Midriff – Decisions

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Mit dem schönen Tirol verknüpft man in der Regel eine idyllische Berggegend, deren Stille höchstens von zwitschernden Vögeln oder einem Jodler in Lederhosen und Alphorn unterbrochen wird. Doch diese drei sympathischen Tiroler Burschen durchschmettern dieses paradiesische Bild.

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Neun Jahre arbeiten Midriff, bestehend aus den zwei Brüdern Joshua und Jeremy an der Gitarre und dem Bass und Paul, dem singenden Drummer, nun schon musikalisch zusammen. Die passionierten Musiker releasten mit „Decisions“ am 20. Oktober ihr drittes Studioalbum. Die Jungs bleiben ihrem Style treu und bringen „ohne Firlefanz“ erneut eine solide Hardrock-Scheibe in Umlauf. Diesmal allerdings komplett selbstständig, das heißt, dass sich zum eigenen Studio nun auch das eigene Label gesellt hat. Was mich persönlich schwer beeindruckt, denn oftmals hört man von Künstlern, die ihre eigene Kreativität kaum mehr in ihre Musik mit einbringen können, da alles von der Plattenfirma oder dem Management vorgegeben wird und wenn die Musiker nicht parieren, werden sie halt abgesägt. Midriff sind anders und das ist gut so. „Eine Platte selbst zu schreiben, zu produzieren und dann genau so zu mischen, wie es einem am besten gefällt, ist einfach eine wunderbare Freiheit, die man nur selten im Musikgeschäft genießen kann“, so die Band.

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Einflüsse sind klar die Hardrock Anfänge der 1968er Jahre mit Deep Purple und Black Sabbath, aber auch getreu dem Genre steckt eine bluesige Note in ihrer Musik. Was mir besonders gefällt und ein bisschen an Fight Star erinnert, ist das Wechselspiel zwischen schnelleren härteren Riffs einerseits und Pauls sanfter schöner Stimme andererseits. Beim zweiten Track „Stars Fallen“ habe ich auch Ähnlichkeiten zu langsamen Nummern von Avenged Sevenfold rausgehört. Einen Pluspunkt von mir gibt’s auch für die individuellen Liedanfänge, die des Öfteren leider im Rock Genre etwas zu kurz kommen. Auf dem Album sind neben klassischen Rocknummern auch zärtliche Rockballaden, aber auch instrumental härtere Nummern zu hören.

Fazit

Midriff’s eingängige Melodien und Texte stecken schnell an und ehe man sich’s versieht, ist man schon am Mitträllern. Ich finde es sehr schade, dass ich die Band noch nie live gesehen habe, denn die Tiroler sehen die Zukunft des Musikgeschäfts im live spielen, was für mich bedeutet, dass ihre Stärke in den Auftritten steckt. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, wie die Jungs die Bühne rocken und deshalb kommt ein Besuch eines ihrer Konzerte ganz oben auf meine „To Do List“. Vor allem schon deshalb, um mir den singenden Drummer anzusehen.

Anspieltipps:
3. Walls Down
7. Palace of Tears
11. 63

Foto: Roland Thaler – Handout Jeremy Lentner, Catapult Promotion

Unsere Bewertung

9 Stimme

6 Instrumental

6 Kreativität

8 Sympathie

9 Liedanfänge

Tiroler Hardrock ohne Firlefanz

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