Ein perfekter Tag am See mit Cro

Tag am See mit Cro

Cro brachte am 6. Juni sein neues Album Melodie raus. Event-Gigant Red Bull organisierte für ihn eine einen Tag lang andauernde Release-Party: Er spielte in Romanshorn (CH), Bregenz und anschließend mit einem Fallschirmsprung noch in Konstanz (DE). Noch nie wurde in Bregenz so viel professionelles Social Media gemacht und gehashtagt wie an diesem wunderschönen Sommertag.

14:13

Ich komme zu einem unglaublich vollem Festspielhaus-Vorplatz. Zuhause habe ich noch gegrübelt, ob Cro auch so viele Zuschauer haben wird wie Xavier Naidoo am Vorabend – schließlich ist er noch nicht so lange im Business und das Alter seiner Fanbase ist bestimmt nicht so breit gefächert wie beim Schmachtsoulsänger Naidoo.

Vorbeigehend an einigen Cros gelange ich dank Presseausweis schnell zur Bühne und finde noch einmal mindestens so viele Fans  wie auf der anderen Seite des Gebäudes vor.

14:32

Da meine ursprüngliche Begleitung leider absagen musste, treffe ich mich mit einer Freundin, die glücklicher Weise schon gute Plätze fand und einen Sitz für mich freihielt. Von da oben aus ist die Seekulisse gigantisch – aber die Cro-Fans sind ja nicht wegen der Aussicht da und möchte selbstverständlich einen Sitz in den ersten Reihen ergattern. Ich frage mich, wie lange man für so einen Platz anstehen musste. DJ EM sorgt seit 14 Uhr für den perfekten Sound zu diesem wunderschönen Sommertag. Die Menge tanzt und feiert ununterbrochen.

15:16

Es wird heiß. Zu unser aller Glück haben wir eine Sonnencreme dabei. Diese zücken wir in immer kleiner werdenden Abständen. Die Besucheranzahl ist mittlerweile auch konstant, es sind nicht ganz so viele wie bei Xavier, aber die Zuschauertribüne ist trotzdem gut besetzt. Der Moderator kündigt den nächsten Act an: die Brüder Sam aus Deutschland, die wie Cro beim Independent Label Chimperator unter Vertrag sind. Außerdem erklärt er, dass sich ab sofort an allen Ausgängen Helfer mit Wasserschlauch befinden, die gerne für eine kleine Abkühlung sorgen – auch Trinkbecher seien vor Ort. Gut, denn bei dieser Hitze mache ich mir Sorgen, dass es vor allem den aufgeregten, jüngeren Fans noch an Erfahrung und Vernunft fehlt, sich rechtzeitig um Flüssigkeitszufuhr (Bier ausgenommen) und um Sonnenschutz zu kümmern.

15:58

Ich entdecke die ersten Boote mit türkis-weißer Cro-Flagge, deshalb begebe ich mich mit einigen Pressekollegen an das linke Ende der Tribüne und hoffe, einen Schnappschuss vom aussteigenden Cro zu ergattern. Kurz denke ich amüsiert, dass er sich vielleicht schon längst unter die Zuschauer gemischt hat, schließlich ist sein Gesicht nur wenigen bekannt. Wer sich unter der Maske verbirgt ist zwar mittlerweile kein Geheimnis mehr, doch wage ich zu bezweifeln, dass es viele Fans gibt, die ihn in einer so großen Menge erkennen würden. Auf meinem Mediaplan steht 16:00 – 16:30 Boot Ankunft und dieser Zeitrahmen ist auch perfekt inszeniert: Bei jedem schlanken Mann, der aus einem Cro-Boot aussteigt, spürt man die Anspannung der Fans, die Kameramänner deuten darauf hin, dass es nun endlich soweit sein muss. Nach ca. 20 Minuten steigt endlich ein Mann mit Panda-Maske aus – die Menge kreischt und grölt. Ich hätte es lustig gefunden, hätten sich zu diesem Zeitpunkt im gesamten Areal ein paar Männer mit Masken unter das Publikum gemischt, doch ich befürchte, es hätte einige hyperventilierende Fans gegeben.

Die Wartezeit wird musikalisch von Fii überbrückt. Der macht seine Sache sehr gut, allerdings ist die Menge mit der Zeit nicht mehr so aufnahmefähig. Immer wieder beschwichtigt er, dass er aufhöre, sobald Cro bereit sei. Mit einem Dialog, den er kürzlich führte, erklärte er, wer er überhaupt ist: „Heast Oida, bist du da Dicke ausm YouTube?“ – „Na, i hob 5 kg ognomman! Wollt ihr Beatbox hören?“ – „Na, des is doch wia da David Guetta. Do druckt ma holt a poor Knepf!“ Die Menge lacht.

16:40

Ein gut gelaunter Cro springt auf der Stage herum. Ich beobachte einen Security, wie er immer wieder Fans zurechtweisen muss – sie steigen auf die Plastiksessel oder drängen sich in den Gang vor der Bühne. Das dürfen aber nur Mitarbeiter und … die Presse.

Die Hitze macht auch der Band zu schaffen, so ist der Gitarrist Tim gerade mit Einschmieren beschäftigt, als ein weiterer Song gespielt werden sollte. Cro sorgt sich um das Wohl Fans und spritzt sie mit Wasser an: „Achtung Handys!“

Meine Freundin sagte schon vor dem Konzert, wie anstrengend es sein muss, wenn man drei Konzerte hintereinander spielen muss. Das geht ganz schön an die Stimmbänder. Recht hat sie, denn Cro hüstelt ins Mikro und sagt, sein Hals kratze so furchtbar. Etwas später wird ihm Tee gebracht: „Ihr dürf bitte niemand sagen, dass ich Tee trinke – bei 49 Grad! Das ist … Wodka pur!“

Einige Fans hatten die glorreiche Idee, sich ein Tretboot zu mieten, um sich das Konzert anzusehen. Als Cro sich einmal zu ihnen wendet, flippt ein auf einem Boot stehendes Mädchen so sehr, dass es fast ins Wasser fällt. Gut, dass für solch einen Sturz auch die Wasserrettung zur Stelle wäre.

17:29

Gegen Ende sagt Cro, dass er sich schon so auf Bregenz gefreut hatte, da es hier angeblich die schönsten Frauen Österreichs geben soll. *kreiiiiiiiisch* Nach dem letzten Stück (Easy) verabschiedet er sich mit den Worten: „Dankeschön Bregenz, ihr ward arschgeil!“

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