WhoMadeWho: »Musiker zu sein ist ein harter Job.«

Wenn man von einem Rockstar wie Josh Homme gecovert wird, darf man stolz darauf sein, es weit gebracht zu haben. Jeppe Kjellberg, der Sänger und Gitarrist von WhoMadeWho, plauderte mit uns über die unglamourösen Seiten des Musikerdaseins, verschlafene Fans und Conchita Wurst. Die drei Dänen kommen übrigens am 9. August in die poolbar!

Hast du den Eurovision Song Contest verfolgt?
Indirekt, weil ihn meine Frau und meine Tochter leidenschaftlich gerne angesehen haben.

Wie fandet ihr die Siegerin Conchita Wurst? Hat sie verdient gewonnen?
Sie war meine persönliche Favoritin. Ich habe sogar auf sie gewettet. Der dänische Song war auch sehr stark, aber irgendwie zu gut. »Nur« musikalisch. Der Wurst-Song hatte mehr kulturelle Spannung und Drama. Man konnte ihre Message spüren. Sie war in jeder Hinsicht die richtige Gewinnerin für die Eurovision-Show.

Ist Musiker zu sein Spaß, ein Job oder doch eher ein Job mit viel Spaß?
Musiker zu sein ist ein sehr harter Job! Man muss sehr viel opfern, um die Sterne zu erreichen, und man muss bereit sein, sehr chaotisch zu leben. Aber wenn du deinem Herzen folgen willst, ist es der einzige Weg, den du gehen kannst. Und darin erfolgreich zu sein, ist ein sehr großes Privileg. Und manchmal macht es auch unglaublich viel Spaß! (lacht)

Wie würdet ihr die musikalische Entwicklung von WhoMadeWho beschreiben, von The Green Versions bis hin zum neuen Album? Was könnte als nächstes kommen?
WhoMadeWho war schon immer unser musikalischer Spielplatz. Eine Band in stetiger Entwicklung. Von den Anfängen, wo wir instrumentalen Diskosound als Live-Trio in Clubs auf der ganzen Welt gespielt haben, bis heute, wo wir eine normalere Band sind mit Songs und Texten, welche wir in Arenas und auf Festivals spielen dürfen. Mit richtigen Songs und zwei Sängern.
Unsere Band hat eine große Entwicklung hinter sich, wir mögen es so. Auf unserem neuesten Album »Dreams« haben wir uns sehr auf das Songschreiben, die Texte und die Melodien konzentriert. Mit strenger Produktion und wenig Instrumenten. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass wir bald etwas Chaotischeres versuchen.

Mit welcher Band könnt ihr euch alle identifizieren?
Wir haben immer schon die Liebe zu Kraftwerk geteilt. Und zu den früheren Daft Punk. Wir sind aber alle sehr unterschiedliche Personen. Unsere musikalischen Einflüsse sind immer noch sehr verschieden. Die Unterschiede zwischen uns sind irgendwie Teil unseres kreativen Kryptonits.

Josh Homme ist ein bekennender WhoMadeWho-Fan. Habt ihr ihn schon mal getroffen – vielleicht auf einem Festival Backstage gejammt?
Ich habe Josh schon ein paar Mal getroffen. Gejammt haben wir noch nie, aber er ist ein toller Kerl zum Abhängen. Sehr fröhlich und gesellig.

Ist Disco, House, Elektro, Pop, Rock immer noch politisch?
Ich glaube, Conchita Wurst ist dieser Tage die politischste Person im Musikbusiness.

Wie viele Einsendungen habt ihr für das »The morning«-Video erhalten?
Ich glaube, so um die 200 verschiedene Clips und Fotos sind in diesem Video enthalten. Es war lustig zu sehen, wie unsere Fans morgens aussehen. (grinst)

Was habt ihr eigentlich mit euren Skelett-Anzügen gemacht?
Wir haben sie 2011 dem Dänischen RockMuseum gegeben, nachdem wir in diesem Jahr beim Roskilde Festival gespielt haben.

Wie würdest du euren Gig 2012 in der poolbar in Feldkirch beschreiben?
Es war ein sehr intimes Konzert, ich habe sehr gerne dort gespielt.

Kannst du ein paar Sätze auf Deutsch?
Bis spater poolbar. Wir sehen uns. Liebe aus Danemark, Jeppe.

Text: Cornelia Bachträgl und Felix Steininger
Übersetzung: Katharina Germann
Foto: Ink Music

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