Stolz & Vorurteil: Uwe Boll im Interview

Er hat sich über die Jahre einen berüchtigten Ruf aufgebaut, denn er gilt als der schlechteste Regisseur der Welt. Er hat bereits zu Lebzeiten den Schmähpreis, die »Goldene Himbeere für sein Lebenswerk« verliehen bekommen. Er hat eine gegen ihn ins Leben gerufene Online-Petition, die ihn dazu aufforderte, keine weiteren Filme mehr zu drehen, einfach ignoriert. Er forderte seine schärfsten Kritiker zum Boxduell heraus und vermöbelte sie alle hintereinander. Er beleidigte Spieleentwickler von »Blizzard« als kleine erbärmliche Würstchen, weil sie ihn »World of Warcarft« nicht verfilmen lassen. Er sagt, was er denkt. Das ist Uwe Boll.

Der 49-Jährige Deutsche muss einiges einstecken, seine Computerspielverfilmungen werden von vielen Fans gehasst und angefeindet. Durch seine vermeintlich schlechten Filme wurde er Kult, wahrscheinlich wäre es ihm anders lieber gewesen. Aber auch Boll selbst ist nicht gerade zimperlich. In Interviews nimmt er meist kein Blatt vor den Mund und das finden viele gut.
In unseren Breiten wird Boll belächelt und seine Filme erscheinen meist direkt auf DVD. Jedoch ist er einer der wenigen deutschsprachigen Regisseure, die von sich behaupten können, regelmäßig internationales Kino zu machen und bereits mit bekannten Schauspielern gearbeitet zu haben. Darunter findet man klingende Namen wie Jason Statham, Christian Slater oder Sir Ben Kingsley.

Mit seinen jüngeren Werken versucht Boll seine Jugendsünden wieder wett zu machen. Er packt politisch brisante Themen an, die ihm wichtig sind. Wie sehr zehrt es an ihm, immer den Stempel des Trash-Produzenten aufgedrückt zu bekommen? Wen hält er eigentlich für den schlechtesten Regisseur der Welt? Das alles und noch viel mehr haben wir Uwe Boll gefragt. So viel sei schon jetzt verraten: Er ist vielleicht nicht der beste Regisseur der Welt, aber der sympathischste.

Ich versuch mal, so gut es geht hochdeutsch zu sprechen.
Nun, du musst ja nachher nur hochdeutsch schreiben, wir können ja trotzdem im Dialekt reden.

Glaub‘ nicht, dass das gut funktioniert – unser Dialekt ist etwas eigen.
Alles klar, dann lieber hochdeutsch.

Aber nun zu dir. Obwohl du mit »Indiana Jones 4« oder den neuen »Star Wars«-Filmen nichts zu tun hattest, nennt man dich den schlechtesten Regisseur der Welt. Warum?
Dazu ist es gekommen, da ich zu viele Videospielverfilmungen gedreht habe. Es fing an mit »House of the Dead«, dann »Alone in the Dark«, »Bloodrain«, »Schwerter des Königs«, »Postal« und »Farcry«. Wenn man diese Art von Filmen macht, ist man sehr stark im Geek-Bereich unterwegs. Das sind Horror-, Splatter- und Gamefans, die sind in ihren Meinungen sehr extrem. Die sagen dann nicht, »der eine Film war schlecht«, sondern »Uwe Boll ist der schlechteste Regisseur der Welt«. Und dann kommt noch dazu, dass man in diesem Genre von vornherein keine guten Kritiken kriegt. Das summierte sich und dadurch kam dieses Image zustande.

Das kriegt man natürlich auch nur sehr schwer wieder los.

Klar, das haftet dann an dir. Auch bei neueren Filmen, wie »Darfur«, der sogar einen Preis gewonnen hat und ein ernstes Thema, den Völkermord im Darfur-Konflikt, behandelt.
Den »New York International Filmpreis«. Ja, es gibt dann eine gewisse Akzeptanz, trotzdem ist es schwer, gegen diese Vorverurteilung anzukommen. Die meisten Artikel fangen dann so an: »Der schlechteste Regisseur der Welt hat einen Film über Darfur gedreht … und der ist gut«.

Und »Darf er das überhaupt?« – als Trash-Regisseur ein derart sensibles Thema anfassen?
Ja, darf ich das überhaupt? Aber man bleibt dann trotzdem der schlechteste Regisseur der Welt, obwohl ich mittlerweile mit »Siegburg«, der den Foltermord in einem Gefängnis thematisiert, oder dem Ausschwitz-Film, viele politische Themen aufgreife. Auch bei »Assault on Wall Street«, wo es um die Finanzkrise geht. Da fragt man sich schon irgendwann, wie viele gute oder politisch motivierte Filme ich eigentlich noch drehen muss, damit ich dieses alte Image mal loswerde.

