Verdandy: Götter tragen keine Jogginghosen

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Woraus sind Verdandy-Jeans gemacht? Aus Ideenreichtum, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Hergestellt in Europa. Ohne Ausbeutung von Mensch und Umwelt. Und bequem sind sie auch noch. Wir sprachen mit Manuel Rauner, einem der Gründer von Verdandy, über das Schicksal und harte Arbeit.

 

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Die Gründer von Verdandy: Martin Pichler und Manuel Rauner

 

Martin Pichler, dein Gründungspartner von Verdandy, und du seid internationale Models. Kennt ihr euch aus dem Modelbusiness?

Richtig – wir haben uns vor mittlerweile 14 Jahren im Rahmen eines Castings kennengelernt und hatten von Anfang einen guten Draht zueinander. Gerade wenn man sich wirtschaftlich miteinander verflechtet ist es extrem wichtig, dass man sich vertraut und einander gut kennt. Welches Fundament kann hier besser und stabiler sein als eine gewachsene Freundschaft.

 

Wie entstand die Idee, selbst Mode zu machen?

Viele Freunde wagten den Schritt in die Selbstständigkeit, was uns stark beflügelte bequeme Bekleidung made in Europe zu realisieren.
Die Idee selbst kam aus unserem Kleiderschrank. Wir sind keine Schlabberlook-Fans und besitzen keine Jogginghosen, jedoch zahlreiche Jeans, die alles andere als bequem waren. Deshalb wollten wir einen Jeansstoff mit dem ultimativen Tragekomfort. Die lange Suche wurde schließlich belohnt.

 

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Die Verdandy-Jeans werden schick verpackt verkauft.

 

Was bedeutet der Name Verdandy?

Verdandi ist die nordische Schicksalsgöttin deren Lebensfäden sich oft als farbige Nähte in unserer Mode widerspiegeln. Wir haben daraus Verdandy gemacht, was durchaus als Wear Dandy zu verstehen ist, da wir klare und klassische Linien entwerfen. Die Jeans für den Mann, dem es ums Wesentliche wie Qualität, sozial-ökologische Nachhaltigkeit, Bequemlichkeit und Alltagstauglichkeit geht und nicht um einen internationalen Brandnamen.


Was war bisher euer größter Erfolg?

Das ist schwer zu sagen. So denken wir mit Freude an unseren ersten öffentlichen Auftritt bei der Vienna Fashion Week zurück, wo wir extrem viel positives Feedback ernteten. Aber auch andere Dinge zählen für uns immens viel, wie der erste, nicht aus der Familie stammende Käufer oder die steigende Zahl der Wiederbesteller. Dies bestätigt auch, dass unsere Produkte wirklich gut ankommen.

 

Erfolg ist die Begleiterscheinung der Arbeit, für die man brennt!

 

Ist euer Erfolg auch ein bisschen Schicksal?

Schicksal wird zumeist als etwas Übernatürliches angesehen, das man nicht in der eigenen Hand hat. Aber dem ist meiner Meinung nicht so. Erfolg ist eine Begleiterscheinung einer Tätigkeit, für die man brennt! Die man mit Liebe und Überzeugung macht, und wo einem auch die vielen Rückschläge nicht den Wind aus den Segeln nehmen können. Nur das sehen viele im Scheinwerferlicht des Erfolges nicht.

 

Ihr arbeitet für große Marken wie Gucci und Armani. Würdet ihr eure Karriere beenden, wenn der Laden richtig rennt?

Das Modeln hat uns beiden großartige Möglichkeit geboten, für die wir sehr dankbar sind. Man bereist die Welt, schließt Freundschaften, knüpft Kontakte und ist früh auf sich alleine gestellt. Das war wesentlich für unseren Werdegang als Gründer von Verdandy. Heuer standen wir für einen Lookbook Shoot sogar gemeinsam vor der Kamera. Für das Label Verdandy! 😉 Wir werden dem Modeln also länger treu bleiben.

 

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Streetstyletauglichkeitstest bestanden.

 

Was ist das besondere an euren Jeans?

