Wird der Herbst der neue Sommer?

Viele würden den Sommer 2014 am Liebsten so schnell wie möglich wieder vergessen. Selbst diejenigen, die an der Adria oder am nordöstlichen Mittelmehr Sonne tanken wollten, mussten sehr viel Glück haben, um von Wärme und Sonnenstrahlen genügend abzubekommen. Denn etwas ist bemerkenswert: Seit über 70 Jahren war es an der Adria (Italien, Kroatien) nicht mehr so kühl bzw. gab es nicht so viele Regentage wie in diesem Jahr. Aber wo war er denn, der Sommer 2014?

sommer-2014-1024x302

Er war im hohen Norden, auf Urlaub in Schweden! Denn dort gab es Mitte Juli ein kräftiges Hochdruckgebiet mit sagenhaften 30 Grad und die Menschen vor Ort fühlten sich wie am Mittelmeer. Aber auch bei uns war der Sommer bereits im April und Juni auf einen Kurzaufenthalt zu Gast. Diese zwei Monate sind jedoch bereits in vielen Köpfen vergessene Erinnerungen an sonnige Tage! Da der August nach einem missglückten Start doch noch Hoffnung auf einen Sommer gab, wurde das kurzzeitige Hochdruckgebiet erneut bald abgedrängt. Seither fehlt vom Sommer-Feeling, mit Ausnahme einzelner weniger Tage, jegliche Spur. Die Niederschlagsmengen betragen bereits kurz vor Monatsende in manchen Bergregionen des Landes bis zu 200 mm. Das ist deutlich weniger als im Vorjahr. Und auch das Monatsende fällt ins Wasser, wie die Prognosen derzeit andeuten.

Apropos Prognosen: Dass es jemals so schwierig war, exakte Prognosen zu erstellen, wie in diesem Sommer, können sich die Wetterexperten vom Wetterring während den letzten sieben Jahren nicht erinnern. Schuld sind unter anderem die ungewöhnlichen Großwetterlagen, welche die Wettermodell-Rechner wohl zur ein oder anderen Fehlberechnung bewegt haben dürften. Da die Wintermonate Januar-April deutlich zu warm ausfielen, könnte das ebenso zu einem negativen Einfluss auf diesen Sommer geführt haben. Denn oft war es schon in der Vergangenheit so, dass auf einen milden Winter, ein eher trüber Sommer mit wenig Sonnenstunden folgte. Auf kalte Winter ist dies oft umgekehrt.

Die Gewinner dieses Sommers waren sicherlich die Wellnesshotels, Bauern und Landwirte. Die Wetterregel: „Ein Kühler Mai bringt allerlei!“ hat in diesem Jahr recht behalten, und uns eine Fruchtbare Ernte beschert. Die Verlierer: Schwimmbäder, Badegäste, Sonnenanbeter und Urlauber!

Fazit: Die Langzeitbeobachtungen deuten darauf hin, dass nach einem eher missglückten Sommerwetter ein warmer und sonniger Herbst folgt und der Winter erst spät einsetzt. Nun, viel Zeit bleibt dem Wetter nicht mehr, die vielen Sonnenstunden nachzuholen, die es diesen Sommer schuldig geblieben ist.

Text und Foto: Lukas Alton vom Wetterring Vorarlberg

Kommentar verfassen