Der Schmähpreis der »Goldenen Himbeere« trägt bestimmt auch einiges zu diesem Image bei.
Vor allem, wenn man den, wie ich, nicht für einen Film, sondern für sein bisheriges Lebenswerk bekommen hat. Das heißt ja, man hat nur Müll gedreht. Sowas kriegt man natürlich ganz schwer wieder weg.

Du bist aber auch nicht zimperlich, es gab ja diesen Boxevent gegen vier deiner Kritiker.
Ich war so frustriert über diese ganzen Kritiken. Die schreiben auch immer dasselbe – geben sich kaum Mühe. Dann dachte ich mir »So, jetzt reicht’s, wir machen jetzt einen richtigen ›Hau auf Uwe Boll‹-Event«, aber ich schlag‘ natürlich zurück. Dann organisierten wir den Box-Event in Vancouver, wo ich dann vier meiner Kritiker k.o. geschlagen habe (lacht). Die waren ja auch selber schuld, dass die das gemacht haben.

Du warst mal Boxer, das wussten die doch?
Ja, ich hab das auch allen gesagt. Aber ansonsten hätte ich auch nicht gegen vier Leute hintereinander boxen können. Jeder, der mal im Ring stand, weiß, wie anstrengend das ist. Andererseits wusste ich auch nicht, ob von denen irgendeiner einen Kampfsport gemacht hat. War also auch für mich ein gewisses Risiko. Aber sie waren alle richtig schlecht.

Schlussendlich war es aber gut, viele Leute sind aufgewacht, denn ich wollte damit bezwecken, dass die Onlinekritiker, die ihr Gesicht hinter den Rechnern verstecken und mit Pseudonymen agieren, mal geradestehen müssen. Die wollte ich ins Rampenlicht holen und hab gesagt, macht mal ’ne richtige Konfrontation mit mir und zeigt euch.

Trolle vermöbeln?
Ja, es ist schon so, dass viele heute nicht mehr dazu stehen, was sie schreiben, die bleiben anonym und wollen einfach nur bashen.

 

Meine Pro-Boll-Petition kam leider nur auf 10.000 Votes.

 

Dann gab’s noch die Sache mit der Online-Petition, die dich aufforderte, keine weiteren Filme mehr zu machen.
Das wurde gesponsert von einer Kaugummifirma: Jeder, der gegen mich gevotet hat, bekam ’ne Kaugummipackung umsonst oder so. War ein bisschen unfair, hatte etwa 300.000 Unterschriften.
Meine Pro-Boll-Petition kam leider nur auf 10.000 Votes.

Aber, die Pro-Bolls haben auch nichts bekommen?
Genau, die haben nichts bekommen. Aber die Anti-Boll-Petition war auch so eine Propaganda-Aktion, die wurde in den US-Medien gepuscht, bis der Arzt kommt – das war mir dann aber auch egal.

Ist dir Kritik noch wichtig oder eher egal?
Es ist ein Mix. Anfangs hat mich die Sache mehr getroffen, auch emotional, mit der Zeit stumpft man irgendwo ab. Man kann sich auch nicht von morgens bis abends dieses Zeugs um die Ohren hauen. Ich hak‘ das dann ab, nehm’s nicht mehr persönlich. Ich weiß, die wollen ihre Leser auch unterhalten. Persönlich les‘ ich auch lieber eine schlechte Kritik, weil sie mehr Spaß macht.

Andererseits ist mir Kritik auch sehr wichtig, wenn sie gut geschrieben ist und man danach weiß, worum’s überhaupt geht. Das haben viele Kritiker in den letzten Jahren vergessen. Es ist nur noch ein reines Gebashe und keine Information mehr. Kritik sollte aber auch die positiven Seiten eines Films beleuchten.

Du hast auch nicht die großen Budgets, wie z. B. Michael Bay für den neuen Turtles-Film. Du musst mit viel weniger auskommen.
Das ist auch so eine Sache, die ein Kritiker meiner Meinung nach berücksichtigen sollte. Wenn einer im Geld schwimmt, stellt sich mit Recht die Frage »Warum ist der Film nicht perfekt?« Wenn ich 100 Millionen hab‘, für z. B. Ninja Turtles, und da sind nachher Fehler drin, dann ist man wirklich ein schlechter Regisseur.

