum ist in Bewegung und lässt sich von den sphärischen Klängen treiben. 

Weitere Tourtermine:
Di, 08.04.2014, Köln (Gebäude 9)
Fr, 11.04.2014, Hamburg (Uebel&Gefährlich)
Sa, 12.04.2014, Osnabrück (Lagerhalle)
So, 13.04.2014, Berlin (Heimathafen)
So, 20.04.2014, Frankfurt (Zoom)
Mo, 21.04.2014, Zürich (Papiersaal)

Mi, 23.04.2014, Wien (Arena)
Sa, 31.05.2014, Mannheim (Maimarktgelände)
So, 20.07.2014, Gräfenhainichen-Dessau (Ferropolis)
Fr, 15.08.2014, Gräfenhainichen-Dessau (Ferropolis)

 

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