Ride Greener

Unberührte Tiefschneehänge in einer beeindruckenden Bergwelt, weit weg vom nächsten Skigebiet – dieser Verlockung sind viele Tourengeher erlegen.

Die Faszination des »echten« Freeridens macht vor allem das einzigartige Naturerlebnis aus, denn schon beim Aufstieg beschäftigt man sich vertieft mit dem umliegenden Gelände, versucht es zu lesen, um Gefahren zu erkennen und die beste Linie für die Abfahrt zu finden.

Sobald man sein Ziel erreicht hat, wird man mit diesem einzigartigen Moment belohnt, in dem die Strapazen des stundenlangen Aufstiegs auf einmal vergessen sind und man völlig entspannt die Natur genießen kann. Und auch wenn die folgende selbsterarbeitete Abfahrt nur wenige Minuten dauert, so sind es diese Tage, die durch die intensive Wahrnehmung unvergesslich werden.

Warum in die Ferne schweifen?

Besonders in der heutigen Zeit, in der alles größer und schneller sein muss, übersieht man oft, was man alles vor seiner Haustüre findet. Im Ländle leben wir in einem Paradies, das mit seiner imposanten Bergwelt ein riesiges Angebot bietet. Hinzu kommt die attraktive Vernetzung des öffentlichen Verkehrs mit einer super Anbindung in die Ostschweiz – Grund genug also, nicht fortfahren zu müssen und die Anreise so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten.

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Der Faktor Umwelt

Denn schmelzende Gletscher, zunehmende Umweltkatastrophen, steigender Meeresspiegel – das alles sind Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels. Auch wenn einzelne schneereiche Winter uns kurzfristig nicht daran denken lassen, sind sie doch nur Ausreißer im langfristigen Veränderungsprozess. Denn ein einzelner Winter ist nur Wetter und noch nicht Klima.

Und dennoch tragen Wintersportler mit ihrem Lebensstil besonders zu diesem Prozess bei. An erster Stelle steht dabei die Anreise mit dem Auto in die Wintersportgebiete, gefolgt vom Wunsch nach eben präparierten Pisten, die neueste Ausrüstung jede Saison, Wifi in der Gondel usw., die Beispiele sind endlos.

Ride Greener

Um genau dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat es sich die Schweizer Initiative »Ride Greener« zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen. Sie setzt sich nicht nur für klimafreundliches Skifahren und Snowboarden, sondern auch für ein umweltbewusstes Verhalten in den Bergen ein.

Ihr Film »Steps – A Journey to the Edge of Climate Change«, zeigt mit atemberaubenden Bildern die Schweizer Snowboard-Profis Sten Smola und Reto Kestenholz. Sie starten frühmorgens gemeinsam per Bahn und Bus, um sich ihre Abfahrten im unverspurten Pulverschnee weit abseits der Massen mit Splitboards, Schneeschuhen und Tourenskiern selbst zu erarbeiten.

 

Der Nachhaltigkeitsansatz des Films war Anstoß für die Jungs von Split Hike Ride eine österreichweite Filmtour zu organisieren. Denn der Film vertritt eben jene Werte, die sie dazu geführt haben, mehr Menschen zum nachhaltigen Bergsport zu bewegen. Aufgrund der Bedeutsamkeit des Themas ist es ihnen ein großes Anliegen, den Film »Steps« einem großen Publikum im Ländle kostenlos zugänglich zu machen. Dies geschieht an Bildungseinrichtungen, denn je früher man über die Auswirkungen unseres Handelns informiert, desto größer ist die Chance, dieses in die richtige Richtung zu lenken, um auch unseren nachfolgenden Generation noch unvergessliche Pulverschneetage zu ermöglichen.

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[highlight] Wer den Film noch nicht gesehen hat, kann dies in Kürze nachholen. Split Hike Ride veranstaltet am 18. Februar um 19 Uhr in der Tankstelle Bregenz eine kostenlose Vorstellung. Hier könnt ihr es euch bei entspannter Wohnzimmer Atmosphäre gemütlich machen. [/highlight]
6 Tipps für klimafreundliches
Skifahren & Snowboarden

1. Öffentlicher Nahverkehr
Reise mit dem Zug oder Bus ins Wintersportgebiet – oft bekommt man dadurch reduzierte Tageskarten.

2. Fahrgemeinschaften
Wenn die öffentliche Anbindung ins Wintersportgebiet zu schlecht ist, fülle das Auto mit deinen Freunden. So muss nicht jeder mit dem eigenen Auto anreisen.

3. Ab in die Tonne
Recycle auch am Berg, entsorge deinen Abfall nie im Schnee, sondern immer in der Mülltonne.

4. Vermeide Chemie
Wachse dein Board und deine Ski mit umweltfreundlichem Wachs.

5. Bleib vor Ort
Anstatt Heliboarding und –skiing in Alaska kannst du’s mal mit Splitboarden oder Skitouren auf deinem Hausberg versuchen.

6. Upcycle
Lass dir aus deinem alten Board ein Splitboard bauen, anstatt es auf den Müll zu werfen.

Text & Foto: Andreas Portenschlager, Split Hike Ride

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