Mit drei bis vier Millionen was auf die Beine zu stellen, das trotzdem gut aussieht, ist schon schwieriger. Umso besser ist man als Regisseur, wenn man mit wenigen Mitteln auch optisch was bringen kann.

Hast du Turtles schon gesehen?
Nein, hab ich noch nicht. Ich bin auch nicht der große Michael Bay-Fan.

Obwohl er oft mit dir gemeinsam genannt wird.
Weil er auch so viele Popcorn-Projekte gedreht hat. Wobei meine Filme immer ab 16 oder 18 Jahren freigegeben sind und Michael Bay ist mehr ab zwölf. Seine frühen Filme fand ich gar nicht schlecht. »The Rock«, »Bad Boys« oder »Con Air« hab ich mir gerne angekuckt.

Aber ich brauch‘ keine Filme, wo ich Spielsachen rumlaufen seh‘. (Anm. d. R.: damit meint er Transformers)

Wenns wenigstens mit Herz gemacht wäre. Bei Transformers oder Turtles schwingen auch immer Kindheitserinnerungen mit.
Transformers hat keine Seele. Es geht nur darum, wie man ein schönes Bild an das nächste reihen kann.
Bay lebt immer noch davon, dass in seinen früheren Filmen auch gute Schauspieler dabei waren, wie Will Smith oder Nicolas Cage, die damals auf dem Höhepunkt ihrer Karriere waren. Das war richtig gut.

Ein Mark Wahlberg, warum der in Transformers mitspielt, versteh‘ ich nicht, der macht sich damit auch lächerlich und beschädigt seine an sich gute Filmkarriere.

So was Ähnliches sagt man über Til Schweiger ja auch, der bei dir in »Far Cry« die Hauptrolle gespielt hat.
Er war eben bekannt für seine Komödien und für Til war’s mal ’ne gute Abwechslung in einem Action-Film mitzuspielen. Schluss-endlich ist er ja Tatort-Kommissar geworden und macht dort auch Action-Filme. Und ich glaub, dass er sowas gerne macht. Ihm hat’s auf jeden Fall Spaß gemacht, bei »Far Cry« mitzuspielen – Rumgeballer und so.

»Far Cry« ist auch eine Videospielverfilmung – von denen hast du mal gesagt, dass du sie nur des Geldes wegen gemacht hast. Sind dir diese Filme dann auch nicht wichtig?
Doch, sie sind mir schon wichtig und sie machen auch Spaß. Am meisten Spaß hatte ich bei »Schwerter des Königs« mit Jason Statham. Und das Schönste ist, danach hat man 60 Millionen und kann Sachen machen, die andere Regisseure immer machen können, so wie Michael Bay.

Was ich mit »des Geldes wegen« meinte, ist, dass es die Initialzündung für ein neues Projekt ist. So wie »House of the Dead«, da hatte ich keine Beziehung dazu, aber er hat Gewinn gemacht. Ich bekomme ja keine Filmförderung, sondern ich hab‘ dann einen Film, wo ich privaten Investoren zeigen kann, dass so was Profit macht, damit die wieder in einen neuen investieren.

 

War zwar ein Zombie-Streifen – nur Geballer – aber der hat Geld gebracht.

 

Damit wäre die Frage »Wie kommt Uwe Boll immer wieder an Geld?« auch beantwortet.
Ja, ich kann dann sagen, hier ist zwar ein Zombie-Streifen – nur Geballer – aber der hat Geld gebracht. Drum habe ich auch die Sache mit den Videospielen gemacht, weil ich da in der Lage war, Geld einzusammeln. Die laufen in den USA in tausenden Kinos. Mit welchem Film schafft man das? Nicht mit »Darfur« oder »Rampage«, den ganzen guten Filmen. Die kommen dann auf Festivals oder direkt auf DVD raus.

In Europa gehen fast alle deiner Filme direkt in die Videotheken. Diese sind durch Netflix & Co noch mehr unter Druck. Sind diese Strea-mingportale für dich von Vorteil?
Ich treffe in Kürze den Boss von Netflix, der hat »Rampage 2« gut gefunden. Da die ständig wachsen,  hoffe ich, dass Netflix in Zukunft auch etwas Geld für meine Filme hat. Man muss halt schauen, dass man mit diesen neuen Playern am Markt ins Geschäft kommt. Die haben z. B. auch »House of Cards« produziert.

