Soundsnoise Festival: Programm am Freitag

Fuckhead sind immer noch ihrer ganz eigenen Schönheit in Klang, Wort und Bild verpflichtet. I-Wolf & the Chainreactions, Experimentierfreude im Bass-, Soul- und Jazzbereich. An den Sex Jams ist man 2013 nur schwer vorbeigekommen. Blondie trifft DinasourJr. Mit seinem Labelkollegen Dorian Concept ist Cid Rim weit in HipHop und zeitgenössische Electronica Felder vorgestoßen und damit weltweit gefragt. 

Das gibts am Freitag, 2. Mai 2014, ab 21.00 Uhr zu hören:

 

21 Uhr: Sex Jams (A)

Sex Jams sind einer der spannendsten Mosaiksteine des zeitgenössischen Wiener Undergrounds, der angelehnt an die junge Filmszene der 80er/90er Jahre – als „Slack-Pack“ firmiert. März 2013 präsentiert die Band das Album Trouble, Honey. War ihr Sound bisher deutlich von Hardcore / Riot Grrrl geprägt, haben sie sich nun eines vergleichsweise poppigen Gewandes bedient: Blondie meets die fuzzigeren Momente von Dinosaur Jr. Ihre Live-Shows sind atemberaubende Erlebnisse, die dank der Omnipräsenz von Frontfrau Katie Trenk orgiastische Züge annehmen. Sex Jams – die Band an der man 2013 nur schwer vorbeikommt!

 

 

21.45 Uhr: I-Wolf & the Chainreactions (A)

Mit den im Sommer 2013 veröffentlichten Schwesternalben Flesh and Blood / Skull and Bones bringt Schlögl ein im Pop selten gewordenes Mammutwerk von Bass-, Soul- und Jazzmusik! Doch I-Wolf ist ein ständiger Forscher ohne Rücksicht auf Karriereplanung oder Szenezugehörigkeiten. Schon längst entwickelt er seine Visionen vom letzten Jahr weiter, denn Schlögl ist ein Getriebener seiner musikalischen Ideen und entzieht sich somit herkömmlichen Business-Erwartungen und fühlt sich nur seinem musikalischen Anspruch und seiner Experimentierfreude verpflichtet. Das macht ihn zu einem Quell immer neuer musikalischer Überraschungen. Sei es mit dem Wissenschafts-Musikprojekt Faraday Orchestra, der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Künstler Paul Divjak als TeamToolTime/Bee-Pop oder mit seinen sehr speziellen Arbeiten für die Wiener Theaterszene (Burgtheater, Theater in der Josefstadt, Volkstheater,Rabenhof,…).

 

Der maßlosen Planlosigkeit entgeht Schlögl mit genauen stilistischen Vorgaben für jedes seiner Projekte und so entwickelt er als I-Wolf Trio von seinen Ausnahmemusikern Tom Marsh (UK) und Eduardo Raon (Pt) begleitet sein psychodelisches Soul-JazzAlbum Flesh and Blood zu einer effektiven Musikgranate weiter: gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise zwischen moderner vertrackter Bassmusik, Soulsamples und der Urgewalt des Free Jazz. Eine wilde tour de force, die eine archaische Kraft entwickelt und wilde Euphorie hervorruft. Die Musik von und für das Hier und Heute in zeitlosem Klang!

 

23 Uhr: Cid Rim (A)

Die Welt von Clemens Bacher alias Cid Rim dreht sich um die grenzenlose Magie und die mythischen Formeln des Funk. Beginnt der 28-jährige Wiener Producer und Schlagzeuger von JSBL über Einflüsse und musikalische Sozialisation zu sprechen, landet er unweigerlich in den 70s des vorigen Jahrhunderts. Zum Beispiel bei den JBs, Big Band Sounds à la Stan Kenton oder den Drumbreaks, welche ihm das Tor zum Funk weit aufgestoßen haben.

 

Mit seinen Bandkollegen Dorian Concept und The Clonious hat er über Jahre hinweg im gegenseitigen Austausch seine Producerskills geschärft und ist dabei weit in HipHop und zeitgenössische Electronica Felder vorgestoßen. Angefangen als enthusiastischer Sample-Digger steht in seinen aktuellen Arbeiten ein tempo-unabhängiger, verspielter, verschachtelter mit deepen Akkorden versetzter Sound im Mittelpunkt. Ein Hybrid aus programmierten Beats und analogen Drum-Patterns trifft auf messerscharfe Grooves und monumentale Power-Steps. Sein Debüt feierte Cid im Jahre 2010 mit der Full Nelson EP auf Affine Records, es folgte daraufhin ein Signing beim renommierten schottischen Label Lucky Me wo er 2012 das vielbeachtete und selbstbetitelte Micro Album „CID RIM“ veröffentlichte und gleich im Jahr darauf mit seiner Mute City EP nachlegte. 2013 war auch das Jahr, wo Cid verstärkt als Remixer und Kollaborateur in Erscheinung getreten ist. Er produzierte für und mit Theophilus London und Spoek Mathambo. Außerdem wurden seine Remixes für CHVRCHES, Mikky Ekko oder Darwin Deez von diversen BBC Radio Hosts mit jeder Menge Airplay abgefeiert.

 

24 Uhr: Fuckhead (A)

Fuckhead verpflichtet der Schönheit in Klang, Wort und Bild seit 1988. Analoger Aktionismus, digital arts, Lärm, Schmutz, Schund und grandiose performative Desaster in Europa und Übersee von New York bis Kyoto. Zahlreiche Auftritte in Clubs und auf Festivals wie auszugsweise Transmediale/Berlin, Meltdown/London, Sonido/Montreal, What is music Sydney/Melbourne, Le lieu obliques/Nantes, Carousel/Paris, Unsound/Krakow, Skif/Moskau, Moving patterns/NYC, Impact/Utrecht, Luff/Lausanne, Ars Electronica/Linz, Donaufestival/Krems, Wien Modern, … uvm. Schöne Musiken, bewegte Bilder, Körperskulpturen, Datenträger und sonstiger prätentiöser Scheiss für fröhliche Mensch, wagemutige Labels, ambitionierte Museen und risikofreudige Theaterhäuser wie beispielsweise Akademietheater/Wien, Landestheater Linz, Theater Phönix/Linz, Ballet der Wiener Staatsoper etc. Preis für innovatives Kino Diagonale 2004. Aktuelles Projekt: …Heart of darkness.

Bilder: Handout Spielboden 

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