Albumkritik: Mumford & Sons – Wilder Mind

Mumford & Sons: Wilder Mind

Im Mai bringen Mumford & Sons ihr drittes Studio-Album Wilder Mind auf den Markt. Wir haben uns das kontroverse Album angehört. Die Fans könnten enttäuscht sein, denn auf das styletypische Banjo, das viel des Mumford & Sons-Charmes ausmacht, wurde verzichtet.

Es wird elektrisch

Für eine kurze Zeit war es ruhig um die Band, es wurden keine Konzerte mehr angekündigt, es gab sogar schon Gerüchte die Band hätte sich aufgelöst und dann – wie aus dem Nichts – wurde das neue Album Wilder Mind für den Mai angekündt.

Mumford & Sons gehören mit Metallica zu meinen absoluten Lieblingsbands. Das Album ist natürlich schon längst vorbestellt, auch wenn das Fehlen des Banjos und der akkustischen Gitarren einen Fan wie mich skeptisch macht. Doch die Band habe sich weiterentwickelt …

Das Album wurde in Brooklyn in dem Garagen-Studio von Aaron Dessner (The National) aufgenommen. Während des gesamten Schreibprozesses hat die Band in New York gewohnt. Während Marcus Mumford die Texte für die ersten beiden Alben geschrieben hatte, kamen nun auch andere Band-Mitglieder mit Textideen. Ein schlechtes Zeichen?

Mumford & Sons: Wilder Mind

Track by Track

Die Eröffnung beginnt mit einer selstam verzerrten Gitarrenmelodie und wechselt dann in einen Beat, der sehr an den Song Dakota von den Stereophonics erinnert. Die erste Hälfte von Tomkins Square Park überzeugt beim ersten Hören nicht wirklich, wird dann in der zweiten Hälfte etwas besser. Einer der schwächeren Songs.

Die erste Single fängt ruhig an und erinnert etwas an Coldplay. Der Refrain verläuft ähnlich, es ist generell ein ruhiger Song. Erst mit der Bridge wird das Tempo erhöht. Believe ist unspektakulär, aber trotzdem gut.

The Wolf fängt schnell und rockig an und wird im Kontrast dazu langsamer als die erste Strophe beginnt. Der Refrain ist eingängig, fröhlich und lädt zum Mitsingen ein. Die Bridge nimmt dann den schnellen Anfang wieder auf, nimmt Fahrt an, wird von einem ruhig gesungenen Refrain wieder unterbrochen um das Tempo dann wieder zu erhöhen – großartig. Der Song erinnert, bis auf das fehlende Banjo, sehr an die ersten Alben.

Das titelgebende Lied Wilder Mind beginnt mit einem untypischen Drum-Rhythmus. Obwohl zu Beginn gesangstechnisch nichts Spezielles passiert, gefällt das Lied doch von Anfang an.

Just Smoke beginnt ebenfalls mit einer Melodie, die an Coldplay erinnert. Die Ähnlichkeit wird aber gleich wieder abgelegt, denn es folgt ein Mumford & Sons’scher Chorus, der live sicher ein Fest wird. Das Lied wollte mir anfangs nicht gefallen, entfaltete sich aber zu einem absolut hörenswerten Track.

Monster ist ein etwas melancholischer Track ohne komplizierte Rhythmen. Ein Lied, das man einfach im Hintergrund hören kann. Der Stilwechsel der Band ist auch hier wieder deutlich spürbar.

Snake Eyes ist ein typischer Mumford & Sons-Track, nur eben mit elektrischen Instrumenten gespielt. Auch hier lädt der Refrain zum Mitsingen ein.

Broad Shouldered Beast lässt das Herz höher schlagen, man fühlt sich, als wäre man in Irland auf einer weiten Wiese. Das Schlagzeug wird geschickt eingesetzt und bauscht sich auf, während man bei gewissen Gesangsstellen wiederum nur Marcus Mumfords tolle Stimme hört, gefolgt dann wieder von einem schnellen Gitarrenrhythmus.

Cold Arms ist irgendwie ein Country-Song mit Blues-Elementen. Schon beim ersten Mal hören kann man gleich beim Chorus mitsingen, während die Strophen eher langsam und tief erzählt werden.

Ditmas ist am meisten Mainstream von dem Album. Ich wollte schon fast schreiben, dass es sich um einen Song handelt, den man schnell wieder vergessen hat. Jedoch macht die Bridge das Lied dann doch wieder zu etwas Besonderem.

Die typische Mehrstimmigkeit des Gesangs wird in Only Love endlich wieder richtig entfaltet. Das Lied erinnert auch vom Rhythmus her an die Vorgängeralben. Ein ruhiges Lied, das zum Schluss das Tempo nochmal aufdreht.

Hot Gates bildet den wunderbaren Abschluss. Marcus singt tief und wird von wenigen Akkorden auf dem Klavier und einzelnen Schlägen auf dem Schlagzeug begleitet. Auch hier folgen schöne mehrstimmige Passagen. Später setzen auch Gitarren ein, trotzdem bleibt das Lied ruhig.

Fazit

Die ersten beiden Alben, die ich beide mit einer vollen Punktzahl bewertet hätte, haben mir besser gefallen. Trotzdem ist Wilder Mind ein gutes Album, das man uneingeschränkt empfehlen kann. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass das Banjo und die akustischen Gitarren für einzelne Tracks auf kommenden Alben wieder zurückkehren. Die neuen Songs ergeben auch eine schöne stilistische Abwechslung bei den Konzerten.

Meine Anspieltipps:
3. The Wolf
7. Snake Eyes
8. Broad Shouldered Beast
11. Only Love
12. Hot Gates

Unsere Bewertung

8

Alte Freunde in neuem Gewand.

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