Prinz Grizzley – Come On In

Prinz-grizzley

Seit kurzem ist das Debut-Album des Vorarlbergers Chris Comper alias Prinz Grizzley erhältlich. Wir haben reingehört.

Endlich mal echter Country! Also abgesehen davon, dass er nicht aus den USA kommt. Das muss auch nicht sein damit’s gut wird, schließlich war Karl May auch nie dort. Prinz Grizzly vielleicht schon, das weiß ich nicht, aber kommen wir nun zum eigentlichen weshalb wir alle hier sind – das Album „Come On In“.

Des Prinzen erstes Solo-Werk eröffnet mit einer Mundharmonika und leichten Gitarrenakkorden. „Wide Open Country“ macht gleich klar: das ist kein Taylor Swift-Country, sondern echter Country.

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Grizley’s Stimme erinnert sehr an die von Jeff Bridges, die ich in seiner Rolle in „Crazy Heart“ sehr zu schätzen gelernt habe. Nebenbei hat er auch ein Country-Album herausgebracht. „Wide Open Country“ plätschert melancholisch dahin und nimmt auch mit etwas höheren Tönen gesanglich ein paar Risiken in Kauf. Aber das macht es gerade aus. Gegen Ende wird es dann mehrstimmig und erinnert an Boy & Bear. Ein schöner Opener, aber ich hoffe, dass noch etwas Pep hinzu kommt.

„Give Me One More Reason“ geht in gleicher Weise weiter. Vom Stil und Gesang her könnte das Lied ebenfalls wieder direkt aus dem Album von Jeff Bridges stammen – was als Kompliment zu sehen ist. Man fühlt sich als stünde man in einer Country-Bar in Texas. Ein gemütlicher Song mit einem eingehenderen Refrain. Nun wäre aber etwas mehr Abwechslung wünschenswert.

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Mit „Fiery Eyes“ kommt da schon mehr Gefühl in die ganze Sache hinein. Auch die Melodie der Strophen ist eingängig. Das Ganze wird mit  Blasinstrumenten ergänzt. Die Erfrischung die nötig war.

Schnell gespielte abgestumpfte Gitarrenakkorde geben das Tempo von „Mountain’s Milk“ an, bevor sich eine Melodie im Texas-Stil darüber legt. Das Lied würde wunderbar zum Soundtrack von Quentin Tarantinos „Kill Bill“ passen Country trifft auf Rock’n Roll. Das schnellere Tempo tut der Abwechslung gut.

Danach wird es mit „Irene“ gleich wieder ruhiger. Der Song passt zur kälteren Jahreszeit, was auch von den Lyrics unterstützt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Lied in so mancher privater Weihnachtsbäckerei im Hintergrund laufen wird. Gegen Ende wird der Song jedoch etwas langatmig. „Where’s Your Fire Gone“ fühlt sich bis zum Refrain etwas unausgewogen an. Doch dieser holt dafür noch einiges aus dem Song heraus – wird dann auch auch etwas „bluesig“. Im nächsten Song driften wir wieder vollkommen in Richtung Country ab. „I May Be Late“ ist ein fröhlicher Song mit einem schönen Chorus.
Danach wird es melancholisch. „I Can See Darkness“ ist der Blues-Song auf dem Album.
Live ist „Walls“ sicher einer des Prinzen besten Songs – dazu hat er die notwendige Leidenschaft im Gesang. Doch vom „Band“ ich musste ihn mehrmals anhören, bis er mir gefallen hat.
Auch „Personal Hell“ geht in der Studio-Version etwas unter, wird aber gegen Ende des Songs besser. Live hat „Personal Hell“ deutlich mehr Wirkung. Schade, dass die letzte Minute des Videos nicht auf der Albumversion enthalten ist.

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Zu guter Letzt beschert uns „Tell Me Why“ einen ruhigen und stimmigen Ausklang – garniert mit viel „fingerpicking“. Der mehrstimmige Gesang erinnert an Mumford & Sons und ist der beste Song des Albums.

Fazit

„Come On In“ ist manchen wahrscheinlich zu langsam, zu verträumt oder zu unaufgeregt. Doch wer auf traditionellen Country steht, wird mit Chris Comper bestens bedient. Er bleibt konsequent seinem Stil treu und liefert ein solides Album ab. Ach ja, da ich Jeff Bridges einige Male erwähnt habe: Liebe Fans von „Crazy Heart“, ihr werdet auch Prinz Grizzley sehr mögen.

Meine Anspieltipps:
3. Fiery Eyes
4. Mountain’s Milk
5. Irene
11. Tell Me Why

Unsere Bewertung

8 Für Country-Freunde ein Muss!

6 Auch für Nicht-Country-Fans eine feine Scheibe.

Feinster Sound aus'm Ländle.

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