In Deutschland haben sie’s schwerer, denn Sky ist auch da, mit einem großen Potenzial – die haben ja die Fußball-Bundesliga.

Du siehst Netflix für dich also als Chance?
Auf jeden Fall, je mehr Onlineportale man hat, desto besser, da keiner die Filme exklusiv haben will. Das ist natürlich toll, da der DVD-Markt sich immer mehr online verlagert. Deshalb ist der Kontakt zu Neflix für mich absolut wichtig.

Netflix setzt stark auf Serien, wie das eben erwähnte »House of Cards«. Würde dich eine Serie reizen?
Wenn ich was Schönes hätte, so wie »Breaking Bad«, dann würde ich schon gerne eine Serie machen.  Ich hab nur leider keine Idee dafür. Aber ich bin trotzdem interessiert daran, denn bei »Breaking Bad« konnte man gut sehen, wie man Charaktere über mehrere Staffeln verändern kann.

In einem Film geht das nicht. Die »Breaking Bad«-Story hätte man auch in einen zweistündigen Film verpacken können, nur dann wären 90 Prozent der Wirkung weg gewesen. Die ganzen Details, wie sich alles weiterentwickelt hat, ist das eigentlich Geniale – das kann man in Filmen nur so holterdiepolter machen.
In guten Streifen wie »Der Pate« oder »Good Fellas« geht das eher noch, die dauern auch lange. Sonst wird es unglaubwürdig.

»Breaking Bad« gefällt dir also – »Game of Thrones« ist momentan auch sehr beliebt, was hältst du davon?
Die haben halt viel mehr Charaktere, also können auch mehr Leute umgebracht werden. Das ist an sich clever gewesen. »Game of Thrones« macht auch Spaß, aber die kommen nun langsam zum Ende. Ist jetzt, die letzte Staffel, glaub‘ ich.

Noch nicht ganz, es hängt auch von George R.R. Martin ab, der sollte endlich die Bücher fertig schreiben…
Du hast versucht den zweiten Teil von Postal über Startnext zu finanzieren. Das hat nicht geklappt, woran lag
s?
Ich weiß es auch nicht. Immer, wenn ich wohin kam und Interviews gegeben habe, haben die meisten Fans gesagt, »Postal« sei ihr Lieblingsfilm und haben sich dann DVDs von mir signieren lassen, darum dachte ich, es gibt weltweit genug »Postal«-Fans, damit man so ein Kickstarter-Ding machen kann. Aber es hat nicht funktioniert, die Leute haben es nicht genug in sozialen Netzwerken geteilt und die Medien haben sich auch nicht dafür interessiert.

Du hast mal erwähnt, dass fast alle Schauspieler soweit käuflich sind, dass sie für einen gewissen Betrag alles spielen. Unsere Leserin Josefine möchte wissen, welcher Star dir trotz hoher Gage abgesagt hat.
Das ist schwer zu sagen, weil wir für verschiedene Projekte Angebote– an mehrere Schauspieler machen – die sind dann halt zu niedrig. Für »Assault on Wallstreet« habe ich Gerard Butler ein Angebot gemacht. Der sagte, er habe gerade »Olympus has fallen« gedreht und bekommt X-Millionen für ’nen zweiten Teil. Der spielt dann nicht für eine Million bei mir mit.
Ich hab Leuten aber nie zuviel Geld geboten, sondern eher andersrum. Ich weiß z. B., dass Bruce Willis für eine Million am Tag alles spielt. Das sind dann Preise, wo alle Stars einknicken, wir aber nicht mithalten können.
Aber viele bekommt man auch sehr preiswert, die spielen dann auch in jedem Müll mit.

Uwe-Boll-Zitat

Welcher ist dein Film des Jahres?
Kürzlich habe ich »Maps to the Stars« von David Cronenberg gesehen, gefiel mir sehr gut. Richtig bitter. Wenn man mal alle Illusionen über Hollywood zerstören will, kuckt man sich den Film an.

Und der schlechteste?
(Überlegt) Da hab ich doch einiges gesehen, z. B. »Herkules«, der war so schlecht. Oder auch »Pompeii«. Ich habe gehört, dass »Interstellar« auch nicht gut sei, der wird natürlich ein Erfolg, da er im All spielt – mit 3D-Effekten usw. – soll aber total langweilig sein und die ersten 45 Minuten passiert nur Schwachsinn.

