Filmkritik: John Wick

Nach einigen Flops meldet sich „Mr. Matrix“ Keanu Reeves wieder auf der Leinwand zurück. Mit Man of Tai Chi  hat er es gerade mal direkt in die Videotheken geschafft und 47 Ronin war auch nicht „der“ Hit. Also liegen alle Hoffnungen auf seinem neuesten Werk – kaum ein anderer Film wurde in letzter Zeit so gehypt wie John Wick. Deshalb haben wir uns auf die Kinosessel begeben, um festzustellen, ob Keanu Reeves wirklich wieder da ist.

Handlung

Nach dem Tod von John Wick’s Frau erhält dieser – in bester „PS: Ich liebe dich“-Manier – ein Paket der Verstorbenen. Darin befindet sich ein Baby-Hund. Der Hund und sein Auto, ein klassisches Muscle-Car, sind nun sein Ein und Alles. Als ihm der Sohn seines früheren Mafia-Arbeitgebers das Auto klaut und seinen Hund tötet, muss der pensionierte Auftragskiller wieder in Aktion treten.

Kritik

Die Geschichte ist so dumm, sie erinnert stark an einen Tony Jaa-Film (Ong‑Bak oder Revenge of the Warrior). Ihm gibt man auch immer wieder „vernünftige“  Gründe um Leute zu vermöbeln, da er beispielsweise einen gestohlen Elefanten oder Buddha-Kopf wieder in sein Heimatdorf zurückbringen muss. Hier wird eben Rache für einen Hund genommen.

Keanu Reeves wirkt mit seiner Mimik zwar glaubwürdig, sobald er jedoch den Mund aufmacht, kaufe ich ihm die Rolle nicht mehr ab. Der Film versucht, Reeves extrem cool darzustellen, was aber meist unglaubwürdig umgesetzt ist. Ein Beispiel: Als der Gangsterboss seinem Sohn erklärt, mit wem er sich gerade angelegt hat, sehen wir in Zwischenschnitten wie John Wick mit einem Vorschlaghammer den Boden in seiner Garage aufschlägt, nur um an seine Waffen zu kommen. Da hätte es sicher ein leichter zugänglicheres Versteck gegeben.

Von den Kameraeinstellung her ist der Film gut gemacht und die Actionsszenen sind ebenfalls toll umgesetzt. John Wick ist nicht gerade sparsam mit Munition, denn er schießt seinen Widersachern gleich mehrfach in den Kopf, was frisch ist und unterhält. Besonders lobenswert ist, dass bei den Kampfszenen auf schnelle Schnitte verzichtet wurde und man auch tatsächlich sieht, was er macht. Der Soundtrack ist auch in Ordnung, mehr allerdings nicht.

Ein großes Manko des Films ist das Drehbuch, insbesondere die Dialoge sind schwach. Sie wirken klischeehaft, oft weiß man schon was die Charaktere sagen werden, bevor sie es tun. Der Handlungsstrang ist nicht stimmig, ich hatte das Gefühl, die Geschichte ist zu Ende erzählt – doch dann geht der Film aber noch zwanzig Minuten weiter. Die Handlung wirkt gegen Schluss erzwungen, als hätte der Autor nicht gewusst, wie er eine bestimmte Figur noch abschließen soll.

Ein netter Einfall ist das „Hotel für Gangster“, dass für alle Killer eine neutrale Zone darstellt. Hier hätte man etwas mehr daraus machen können.

Fazit

Ein kurzweiliger Actionfilm, den man sich durchaus ansehen, aber danach schnell wieder vergessen kann. John Wick erhält von mir 3 von 5 Punkten.

Beitragsbild: www.johnwickthemovie.com

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