Auf die Pflege kommt es an

Barthaare können eine beträchtliche Länge erreichen: Den längsten Bart trug seinerzeit Hans Langseth, der 1927 mit einer Barthaarlänge von unglaublichen 5,5 m verstarb. Ob solch ein Bart als schön und praktikabel bezeichnet werden kann, ist fraglich, aber ohne die nötige Pflege hätte Hans Langseth dieses Prachtexemplar gewiss nicht zustande gebracht.

Wer kann Bart tragen?

Wer es retro mag, entscheidet sich für den Schnauz, der muss allerdings unbedingt stylish frisiert sein – sonst wirkt man schnell um 20 Jahre älter. Laut Stilautor und Modeberater Bernhard Roetzel aus Berlin sei der Vollbart für alle Gesichtsformen geeignet: »Runde Gesichter macht er auf positive Weise kleiner, und hagere Gesichter kriegen so mehr Kontur.« Allerdings warnt er: »Wer zu dünne Haare oder zu viele kahle Stellen auf den Wangen hat, sollte auf einen Vollbart verzichten.« In den ersten vier Wochen sollte man sich überhaupt nicht rasieren. Erst wenn der Wuchs dicht genug ist, soll man ihm mit einer Bartschere eine erste Kontur geben. Zwei Wochen später hat man eine schöne Länge erreicht, die man beibehalten sollte.

Die Pflege zuhause

Will man seinen Bart besonders aufwendig stylen, wie ihn zum Beispiel zu einen schwungvollen Zwirbelbart formen, kommt man an der traditionellen Bartwichse nicht vorbei. Diese besticht dabei vor allem mit ihrer exzellenten Haltbarkeit. Es gibt sie von vielen Herstellern, bei Bedarf gibt es aber auch viele Rezepte, um sich seine Bartwichse selbst herzustellen.

Life is like a moustache. It can be wonderful or terrible. But it always tickles. (Nora Roberts)

Auch einem Vollbart sollte sein Träger genug Aufmerksamkeit schenken: Er muss neben dem täglichen Kämmen auch regelmäßig mit Shampoo gewaschen und je nach Dichte danach sogar geföhnt werden. Außerdem sollten die vollbartfreien Flächen mit dem Rasierer von einzelnen Härchen befreit werden, um dem Bart die nötige Kontur zu verleihen. Unablässig ist zusätzlich das Schneiden zu langer, aus dem Vollbart herausstehender Haare. Wer sich dank – oder trotz – Gesichtswolle nicht vor Kussanfragen retten kann, dem sei noch ein Tipp gegeben: Der Schnauz muss regelmäßig gestutzt werden, denn ein »Walrossbart« stört und kann in die Nase gehen.

Styling beim Profi

In den 80ern und 90ern wurden die Herrenfriseursalons von Unisex-Studios verdrängt. Doch mit dem Aufkommen des Barttrends schießen – zumindest in den Großstädten – auch wieder sogenannte »Barbershops« wie Pilze aus dem Erdboden. Dort werden aller Herren Bärte mit viel Liebe und Hingabe gepflegt. Wer in Vorarlberg zum Spezialisten gehen möchte, dem sei geraten, einen türkischen Herren-friseur aufzusuchen. Denn in Kulturkreisen, in denen der Bart nie an Aktualität verloren hat, gab es auch immer einen Grund, das traditionelle Handwerk des Barbiers zu erlernen.

Wer jetzt Lust hat, seiner Männlichkeit freien Lauf zu lassen, kann sich im Video unten von der letztjährigen Fashion Week in Paris Inspiration holen.

 

Fotos: Markus Gmeiner Starke Fotografie / Haare & Makeup: Lee Julie Rusch 

 

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