Fink – A Hard Believer

Fink (Finian Paul Greenall) hat kürzlich sein neues Album »Hard Believer« herausgebracht und beehrt das Ländle diesen Monat mit seiner Anwesenheit. Wir haben mit Finian über seinen Namen, sein neues Album und seine neue Heimat Berlin gesprochen.

Fink

Der Name Fink entsteht in den Tagen, als Fink Elektro-Produzent ist und, nach eigenen Angaben, illegale Dinge tut. Fink nennt man in Amerika jemanden, dem man nicht vertrauen sollte. Und zudem beinhaltet es einen Teil seines Namens. Als er später von der elektronischen Schiene seine Singer-Songwriter-Karriere startet, will er zunächst seinen Namen ändern, entscheidet sich dann aber doch, ihn zu behalten und so heißt er auch heute noch schlicht und einfach »Fink«.

Von der Gitarre ans DJ-Pult und wieder zurück

Finian beginnt bereits in frühen Jahren Gitarre zu spielen. In seiner Jugend zieht es ihn dann in die englische Rave-, Elektro- und Trip Hop-Szene. Später findet Fink zur akustischen Gitarre zurück und lernt diese wieder lieben: »Ich mag die Herausforderung der Gitarre lieber als die Arbeit an den Turntables. Erstens kannst du deine eigenen Sachen spielen und deine Setlist ändert sich nicht von Wochenende zu Wochenende. Je mehr du spielst, desto besser wirst du. Ich mag DJing, aber heute bin ich lieber auf der Gästeliste als hinter den Decks.«

 

Hard Believer

Hard Believer ist das sechste Studioalbum von Fink. Nach »Perfect Darkness« (2011) ist Fink lange Zeit auf Tour. Es werden zwei Live-Alben veröffentlicht und zahlreiche Festivals und Konzerte gespielt. »Ich liebe die Verbindung zum Publikum und die Herausforderung. Es ist fantastisch … der ultimative Test.«

Nach der langen Tour zu »Perfect Darkness« hat Fink viel dazu gelernt. Das unermüdliche Touren, die Live-Alben und die dabei gesammelten Erfahrungen fließen in das neue Album. »Wir wollten dieses Mal tiefer eintauchen, ehrgeiziger sein um unseren Sound nach vorne zu bringen, ohne zu vergessen, woher wir kommen. Jedes Album zuvor war eine Reise nach vorne und dieses ist nicht anders. Obwohl, der Song ›Pilgrim‹ ist so hart und laut wie wir noch nie zuvor waren!«

Hard Believer erscheint auf Finians neu gegründetem Label R’COUP’D in Zusammenarbeit mit Ninja Tune. Bluesig und sehr lebendig ist das neue Album. »Mein Lieblingslied auf dem Album ist wahrscheinlich ›Hard Believer‹. Ich glaube es ist der erfolgreichste Blues-Song, den ich je gemacht habe. Aber ›White Flag‹ liebe ich auch.«

Die Reihenfolge der Songs auf dem Album war dieses Mal etwas tricky. »Die Abfolge der Songs ist irgendwie total wichtig und gleichzeitig aber auch absolut unwichtig. Wir haben wie verrückt mit dem Label und unserem Management gekämpft und sie schlussendlich so gereiht, wie wir wollten. Wir haben diesen Prozess ›the career suicide tracklisting‹ genannt. Aber ich liebe es. Wir haben die kommerzielleren Songs an das Ende geschoben. Und wir lieben die ersten 4 Songs – sehr herausfordernd und eindringlich.«

 

Berlin – internationale Drehscheibe von Kreativen

Seit einiger Zeit lebt Finian in Berlin. »Meine Umgebung ist für meinen Schreibprozess sehr wichtig. Was auch immer es ist, was Berlin mir zu bieten hat, ich brauchte es auf meinem neuen Album.« London, seine zweite Heimat, sei ganz anders – viel größer und es ginge zu viel um Geld. Berlin nennt Finian eine internationale Drehscheibe von Kreativen. »Es ist ein sehr aufregender Ort um ein Album zu schreiben.«

Auf seinem Album, das er mit dem Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam 2013 aufnimmt, besingt er seine lieb gewonnene neue Heimat sogar auf dem Song »Berlin Sunrise«. Die Aufnahmen mit diesem Orchester lassen seine Augen leuchten: »Das beste Stereo, das ich je gehört habe! Der Sound des Orchesters war einfach nur göttlich!«

Als wir uns zum Ende des Gesprächs bei Finian bedanken, meint er ganz lässig: »Kein Problem – Zeit ist eine der wenigen Sachen, die ich geben kann.«

Wir können euch das neue Album von Fink »Hard Believer« wärmstens empfehlen. Ein erfrischender Sound, bei dem man hört, wie viel Herzblut Finian und seine Bandkollegen da rein gesteckt haben.

Foto: Tommy N. Lance

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