Godzilla – Bester Nebendarsteller

Handlung

Der Amerikaner Joe Brody (Bryan Cranston) ist in einem japanischen Atomkarftwerk beschäftigt, als zu einer Katastrophe kommt. Dabei wird seine Frau getötet und die Gegend um das Kraftwerk verseucht. 15 Jahre später glaubt Brody immer noch nicht, dass es sich um ein Erdbeben gehandelt hat, denn er konnte damals ungewöhliche Signale empfangen. Deswegen treibt er sich auch immer wieder im angeblich verseuchten Sperrgebiet herum. Dabei wird er verhaftet und sein in den USA lebender Soldatensohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) muss nach Japan reisen, um seinen Vater aus dem Gefängnis zu holen. Doch dann erkennt Joe Brody die gleichen Warnzeichen wie vor 15 Jahren. Kehrt das Monster aller Monster zurück?

Anschauen?

Die Handlung fängt stark an, lässt dann aber umso stärker nach. Der Film wird zwar nie wirklich langweilig, trotzdem kann man nicht von einem großen Wurf sprechen. Die Spezialeffekte sind spitze, die Action kann sich sehen lassen.

Wer auf Monster steht und Pazifik Rim gut findet, sollte sich den neuen Godzilla auf jeden Fall anschauen. Wer sich mehr erwartet, wird enttäuscht sein.

Kritik inkl. Spoiler

Anfangs wird alles richtig gemacht. Um einen historischen Bezug zu schaffen, werden Monstersichtungen in Form von altem Filmmaterien und Geheimdokumenten gezeigt. Selbst die Atomtests nach dem zweiten Weltkrieg dienten nur dazu, Godzilla zu vernichten. Bei Bohrungen wird ein riesiges Skelett entdeckt, an dem glitschige Überreste, von irgendwas, dass sich aus dem Staub gemacht hat, hängen. Kurz darauf wird in Japan ein Atomkraftwerk zerlegt – die Zerstörung beginnt. Wunderbar, das wird was. Doch Überraschung, dass war gar nicht Godzilla sondern ein „Muto“ hat das Kraftwerk platt gemacht. Diese Mutos sind insektenartige Moster, die an die Viecher aus Starship Troopers erinnern. Somit steht fest: Godzilla ist nicht das einzige Monster. Na gut, mehr Action garantiert, kann nicht schaden.

Es gibt aber nicht nur Monster zu sehen, sondern auch Menschen. Brain Cranston ist einer davon und arbeitet als Wissenschaftler. Er ist der Grund, warum man sich einiges vom neuen Godzilla erhofft hat. Der Typ, der in „Breaking Bad“ so genial gespielt hat, macht doch in keinem schlechten bis durchschnittlichen Film mit. Fehlanzeige, hat er bei Total Recall ja auch gemacht. Da im Trailer quasi nur „Walter White“ zu sehen ist, hat es mich doch verwundert, dass Cranstons Charakter ziemlich früh stirbt. Da wollte man wohl einen auf Game of Thrones machen, dort passiert sowas ja ständig. Dafür rückt der Typ aus Kickass in den Mittelpunkt der Geschichte. Da Aaron Taylor-Johnson aber nur über einen einzigen Gesichtsausdruck verfügt, sparen wir uns die Worte über seine „Leinwandpräsenz“.

Was mich am Film genervt hat, sind die dämlichen Erklärungen, warum die Situation nunmal so ist wie sie ist. Erstens, die Mutos ernähren sich von Radioaktivität – na Mahlzeit. Zweites, ein Typ der dafür ausgebildet wurde, Bomben zu entschärfen, kriegt nicht mal das auf die Reihe. Drittens, die Natur regelts schon selber. Soll heißen, dass Godzilla nur dann erscheint, wenn irgendwo Mutos geschlüpft sind. Die riesige Echse ist deren natürlicher Feind. Und wenn keine Mutos da sind, ist ihm halt ziemlich langweilig. Bin hoffentlich nicht der einzige, der diesen natürlichen Kreislauf selten dämlich findet.

Daraus ergibt sich, dass Godzilla nicht ultimative Badass ist, sondern uns alle vor den Mutos rettet. Und das funktioniert nicht richtig – das kann nur wieder beim kitschigen Baby-Godzilla aus dem japanischen Original, enden. Abgerundet wird das Ganze durch eine Schlagzeile ganz am Schluss, die da lautet „King of the Monsters – Savior of our City“.

Das größte Problem des Films ist allerdings nicht, dass Godzilla zu fett wäre oder das es zu wenige Monster-Battles gibt. Nein, die andauernde Gefahr durch die  Mutos – die sich zu allem Übel noch versuchen fortzupflanzen – lässt den eigentlichen Star des Films zum Nebendarsteller mutieren. Statt „Godzilla“ hätte der Film auch „Mutos in Love“ heißen können.

Originalbild © Warner Bros.

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