Wie anfangs erwähnt standen Bequemlichkeit und Minimalisums für uns an erster Stelle. Mit der neuen Kollektion, die auch Jeansjacken umfasst sind wir erwachsener, teils auch klassischer und eleganter geworden. Das bringt besonders das Modell Balder zum Ausdruck, wo wir Waschungen sehr reduziert anwenden. Egal ob mit Hemd und Sakko, oder einem lässigen T-Shirt – es ist nach Belieben kombinierbar.

 

Was liegt euch bei der Produktion besonders am Herzen? Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Partner aus?

Die Europaproduktion war uns aus mehreren Gründen wichtig. Zum einen wollten wir jederzeit unsere Betriebe besuchen können und sichergehen, dass Mitarbeiter und Umwelt nicht ausgebeutet werden, da die „Geiz ist Geil“-Mentalität auf Kosten anderer für uns nie in Frage kam. Zum anderen wollten wir zeigen, dass wir in Europa nach wie vor Topqualität zu erschwinglichen Preisen produzieren können.

 

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Der Verdandy-Erstling: Thor

 

Macht ihr nur Hosen?

Unsere Reise hat zwar mit Jeans wie dem wandlungsfähigem Modell Thor begonnen, aber mittlerweile gibt es auch Jacken und T-Shirts die alle eines gemeinsam haben: innovative Stoffe mit dem gewissen Wohlfühlcharakter. Und diese Reise ist lange noch nicht zu Ende! Es gibt bereits Pläne für weitere Produkte, jedoch wollen wir gesund und nur durch Reinvestition wachsen.

 

Für unsere weiblichen Kunden gibt es das Modell Thor mittlerweile bis zur Größe 26.

 

Euer Auftritt und die Produkte wirken sehr maskulin. Gibt es eure Mode auch für Frauen?

Bisher wurde wirklich jedes unserer Produkte schon mal von Frauen gekauft und gerade unser Modell Thor findet bei Frauen extrem großen Anklang, da sie Neuem gegenüber sehr offen sind. Selbst wenn es sich wie bei uns um eine Männermarke handelt. Wir haben darauf reagiert und bieten dieses Modell bereits bis zur Frauengröße 26 an. Dennoch werden wir in erster Linie eine Männermarke bleiben.

 

Was hättet ihr gerne schon vor der Gründung von Verdandy gewusst?

Wir lernen mit jedem Tag und jeder Herausforderung neu dazu, deshalb ist das nicht mit einem Satz zu beantworten. Das sind wichtige Punkte wie Produktion, Vertrieb, gute und leistbare Beratung hinsichtlich Steuern, Finanzierung und Marketing die in ein stetig wachsendes Netzwerk einfließen und für ein unternehmerisches Überleben notwendig sind. Dieses verschränkte Wissen kommt erst mit der Zeit.

 

Was kommt als Nächstes?

Wir freuen uns demnächst unser drittes Hosenmodell zu launchen. Dabei handelt es sich um eine Chinohose, die nach dem germanischen Kriegs- und Gerechtigkeitsgott Tyr benannt ist. Daneben sind auch weitere Produkte wie Shorts und Sakkos angedacht, wobei hier noch kein fixes Erscheinungsdatum festliegt. Aber man darf gespannt sein.

 

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Balder

 

Habt ihr auch mal frei?

Derzeit ist das wirklich sehr einfach mit Nein zu beantworten. Unter der Woche arbeiten wir an allem was für ein junges Unternehmen essentiell ist, und das ist im Grunde alles. Zusätzlich sind wir wochenends an diversen Modemessen in Österreich, Deutschland und Schweiz, wodurch Kunden die Möglichkeit haben, Produkte und Gründer kennenzulernen und auf Herz und Nieren zu prüfen. Denn Vertrauen ist wichtig.

 

Bekommt man Verdandy auch in Vorarlberg?

Im Handel gibt es für junge Unternehmen keine Vorschusslorbeeren. Hier muss das Produkt und die Qualität überzeugen. Deshalb freuen wir uns wirklich sehr, es als kaum zweijähriges Unternehmen mit Sagmeister in einem der exklusivsten und renommiertesten Läden Vorarlbergs und Österreichs aufgenommen worden zu sein.

 

Fotos: PR Handout

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