Filmkritik: Birdman

„Birdman“ war der Favorit bei den diesjährigen Oscars. Nun wissen wir, wer auf diesen Film gesetzt hat, lag goldrichtig. Er holte sich in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bestes Originaldrehbuch“ und „Beste Kamera“ einen Oscar. Das klingt schon mal vielsprechend – ob der Hype gerechtfertigt ist, habe ich mir angesehen:

Handlung

Riggon Thomson war früher ein Superstar, denn er spielte die Hauptrolle in der Comic-Verfilmung „Birdman“. Als er ein Angebot für den vierten Teil ablehnte, ging es mit seiner Karriere steil bergab. Nun möchte er durch sein eigenes Broadwaystück wieder Ruhm erlangen und von dem Publikum und Kritikern geliebt werden.

Kritik

Die Wahl für Michael Keaton als Birdman ist passend, da er nach Batmans Rückkehr auch keine große Rolle mehr bekommen hat. Er spielt sehr sehr gut, allerdings ist für mich der Hype um seine Darbietung etwas übertrieben. Er galt als großer Favorit bei den Oscars, was sich auch bestätigt hat. Meine Stimme hätte er, trotz großartiger Leistung, allerdings nicht.

Für mich ist der eigentliche Star des Films Edward Norton, der in der letzten Zeit nur kleinere Rollen bekommen hat. Hier darf er endlich wieder zeigen, was er kann und ist völlig zurecht für den Oscar nominiert. Seine Rolle sorgt auch für die meisten Lacher im Film.

Emma Stone spielt Thomsons introvertierte Tochter, die einen Drogenentzug hinter sich hat. Eine Paraderolle für Emma Stone, die ebenfalls Oscarnominiert ist.

Naomi Watts Rolle geht zwar etwas unter, aber auch sie macht ihre Sache gut. Der Cast ist durch die Bank ausgezeichnet.

Cinematographer Emmanuel Lubetzki, der schon für Gravity einen Oscar bekommen hat, ist brilliant. Durch unscheinbare Schnitte und lange Einstellungen fühlt sich der gesamte Film an, als wäre er ein einziger Take. Auch die Beleuchtung und die Farben sind bemerkenswert.

Der Soundtrack ist etwas schräg, aber passend.

Alejandro Inarritus Birdman ist voll mit Seitenhieben auf Hollywood und macht sich auch über den Hype von Comicverfilmungen lustig. Außerdem gibt es viele schöne Mataphern in dem Film. Auch einen Regieoscar hätte sich Birdman verdient.

Das Ende des Films könnte manch einem nicht gefallen, da es mehrere Interpretationsmöglichkeiten gibt. Ich mag Enden, bei denen man nachdenken muss, was passiert ist, wie beispielsweise bei Enemy. Hier geht es um die Frage was ist real und was nicht.  Mehrere Lösungsmöglichkeiten sind zwar nicht ganz mein Geschmack, aber das Ende ist hier trotzdem passend.

Fazit

Ein sehr anspruchsvoller, schöner und sehenswerter Film, mit einem großartigen Cast, der aber sicher nicht jedermanns Geschmack treffen wird.

Foto: © 20th Centruy Fox

2 Kommentare

  • Gorana sagt:

    Ich will Birdman schon seit Ewigkeiten unbedingt sehen. Hätte ihn auch gerne vor der Verleihung gekannt … leider wurde er in keinem einzigen der Ländle Kinos gezeigt. Ich finde das UNMÖGLICH. Der beste Film des Jahres wird in ganz Vorarlberg nicht gespielt!!! Darum interessiert es mich umso mehr … bist du extra wohin gefahren um den zu sehen, oder habe ich was verpasst? Das Rio Kino bringt ihn zwar einen Monat später aber immerhin wenigstens am 5.3.

    • M.Feurstein sagt:

      Hab den Film in Innsbruck gesehen. Bin aber nicht extra deswegen hingefahren. Aber es ist mir auch schon aufgefallen, dass manche Filme bei uns einfach nicht laufen. Sehr schade.

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