Mucke für die Arbeit. Oder: Chap don´t stop that working beat!

Ländle Playlist

Eine Auswahl feiner Playlisten für all diejenigen unter euch, die den Luxus genießen dürfen während ihrer Arbeitszeit Musik hören zu können.

Eine Auswahl feiner Playlisten für all diejenigen unter euch, die den Luxus genießen dürfen während ihrer Arbeitszeit Musik hören zu können. Diese Playlists sollen nicht nur dem alleinigen Zweck dienen, euch den (Büro-, Agentur-, Redaktions-, Gastro-) Alltag zu versüßen – Nein – sie sollen euch faulen Säcke auch dazu animieren, eurer Kreativität wieder freien Lauf zu lassen, in die Tasten zu hauen, endlich das seit Tagen in eurem „Sonstige“-Ordner vor sich hin schimmelnde Indesign-Layout fertig zu machen, oder euren Meeting-Kalender zu aktualisieren. Falls ihr nicht in einem Büro arbeitet, sondern in einem fancy Bistro oder Café, könnt ihr mit dieser musikalischen Unterstützung ebenfalls wunderbar euer „Daily Doing“ in der Gastro meistern. Und falls ihr gerade aufgestanden seid weil ihr heute frei habt (Glückwunsch!), dann bringt euch meine Auswahl mit Sicherheit auch gut durch den Tag. Ist doch auch schon mal was, oder?

Also: Hört auf eure Kleidung der Farbe des Kaffees anzugleichen, in Facebook zu surfen oder euer Handy anzustarren, setzt die Kopfhörer auf und lasst euch ein wenig von meinen ausgewählten Working-Tunes inspirieren. Zur besseren Orientierung, habe ich die Liste noch durch einen „Arbeitseffizienzfaktor“ bereichert. Es kommt dabei immer ganz auf eure Tätigkeit drauf an. Eine Playlist mit einem AEF von 2, kann möglicherweise trotzdem ganz gut für Grafik-Arbeiten oder fürs Tische abräumen sein, allerdings weniger geeignet für das Erstellen eines Jahresplans in Excel. Die Punktevergabe hat übrigens nichts mit der Qualität der Musik zu tun – gut sind die Listen alle, sonst würde ich sie hier nicht veröffentlichen. Eh klar, oder?

Los geht’s:

TIPOTHEUS Soundcloud Beatz

Dieser Dude, der unter dem Pseudonym TIPOTHEUS auf Soundcloud und auf verschiedenen Youtube-Channels sein Unwesen treibt, hat hier eine ganz vorzügliche Liste an ohrenschmeichelnden Electro, Trip-Hop und Downbeat-Stücken zusammengezimmert. Besonders die Chet Faker und Kong Tracks verhelfen mir gerade zur nötigen Muße, diese Zeilen hier zu tippen. Tipotheus hat auf seiner Cloud auch ein paar Eigenkreationen hochgeladen. Hört euch den Kram mal an. Man kann hier definitiv mal ein Ohr riskieren. Außerdem sitzt du ja eh gerade in der Maloche. Kleine Abzüge gibt´s für die Nicolas Jaar Sachen, die arbeitstechnisch eher eine Lähmung hervorrufen, zumindest wenn man gerade irgendwas Tippen muss. Arbeitseffizienzfaktor: 7 / 10. 

The Richest Men in Babylon – Thievery Corporation

https://youtu.be/uN9tulBHr8Y

Eric Hilton und Rob Garza kennt man natürlich. Eigentlich ist somit hier nicht mehr sonderlich viel hinzuzufügen. Feinste Dub- und Downtempo-Beats, die dich dazu motivieren, endlich mal wieder den Unrat auf deiner Festplatte wegzuschaffen. Auch zum Bearbeiten von Grafiken oder Fotos sind die Klänge von Richest Men in Babylon bestens geeignet. Man kann übrigens auch die ganze Scheibe als physikalische Kopie käuflich erwerben, was ich euch hiermit wärmstens ans Herz lege. Die manchmal etwas hochtönigen Triangel-Einsätze nerven ab und zu allerdings massiv. Deswegen gibt es nur einen Arbeitseffizenzfaktor von 5 / 10.

Cafe del Mar – Chill Out Mixes

http://www.cafedelmarmusic.com/releases/chillwave

Natürlich ist mir klar, dass ein Album mit dem Titel „Chill Out Mixes“ nicht unbedingt produktiv klingt, sondern eher nach Tee, Couch und Herzschrittmacher. Dennoch habe ich mir in letzter Zeit immer wieder ein paar Minuten von den Cafe del Mar -Playlisten gegönnt. Ihr findet bei Youtube eine ganze Menge an unterschiedlichen Soundwaves, die euch während eurer kreativen Schaffensphase positiv beeinflussen. Besonders wenn man mal wieder die gefühlt tausendste Korrekturschleife an einem Layout vornehmen muss. Was mir allerdings tierisch auf den Wecker geht, sind die wirklich viral eingesetzten Flanger-Effekte. Diesen findet man auf fast allen verdammten Playlists von Cafe del Mar. Auch die kitschigen Latino-Gitarren lassen meinen Mauszeiger ziemlich schnell auf den vernichteten Pause-Button landen. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und ich bin mir sicher, dass es hier ein paar Leute gibt, die ganz verrückt nach südamerikanischen Flanger-Klampfen sind. Wenn es eurem Workflow nicht schadet, dann zieht euch diese Playlist rein. Stilistisch würde ich die Cafe del Mar -Tracks eher als Elektro-Pop, Trance Chill Out Musik titulieren. Mir persönlich einfach ein wenig zu esoterisch. Zum Arbeiten aber vielleicht ganz gut. Deswegen gibt es hier auch keine Wertung. Arbeitseffizienzfaktor: – / –

Upfront 042: TeamSESH

Die Sachen von Upfront042 könnt ihr euch, neben vielen anderen geilen Beiträgen, auf der offiziellen Soundcloud von Boiler Room reinziehen. TeamSESH bezeichnen sich selbst als „eine weltweit agierende Gruppe von Freunden, die aus der gemeinsamen Liebe zur Musik Playlisten und Mixes generieren.“ Hört, hört! Die Dudes und Dudettes sind ziemlich emsig und freuen sich sehr über Feedback. Für mich war diese Entdeckung nahezu ein Damaskus-Erlebnis. Downbeat, Rap, Electro, Trip-Hop, RnB. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Nuanciert mit ein paar chilligen Sounds, die nachhaltig im Ohr bleiben. Wenn ihr nicht wollt, dass eure KollegInnen mitbekommen wie saugut ihr die Tracks von TeamSESH findet, rate ich euch, euer Kopfnicken zu unterdrücken. Dieses wird nämlich ob der ziemlich abwechslungsreichen Tunes sehr schnell einsetzen. Eigentlich ist hier für (fast) jeden Geschmack etwas dabei. Selbst die Trance-Elemente sind nicht so typisch altbacken 90er-Jahre Disco-mäßig. Eine runde Sache also. Holt euch nen Kaffee und setzt die Kopfhörer auf. Den vollen AEF schaffen es aber auch Upfront042 nicht. Manche Tracks wirken noch etwas unausgereift, diverse Klänge sind konträr zur Untermalung oder gar atonal. Allerdings habe ich mich noch nicht durch alles komplett durchgehört. Das könnt ihr ja jetzt dafür machen. Arbeitseffizienzfaktor 8/10

Noch nicht motiviert genug?

Ihr habt die ultimative Musik zum arbeiten? Schickt uns eure Vorschläge zu!

Text: Max Marquardt, Foto: Jeff Sheldon

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