Ich sehe aber einiges, wenn ich im Büro sitze. Ich hab immer den Fernseher an, da hab ich Filme laufen, die mich sonst nicht so interessieren. Jetzt gerade hab ich »Her« an, wo Joaquin Phoenix sich in sein Handy verliebt. Ganz schön bescheuert – interessiert mich von der Thematik auch nicht so. Aber trotzdem, wenn er dann läuft, kuck ich mir den Scheiß auch an, nur um zu wissen, was so alles existiert.

»Her« ist aber gut!
Ich hab grad erst angefangen, kann ich noch nicht beurteilen.

Bleiben wir noch kurz bei schlechten Filmen. Unser Leser Dominik möchte wissen, welchen Regisseur du so richtig scheiße findest – außer Michael Bay?
(lacht) Ich würde sagen, Paul W. S. Anderson. Der hat »Die drei Musketiere« – gefiel mir gar nicht – oder »Resident Evil« gedreht. Der hat ’ne ganze Reihe von Filmen gemacht, die ich alle scheiße finde. Das ist ein richtig schlechter Regisseur, der kann auch keine Story erzählen – also dieser »Pompeii« war ja ganz schlimm, dachte mir, dass kann ja nicht wahr sein. Aber die Neue Constantin in München, die arbeitet mit ihm zusammen und gibt ihm 50 bis 60 Millionen für irgendwelche Filme, die alle scheiße sind. Da bin ich mit meinen »Schwertern des Königs« bedeutend besser.

Und dann gibt’s natürlich Regisseure wie Oliver Stone, die mal super waren und dann auf einmal scheiße werden. Die machen dann eine Entwicklung durch, wo man sagt »Mein Gott, was ist aus dem geworden?«. »Wallstreet 2« war ’ne Katastrophe, »Wallstreet 1« ist einer meiner Lieblingsfilme. Da denkt man sich auch, der Regisseur ist über den Jordan gegangen.

So ähnlich ist es bei dem anderen Paul Thomas Anderson, der »Boogie Nights« gedreht hat. Fand ich super, auch »There will be Blood«. Aber dann kam »The Master«, der war eine Frechheit. Dann hat er noch ’nen anderen Film gedreht, der ist auch scheiße.  Das kann doch nicht wahr sein.

Oder nehmen wir mal die Wachowski-Brothers, außer »Matrix 1« haben die doch nur Scheiße gedreht. Das ist ganz komisch, es gibt Leute, die machen einen genialen Film und werden dann hofiert, obwohl die nur noch Dreck machen, so wie »Cloud Atlas«, aber diese Typen sind dann super. Ich mach‘ in den letzten Jahren einige gute Filme und bin immer noch der schlechteste Regisseur der Welt.

Hast du dir schon mal überlegt, aus diesem Titel eine Marke zu machen?
Ja, ich sollte mir Visitenkarten drucken lassen mit »der schlechteste Regisseur der WeltTM« (lacht).

Dürfen wir uns 2015 auf einen neuen Uwe Boll-Film freuen?
Ja, vielleicht auf »Rampage 3«.
(Anm. d. R.: Zur Zeit des Interviews versuchte Uwe Boll »Rampage 3« über die Kickstarter-Plattform »indiegogo« zu finanzieren. Hat wohl nicht geklappt)

Das große Thema unseres Magazins (Eiskalt.14) sind diesmal »Kinder«. Was ist dein Lieblingskinderfilm, den du dir auch heute noch anschauen kannst?
Immer noch gerne »Pipi Lang-strumpf«, aber es gibt auch unendlich viele Animationsfilme, die ich super finde. Also »Ice Age« find ich gut, denn viele dieser Filme haben einen besseren Humor als die Komödien mit echten Schauspielern. Die Drehbücher sind oft auch ganz gut.
Ansonsten bin ich eher mit den Klassikern aufgewachsen, auch Fernsehserien wie »Daktari« oder »Lassie«, die hab ich immer alle gekuckt.

Im Rahmen unserer Aktion »Rettet das Gsi« setzen wir uns für die Pflege des Vorarlberger Dialekts ein. Aber wir belästigen auch Unbeteiligte damit. Deshalb lautet unsere letzte Frage an dich: »Was ist ein Böllile?«
Ein Böllile? Irgendwas zum Essen? Ist es ein »Berliner Ballen« auf österreichisch?

Nein, dazu sagt man »Krapfen«.
Hm, vielleicht ein Stück Kuchen? Was ist es denn, ich kenn’s nicht.

Ein Böllile ist ein Bonbon.
Ok, nur leicht daneben. (lacht)

Vielen Dank für das Interview.
Gerne, danke auch.

Foto: Originalbild, Handout © Uwe Boll

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