Vereinte Kräfte gegen Monsanto

Monsanto-Demo in Bregenz
©Patricia Keckeis

Am 24. Mai gingen weltweit Menschen auf die Straße, um gegen Monsanto, Fracking und TTIP zu protestieren: In Deutschland fand die Demo in 13 Städten statt, in Österreich in drei, unter anderem in Bregenz, und auch in der Schweiz wurde demonstriert. Kritisiert wurde vor allem eine nicht ausreichende Erforschung von Risiken bei genmanipulierten Lebensmitteln. Auch die Machtkonzentration des Unternehmens Monsanto und sein Patentvorgehen standen im Mittelpunkt der Proteste.

Monsanto-Demo in Bregenz

Über 2.000 Vorarlberger versammelten sich zum March against Monsanto in Bregenz, um gegen den amerikanischen Biochemie-Konzern Monsanto, die umstrittene Energiegewinnungsmethode Fracking und das in Verhandlung stehende Freihandelsabkommen TTIP (Infos dazu nach der Bildergalerie) zu protestieren. Die hohe Teilnehmeranzahl überraschte manche Demonstranten, gleichzeitig freuten sie sich selbstverständlich über das eindeutige Zeichen der Vorarlberger Bevölkerung, die sich hier gemeinsam gegen drei schwerwiegende Themen stark machte. Viele der Teilnehmer hatten ihre Kinder oder Haustiere dabei – sogar ein Lamm konnte man entdecken. Das Publikum war quer Beet, von jung bis alt, von alternativ bis schick.

Ich finde es sehr wichtig, öffentlich – und dadurch der Innen- wie der Außenpolitik – klar zu machen, dass Monsanto, TTIP und Fracking klare „No-Gos“ sind. Auch fand ich das breite Spektrum an verschiedenen Charakteren sehr spannend. (Ursula Hechenberger-Schwärzler)

Der Demonstrationszug startete in der Bahnhofsstraße, ging durch die Kaiserstraße – vorbei an einem Scharax-Demonstranten (siehe Fotos) – und am GWL entlang Richtung Landhaus. Am Ziel angekommen, wurden informative Reden geschwungen, Neugierige und Demonstranten wurden über die Machenschaften und Gefahren von Montanto, Fracking und TTIP aufgeklärt.

Schade war, dass der Termin für die Demo genau mit dem Frauenlauf zusammenfiel. Da die Veranstaltung aber am selben Tag in über 50 Ländern stattfand, kann man niemandem die ungünstige Terminwahl vorwerfen.

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Monsanto

Wissenschaftliche Studien beweisen, dass genetisch veränderte Lebensmittel zu schweren gesundheitlichen Schäden wie Unfruchtbarkeit, Krebs und Missbildungen bei Neugeborenen führen. Monsantos genetisch modifiziertes Saatgut bedroht unser Ökosystem massiv. Studien zeigen klare Zusammenhänge zwischen den von Monsanto verwendeten „Neonikotinoiden Pestiziden” mit dem weltweiten Bienensterben und mit dem Kollaps ganzer Bienenvölker. Diesen Studien wird aber gerne, seitens der Pharmakonzerne und deren Interessenvertretern, Ungenauigkeit und Einseitigkeit vorgeworfen.

Während Kleinbauern und Bio-Betriebe ums Überleben kämpfen, sichert sich Monsanto Patentrechte auf sämtliches genetisch modifiziertes Saatgut sowie den gesamten Prozess der Gentechnik und festigt so seine Monopolstellung als globaler Nahrungsmittel-Lieferant.

Fracking

Hydraulic Fracturing oder kurz Fracking ist eine Methode zur Erzeugung von Rissen im Reservoirgestein im tiefen Untergrund, mit dem Ziel, dass dort lagernde Gase oder Flüssigkeiten leichter und beständiger zur Bohrung fließen und gewonnen werden können.

Wie bei allen Bohrtechniken bestehen beim Fracturing Umweltrisiken. Sie entstehen in erhöhtem Maße durch das Einpumpen des mit Additiven (Chemikalien, u. a. Biozide) versetzten Bohrwassers zum Aufbrechen des Lagergesteins, zum Beispiel:

  • Verunreinigung des Grundwassers durch das Bohrwasser und die darin enthaltenen Chemikalien
  • Verunreinigung des Oberflächenwassers durch das zurückgepumpte Bohrwasser und die darin enthaltenen Chemikalien
  • Migration von Stoffen aus der Lagerstätte in anderen Schichten
  • Unfälle beim Abtransport des Brauchwassers plus der darin enthaltenen Chemikalien
  • Vibrationenen beim Bohren und regelmäßigen Fracken

Darüber hinaus befürchten Kritiker, dass neben den kleinen und gewollten Mikrobeben auch größere Erdbeben ausgelöst werden, was aber von Experten ausgeschlossen wird. (Wikipedia)

TTIP

Das Transatlantische Freihandelsabkommen, (engl.: Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) ist ein in der Verhandlungsphase befindliches Freihandelsabkommen in Form eines völkerrechtlichen Vertrags zwischen der Europäischen Union und den USA.

Eine derartige Freihandelszone wurde seit etwa dem Beginn der 1990er Jahre diskutiert, auch unter dem Namen Wirtschafts-NATO. Nach offiziellen Stellungnahmen soll durch das Abkommen unter anderem das Wirtschaftswachstum in den Teilnehmerstaaten belebt, die Arbeitslosigkeit gesenkt und das Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer erhöht werden.

Das geplante Abkommen wird von Teilen der Politik, Journalisten, Verbraucherschutz- und Umweltschutzorganisationen sowie Nichtregierungsorganisationen massiv kritisiert. So werde es von Lobby-Vertretern der Industrie unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ohne Beteiligung der nationalen Parlamente oder des EU-Parlaments und damit faktisch ohne demokratische Kontrolle verhandelt. Die zu erwartenden positiven wirtschaftlichen Effekte für die Bevölkerung der Teilnehmerstaaten seien sehr gering und würden von zahlreichen gravierenden Nachteilen begleitet. So würden durch das Abkommen Umwelt- und Gesundheitsstandards untergraben und Arbeitnehmerrechte aufgeweicht. Die angestrebte „Harmonisierung“ von Standards orientiere sich laut Kritikern an den Interessen der Konzerne und Finanz-Investoren, weil Harmonisierung bedeute, dass tendenziell der jeweils niedrigste bzw. wirtschaftsfreundlichste Standard aller Einzelstaaten als Basis für die verbindliche Norm des Vertrags dienen werde. Der dadurch ausgelöste „Race to the bottom“ führe zu weiteren negativen Globalisierungseffekten. (Wikipedia)

 

Fotos: Patricia Keckeis, Ursula Hechenberger-Schwärzler

 

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